Nordenham - Die Geräte-Ausstattung des städtischen Bauhofs muss weitgehend erneuert werden. Etwa 75 Prozent der Fahrzeuge, Maschinen und Geräte ist veraltet. Das hat Bauhofleiter Rainer Stoffers in einem Gespräch mit der NWZ bestätigt. Diese Situation ist schon länger unbefriedigend. Denn schon vor zwölf Jahren ist ein Fachgutachten zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen.
Ob und inwieweit das Personal einer Aufstockung bedarf, ist dagegen noch nicht geklärt und liegt in der Entscheidung des Stadtrates.
Zurzeit sind 49 Mitarbeiter in unterschiedlichen Arbeitsbereichen tätig (siehe Infokasten). Nach Einschätzung von Bauhofleiter Rainer Stoffers kommt es zunächst darauf an, ein System zum Flächen-Management aufzubauen. Auf der Grundlage des vom städtischen Bauamt erstellten Grünflächenkatasters soll analysiert werden, wo und wann was in welchem Umfang gepflegt werden muss.
Pflegeintervalle
Mit diesem System eines Flächen-Managements können Pflegeintervalle und Bepflanzungen optimiert werden. Dabei geht es auch um die Festlegung von Pflegestandards, um die Gestaltung von Beeten und darum, wie oft Rasenflächen gemäht werden sollten. Ein Beispiel: die neuen Rosenbeete an der Langen Straße in Blexen.
Zurzeit beschäftigt der städtische Bauhof insgesamt 49 Mitarbeiter. Davon etwa 25 sind tätig in den Bereichen Grünflächenpflege, Straßenreinigung, Containerdienste, Beseitigung wilder Müllkippen, Baumpflege und nötigenfalls Baumfällaktionen sowie Strauchschnitt. Sie müssen darüber hinaus viele öffentliche Rasenflächen im Nordenhamer Stadtgebiet mähen. Zum vielfältigen Aufgabenfeld gehört außerdem die Wartung und Erneuerung von 20 Fußgängerbrücken in Nordenham.
Drei Elektriker halten die rund 4000 Straßenlaternen sowie Elektrogeräte des Bauhofs in Stand.
In der Verkehrsbeschilderung sind drei Mitarbeiter tätig.
Um Spielplätze im gesamten Stadtgebiet, ihren Neuaufbau, Reparatur und regelmäßige Kontrolle kümmern sich zwei Mitarbeiter. Im Stadtgebiet gibt es 59 Spielplätze mit insgesamt rund 400 Spielgeräten.
Zudem sind zwei Tischler, fünf Steinsetzer, ein Straßenkontrolleur, eine Bürokraft, eine zusätzliche Verwaltungskraft, ein Werkstattmitarbeiter, eine Gärtnermeisterin, stellvertretender Leiter Bernd Bunjes und Leiter Rainer Stoffers tätig. Übrigens ist der Bauhof auch zuständig nach Einbrüchen in Gebäuden/Einrichtungen der Stadt.
Aus alledem wird sich dann der genaue Personalbedarf berechnen lassen.
Das Grünflächenkataster hat alle gärtnerisch zu pflegenden Flächen im Stadtgebiet erfasst – auch Beete und Parkflächen. Insgesamt sind das etwa 230 Hektar.
Weiter verbessern möchte der Bauhof zudem die Intervalle der Reinigung von Straßen und Gehwegen. Rainer Stoffers: „Das A und O ist das regelmäßige Fegen der Wege und Flächen. Denn dann kommt kaum noch Unkraut hoch und Keimlinge und Saat werden im Ansatz beseitigt.“
Hinsichtlich der Erneuerung der Geräte gibt es noch keine Lösung. Laut Rainer Stoffers kann es nur Schritt für Schritt und in Abstimmung mit dem Flächen-Management vorangehen. Auch hier entscheidet der Stadtrat. Infrage kämen auch Leasing-Lösungen, eventuell auch Ausleihverträge.
Im Haushaltsentwurf für 2020 waren bisher noch unverbindlich 270 000 Euro eingeplant. Aber das wäre nicht mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein.
In diesem Jahr hat der Bauhof zwei neue Pritschenfahrzeuge bekommen. Hinzu kommen soll ein Anhänger für die Ölbekämpfung. Ein entsprechend bestücktes Fahrzeug hat der Bauhof bereits in diesem Jahr bekommen.
Denn seit 1. März 2018 ist nicht mehr die Freiwillige Feuerwehr der Stadt für die Beseitigung von Ölspuren zuständig. Lediglich bei auslaufenden Betriebsstoffen nach Verkehrsunfällen oder Eintritt in Kanalisation und Gewässer werden nach wie vor die Freiwilligen alarmiert.
Die Zahl der Ölspureinsätze der Nordenhamer Ortswehr betrug 2017 genau 22 und im Jahr davor etwa 40. Arbeitgebern konnte nicht länger zugemutet werden, dass es wegen solcher Feuerwehreinsätze zu Personalausfällen kommt.
Dezernentin sieht Bedarf
Dass der Haushaltsansatz der Stadt für die Anschaffung neuer Bauhof-Geräte viel zu klein ist, hat auch Baudezernentin Ellen Köncke festgestellt. Sie hat vor einigen Wochen selbst mit angepackt bei einem Bauhof-Einsatz für einen neuen Spielplatz beim Kindergarten in Esenshamm. Ihr Eindruck: „So kann man nicht effektiv arbeiten. Unser Bauhof braucht einen besseren Maschinenpark.“
