Nordenham - In Notsituationen zusammenhalten: Das ist für Silvia Kerney eine Selbstverständlichkeit. Angesichts der Corona-Krise hat sie eine Hilfsaktion für die Nordenhamer Tafel gestartet. Weil die Ausgabestelle für Bedürftige aus Mangel an Waren den Betrieb ruhen lassen muss, ruft die Nordenhamerin alle Bürger zu einer privaten Lebensmittelsammlung auf. Das Motto lautet: „Hilfe für die Nordenhamer Tafel in Corona-Zeiten.“

Normalerweise wird die Tafel von Verbrauchermärkten mit Lebensmitteln für die Versorgung von bedürftigen Menschen versorgt. Das ist jetzt aber nicht mehr der Fall, da es in Folge der Corona-Pandemie zu Engpässen in den Geschäften kommt. Für Silvia Kerney sind die übertriebenen Vorratseinkäufe ein großes Ärgernis. „Die es wirklich brauchen, bekommen nichts mehr, weil andere im unsinnigen Hamsterkaufrausch die Läden leer räumen“, sagt sie. Vor diesem Hintergrund hat sie sich entschlossen, die Hilfsaktion zugunsten der Tafel zu starten. Und zwar in Absprache mit den Mitarbeitern vor Ort.

Von der Koordinatorin der Ausgabestelle an der Viktoriastraße, Dorette Wittje, erfuhr sie, dass vor allem folgende Lebensmittel benötigt werden: Dosenmilch, Konserven aller Art, Kartoffelpüree, Klöße in Paketen, Fertiggerichte, Bratfett, Zucker, Mehl, Kaffee, Tee, Müsli, Säfte, Nudeln, Reis und Fertigsoßen. Waren, die gekühlt werden müssen, kommen nicht in Betracht.

Wann und wie die Übergabe der gesammelten Einkäufe an die Tafel-Kunden erfolgt, ist noch nicht abschließend geklärt. „Da werden wir aber auf jeden Fall einen Weg finden“, sagt Silvia Kerney, „das Wichtigste ist, überhaupt erst einmal etwas zum Verteilen zu haben.“ Das sieht die Tafel-Koordinatorin sieht Dorette Wittje genauso. Eine Möglichkeit wäre es, zusätzliche Auslieferungstouren zu organisieren.

Wer sich an der Hilfsaktion beteiligen möchte, behält die als Spenden gedachten Einkäufe zunächst bei sich zu Hause. Denn aus Platzgründen kann Silvia Kerney die Waren nicht alle bei sich unterbringen. Sobald genügend Rückmeldungen über gesammelte Lebensmittel bei ihr eingegangen sind, will Silvia Kerney mit Dorette Wittje einen Übergabetermin vereinbaren. Wenn dieser feststeht, werden zwei oder drei Anlaufstellen für die Spender veröffentlicht. Von dort aus soll der Weitertransport zur Tafel erfolgen.

Nicht erwünscht ist es laut Silvia Kerney, dass die Spender die Waren selbst zur Ausgabestelle an der Viktoriastraße bringen. Denn dabei könnte es zu Menschensammlungen kommen, die es aufgrund der Corona-Gefahr zu vermeiden gelte.

Norbert Hartfil
Norbert Hartfil Redaktion Nordenham (Leitung)