Neuenburg - Das ist ein großer und längst überfälliger Schritt in Richtung Zivilisation: In Neuenburg kann man bald mit Handys im Vodafone-Netz telefonieren und im Internet surfen. Bisher ging das nicht. Wer einmal in Neuenburg eine Autopanne hatte und versucht hat, mit seinem Vodafone-Handy den Pannendienst zu rufen, hatte bisher keine andere Wahl, als in eine Tankstelle oder ein Geschäft zu gehen und wie in den 90er Jahren zu fragen, ob er bitte das Festnetztelefon benutzen könne.

Jetzt beginnt in Neuenburg auch für Vodafone-Kunden das digitale Zeitalter. Der Anbieter hat einen 40 Meter hohen Sendemast auf dem Urwaldparkplatz gebaut. Anfang Juli soll der Mast in Betrieb gehen. 

Zetels Bürgermeister Heiner Lauxtermann sagt: „Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Nun soll Neuenburg als D2-Tal der Ahnungslosen doch sein Ende finden.“ Der Bürgermeister wohnt neuerdings auch in Neuenburg – doch dass der Mast deswegen so schnell gebaut wurde, habe mit seinem Umzug nach Neuenburg nichts zu tun, betont Lauxtermann. „Ich bin extra auf einen anderen Mobilfunkanbieter umgestiegen, als ich nach Neuenburg gezogen bin, damit ich telefonieren kann. Und bei dem bleibe ich jetzt auch.“

Profitieren sollen von der neuen LTE-Station rund 1000 Anwohner, die bisher im Vodafone-Funkloch lebten. Der Sendemast erreicht einen Umkreis von rund fünf Kilometern – das variiert abhängig vom Wetter und von der Jahreszeit. Im Sommer ist die Reichweite niedriger als im Winter, weil die Bäume belaubt sind. Neben den 1000 Einwohnern, die ab Juli nicht mehr im Funkloch leben, profitieren weitere Nutzer von einer Erweiterung der Kapazitäten: Sie können in einer besseren Qualität telefonieren und mit höherer Geschwindigkeit surfen, weil sie ab Juli in der Reichweite des neuen Sende- und Empfangsmastes aktiv sind.

Auch die Spaziergänger im Urwald und die Autofahrer auf der Bundesstraße sollen dann statt eines Funklochs eine vernünftige Mobilfunkverbindung haben – dann ist das 90er-Jahre-Feeling auch in Neuenburg vorbei.

Den Standort hat Vodafone mit der Gemeinde Zetel und dem Landkreis Friesland abgestimmt. Die Investitionskosten von rund 200 000 Euro inklusive Anbindung der neuen Mobilfunk-Station ans weltweite Kommunikationsnetz und die laufenden Betriebskosten trägt Vodafone selbst.

Volker Petendorf, Konzernsprecher und Chef vom Dienst der Pressestelle von Vodafone Deutschland verspricht: „LTE ermöglicht Handygespräche in kristallklarer Qualität und zudem Breitbandinternet für unterwegs. Dank LTE können die Nutzer zum Beispiel in sozialen Netzwerken kommunizieren, ihre HD-Filme blitzschnell downloaden, Musikvideos in Top-Qualität genießen und Live-Übertragungen von großen Kultur- und Sportereignissen auch unterwegs auf dem Smartphone oder Tablet in HD-Qualität anschauen.“ Und geht noch weiter: „LTE ist zudem für viele Haushalte in der Region jetzt eine echte Festnetz-Alternative zu kupferbasierten DSL-Leitungen. Auch für die Hotels, Gaststätten und mittelständische Betriebe im Landkreis bringt die LTE-Versorgung eine signifikante Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit, denn eine starke Netzinfrastruktur ist der entscheidende Rohstoff für Wachstum, Arbeitsplätze und Wohlstand.“

Sandra Binkenstein
Sandra Binkenstein Thementeam Soziales