Lemwerder - Tiefe Risse, Löcher und spitz herausragende Ecken zieren den rund 700 Meter langen Abschnitt der Straße Am Rosenkamp/Kastanienstraße in Bardewisch, Lemwerder. Wer hier mit dem Auto lang fährt, kommt über Schrittgeschwindigkeit kaum hinaus. Fahrradfahrer müssen besonders aufpassen, sonst bleibt eines der Räder in den bis zu 15 Zentimeter tiefen Rissen stecken.
„Das ganze ist eine Zumutung“, sagt Georg Bathke, der den Weg regelmäßig mit dem Fahrrad entlang fährt. Der Abschnitt besteht aus circa 150 Betonplatten, wie der 79-Jährige schätzt, „19 sind in takt, alle anderen sind gerissen, zerbröseln teilweise schon“.
Seit 1965 lebt der pensionierte Lehrer mit seiner Frau in Bardewisch und seit dem bestehe auch die Beeinträchtigung. „Der Weg ist immer sehr stark beansprucht worden“, sagt Bathke, und zwar von landwirtschaftlichen Maschinen. Das Problem sei, dass diese immer größer werden: „Die riesigen Güllewagen passen nicht mehr auf den Weg drauf, die fahren an der Kante und dadurch werden die angerissenen Platten in der Mitte hochgedrückt. Dadurch vergrößern sich die Rillen von Tag zu Tag“, erklärt der gebürtige Lemwerderaner. Es wurde bereits versucht, die Risse zu verschließen, dies sei allerdings schon Jahrzehnte her, wie Bathke sagt. Lediglich ein Warnschild mit dem Hinweis auf Straßenschäden steht auf einer Seite des Abschnitts. Der 79-Jährige habe den Eindruck, dass die äußeren Bereiche der Gemeinde vernachlässigt werden. Vor drei Wochen machte er die Gemeinde auf das Problem aufmerksam, „man würde sich darum kümmern“ meinte man zu ihm.
Laut Matthias Kwiske, Fachbereichsleiter Technische Dienste, Planung und Ordnung der Gemeinde Lemwerder, werde die Sanierung in den nächsten Wochen in die Wege geleitet. Auch hier ist der Straßenabschnitt kein unbekanntes Problem: Durch die immer schwerer werdenden Landmaschinen erhöre sich der Druck auf die Platten und sie brechen. Versuche, die Löcher und Risse mit Füllmaterial zu stopfen scheiterten, da das Material unter die Platten gerieselt sei.
In den letzten zwei bis drei Jahren gab es diesbezüglich vermehrt Hinweise aus der Bevölkerung, deshalb „hat der Gemeinderat letztes Jahr beschlossen, Mittel dafür bereitzustellen“, sagt Kwiske. Derzeit würden Möglichkeiten geprüft, wie die Sanierung durchgeführt werden könnte: Entweder das Material entfernen und die Strecke asphaltieren, oder das Material vor Ort zerkleinern, das wäre am umweltfreundlichsten, meint Kwiske. Welche Methode angewandt und wann mit der Sanierung begonnen wird, konnte Kwiske nicht sagen.
