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nordwest-zeitung

Tv-Auftritt Beim Perfekten Dinner Munderloher Joachim Grosch kennt kein Lampenfieber

Munderloh - Er hat vor 15 Jahren den Liebhaber seiner Frau erschossen und dafür von Richterin Barbara Salesch „lebenslänglich“ bekommen. Vor Jugendrichterin Dr. Ruth Herz stand er auch schon – als Onkel eines minderjährigen Angeklagten, und im Dezember 2017 schaffte er das Kunststück, im Bremer Musicaltheater zum Publikumsjuror der Show „Das Supertalent“ gewählt zu werden. Fernsehunterhaltung und Joachim Grosch (56) scheinen zusammenzugehören. 

Neue Herausforderung

In einer Woche folgt der nächste Streich des kommunikativen Munderlohers. Grosch kocht gegen vier weitere Kandidaten des Vox-Formats „Das perfekte Dinner“. „Ich koche gerne und ich kuck’ die Sendung gerne“, erzählt der 56-Jährige. Zuhause in seiner Küche entspannt er sich zwischen Töpfen und Pfannen, wenn der Job mal wieder besonders stressig war. Grosch verdient seine Brötchen als „Verkaufsförderer“. „Ich schule andere Verkäufer, gebe ihnen zum Beispiel gute Argumente für Produkte und Verkaufsgespräche mit auf den Weg“, sagt er.

Für sich und seine Frau brutzelt er abends zum Beispiel Kotelett mediterran mit Paprika und Ziegenkäse. „Meine Frau kocht auch sehr gut, zum Beispiel Omas Kohlrouladen. In der Küche wechseln wir uns deshalb ab“, verrät der Fernsehfan. Anderthalb Jahre ist es her, da hat er sich nach der ersten „Oldenburg“-Dinnerfolge einfach mal beim TV-Sender beworben. Anfang Dezember 2017 meldete sich dann die Produktionsfirma. „Ich hatte schon gar nicht mehr dran gedacht.“

Eine Woche später besuchte ihn ein TV-Team für ein kurzes „Stand-up-Casting“, im Januar gab’s die Zusage. „Und dann wurde ich doch nervös“, sagt der Mann, der eigentlich keine Angst kennt, im Mittelpunkt zu stehen.  

Das Erfolgsrezept

Mit welchem Gericht die anderen Kandidaten überzeugen? „Mein erster Gedanke war ,coq au vin’, aber das machen viele“, verrät der Hobbykoch. Sein Plan B (Rindsrouladen mit Knödeln) scheitert am Veto der Produktionsfirma. „Zu deftig für eine Frühlingssendung“, heißt es. Joachim Grosch denkt noch mal nach und am Ende steht folgendes Menü: Selbstgemachtes Forellentatar als Vorspeise, danach gibt es handgemachte Bandnudeln an einer Minz-Zitronen-Sauce und Lammlachse. Als Dessert zum delikaten Schluss Schokoladentörtchen auf Himbeermousse mit selbstgemachtem Blitzeis. Mmmh, klingt lecker. Welchen Platz er damit am Ende erreicht hat, ist absolute Geheimsache. Nur so viel verrät er dann doch: „Es hat bei fast allen gut geschmeckt.“

Vom 9. bis 13. April im TV

Fünf Hobbyköche aus einer Stadt laden zu sich nach Hause ein und servieren ein Dreigänge-Menü. Der gesamte Abend wird von den Mitstreitern bewertet: Ist der Tisch angemessen dekoriert, die Speisenauswahl harmonisch und der Service zuvorkommend? Nach jedem Dinner vergeben die Gäste je maximal zehn Punkte. Wer gewinnt, erfahren die Teilnehmer erst am Ende der Woche, wenn jeder einmal Gastgeber war. Der Sieger erhält ein Preisgeld von 3000 Euro.

Die „Oldenburger“ Sendung ist vom Montag, 9. April, bis Freitag, 13. April, immer ab 19 Uhr auf VOX zu sehen. Das Fernsehen nimmt es bekanntlich nicht immer bei Ortsbezeichnungen ganz genau. Neben dem Munderloher Joachim Grosch sind Kandidaten aus Edewecht, Bad Zwischenahn, Wildeshausen und Oldenburg dabei. Wer gewonnen hat, darüber herrscht bis zum 13. April Schweigepflicht.

Mit den anderen Kandidaten – Ines (Bad Zwischenahn), Sabrina (Wildeshausen), Steffen (Oldenburg) und Thomas (Edewecht) – hat sich Joachim Grosch auch sonst gut verstanden. „Am Anfang denkst du schon an die 3000 Euro, die es für den Sieger gibt. Aber das wird schnell unwichtig.“ Wichtig ist ihm dagegen, dass alles, was sich ums Essen dreht, Spaß macht. Darum hat er auch 2016 eine Facebookgruppe mit ins Leben gerufen: „Humorvolles Kochen“. Hier werden Rezepte ausgetauscht und Fotos von Speisen gepostet. „Ohne die üblichen Nörgeleien“, betont Grosch. 

Die Dreharbeiten

Zwei Teams mit acht Menschen, zwei Kameras und etlichen Mikrofonen, die tage- und stundenlang um die fünf Hobbyköche kreisen. „Am Anfang habe ich mich schon gefragt, warum machst du das jetzt eigentlich?“, gibt der Munderloher zu. Ganz schnell hat er dann aber doch das Scheinwerferlicht vergessen: Selbst beim Einkaufen der Zutaten im Edeka-Markt Uphoff in Kirchhatten wurde gefilmt. Das Geld für den Einkauf zahlt übrigens der Sender.

Wenn am Dienstag, 10. April, 19 Uhr die Folge mit ihm als Gastgeber ausgestrahlt wird, bleibt zuhause der Ofen aus, aber dafür läuft der Videorekorder. „Die Sendung werde ich mit Sicherheit mehrmals schauen“, ist sich der Hobbykoch sicher. „Eine wahnsinnstolle Erfahrung“, sei das alles gewesen, schwärmt er.

Zum Abschied sagte einer der Kameraleute zu ihm: „Dich sehen wir bestimmt wieder.“ Vielleicht ja demnächst im Öffentlich-Rechtlichen. Joachim Grosch plant schon den nächsten Coup: „Die Küchenschlacht“ im ZDF hat’s ihm angetan. Oder es wird doch „Hot oder Schrott – Die Allestester“ (Vox). Da hat er sich mit seinem Sohn beworben.

Werner Fademrecht
Werner Fademrecht Redaktion Hatten
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