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nordwest-zeitung

Bahnanschluss In Nordenham 1875 Neue Zeit bricht mit der Bahn an

Nordenham - Am 15. Oktober 1875 begann eine neue Zeit für Nordenham: Die kleine Siedlung hatte einen Eisenbahnanschluss bekommen. Endlich konnte sich der Hafen richtig entwickeln und zur Grundlage einer neuen Stadt werden. Die Keimzelle des Bahnhofs bildete der 1868 von Wilhelm Müller auf dem Deich errichtete Gasthof „Zum grauen Ochsen“.

Einfuhr statt Ausfuhr

Der Export von Ochsen nach England war schon Ende 1876 zum Erliegen gekommen. Statt um Nutzvieh ging es jetzt um Petroleum und Getreide, statt Ausfuhr war jetzt Einfuhr gefragt. Seit 1859 in den Vereinigten Staaten die erste Ölquelle erschlossen worden war, wurde ein großer Teil der Segelschiffsflotte zum Transport der hölzernen Ölfässer genutzt.

Bremen war der erste Petroleumhandelsplatz in Europa, Umschlags- und Stapelplätze richteten die Bremer Kaufleute auf dem Nordenhamer Groden ein, denn geschlossene Häfen verweigerten wegen der Feuergefahr den Umschlag. In Nordenham dagegen gab es kaum etwas, das verbrennen konnte. Die Eisenbahnverwaltung in Oldenburg baute 1876 den Naphtha-Pier. 1879 gab es auf dem Groden 26 Petroleumschuppen mit 12 500 Quadratmetern Grundfläche, davon 19 von der Firma J. Müller, Brake.

Jetzt interessierte sich auch die Bremer Reederfamilie Vinnen für Nordenham. Johann Christoffer Vinnen (1829 bis 1912) baute bis 1884 insgesamt 44 Öl-Schuppen. Darin konnten 200 000 Barrel Petroleum und Rohöl gelagert werden –- mehr als in Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam zusammen.

Mit der Entwicklung der Tankschiffe ab 1886 ging der Einsatz von Fässern immer weiter zurück. Bald mussten die Schuppen abgebrochen werden. An ihrer Stelle entstanden die Tankanlagen der Firma August Korff, die in sechs Behältern 8000 Kubikmeter fassten, und ab 1893 die Tankanlagen der Deutsch-Amerikanischen Petroleumgesellschaft. Ebenfalls Ende der 1870er Jahre hatte der Getreideumschlag begonnen. Vor allem die Versandung der Weser und günstigere Zollkonditionen förderten ihn. Wurden 1883 in Nordenham 25 440 Tonnen Getreide gelöscht, so waren es 1895 schon 172 000 Tonnen. Dafür wurde viel Stauraum gebraucht. Die vorhandenen Schuppen reichten nicht aus.

Ende der Einöde

Der Kaufmann und Stadtgründer Wilhelm Müller stellte seinen „Friesischen Hof“ als Lagerraum zur Verfügung und gründete 1883/84 die Nordenhamer Lagerhausgesellschaft, die zwei weitere Schuppen baute. 500 Arbeiter schlugen das Getreide um. Viele kamen aus Bremerhaven und Butjadingen, aber der größere Teil wohnte schon in Nordenham. Das Ende der Einöde war gekommen.

Henning Bielefeld
Henning Bielefeld Redaktion Nordenham (Stv. Leitung), Redaktion Stadland
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