14 Punkte aus 17 Spielen, so hatten Sie sich diese Regionalliga-Vorrunde sicher nicht vorgestellt, Herr Schnabel...
Ansgar SchnabelIn den zehn Jahren, in denen ich hier in Jeddeloh bin, kann ich mich nicht daran erinnern, am Ende der Hinrunde jemals so wenig Punkte gehabt zu haben. Die Statistiken und die Leistungen auf dem Platz zuletzt lügen nicht. Vor allem nur ein Punkt aus den vergangenen sechs Partien ist einfach zu wenig. Da kommt natürlich bei uns, den Zuschauern und den Sponsoren Unmut auf.
Woran liegt das schlechte Abschneiden?
SchnabelDas ist nicht so einfach festzumachen. Wir haben eine gute Vorbereitung gespielt, konnten daran aber nicht anknüpfen. Wir haben auch gerade zu Saisonbeginn nicht so viele gute Spiele abgeliefert, wie man es sich vielleicht einbildet, gerade, wenn ich an die Spiele gegen Havelse (2:4, Anmerkung der Redaktion), Altona (0:0) und Lüneburg (3:5) denke. Dort haben wir es bereits verpasst, zu punkten.
Vor der Saison wurden viele junge Spieler verpflichtet. Ist der Kader mit den Aufgaben in der Regionalliga überfordert?
SchnabelFrank (Anmerkung der Redaktion: Frank Claaßen, ebenfalls Sportlicher Leiter beim SSV Jeddeloh) und ich sind für die Kaderzusammenstellung verantwortlich. Wir sind der Meinung, dass der Kader die nötige Qualität hat, um in der Regionalliga zu bestehen und besser zu spielen, als es der Tabellenstand gerade aussagt. Wir haben bewusst junge, talentierte Leute verpflichtet. Aber es ist jetzt nicht so, dass wir eine blutjunge Truppe sind. Shaun Minns, Kevin Samide, Thorsten Tönnies, Bastian Schaffer, Muhittin Bastürk – das sind alles erfahrene Regionalliga-Spieler, nur um ein paar Namen zu nennen.
Liegt es also am Spielsystem?
SchnabelDie Trainer haben die Aufgabe, jedes Wochenende die richtigen elf Spieler mit dem richtigen Matchplan aufzustellen, die auf dem Platz dann alles geben. Dafür stehen Jouke Faber und Olaf Blancke in der Verantwortung. Auch die beiden sind mit den Punkten nicht zufrieden. Spielsystem hin oder her, wenn wir in jedem Spiel die Grundtugenden des Fußballs wie Kampf, Leidenschaft und Teamgeist auf den Platz gebracht hätten, würden wir jetzt mehr Punkte auf dem Konto haben. Auch da müssen sich die Trainer, die Mannschaft und wir uns hinterfragen, warum das nicht immer der Fall gewesen ist.
Faber und Blancke genießen also auch in dieser schwierigen Phase das Vertrauen des Vorstands?
SchnabelWir haben hier in den letzten Jahren sehr viel aufgebaut und tragen alle eine große Verantwortung. Alle wissen, dass wir nur noch einen Zähler vor den Abstiegsrängen stehen und jeden Punkt brauchen. In solchen sportlich schwierigen Phasen wird jedes Spiel ganz genau begutachtet und wir denken, mit Jouke und Olaf die richtigen Trainer gegen Lübeck auf der Bank sitzen zu haben. Wir erwarten von unserer Truppe absolute Leidenschaft auf dem Platz. In den verbleibenden fünf Spielen vor der Winterpause sollten wir schon noch zwei Siege einfahren, um nicht ganz unten reinzurutschen.
Was passiert dann?
SchnabelWir werden im Großen und Ganzen mit diesem Kader auch in das neue Jahr starten, wir haben Vertrauen in die Jungs. Dass man sich von einigen Spielern trennt und die Augen nach Verstärkungen offen hält, ist dabei ganz normal. Aber gestandene Regionalliga-Spieler wollen überzeugt und auch bezahlt werden. So oder so heißt das einzige Ziel für uns in dieser Saison noch der Klassenerhalt. Die 38 Punkte, die man im Vorjahr noch zum Ligaverbleib brauchte, werden in dieser Saison zum Glück wohl nicht nötig sein.
Am Samstag um 16 Uhr kommt der Tabellenzweite, der VfB Lübeck, in die 53acht-Arena. Was ist für den SSV Jeddeloh möglich?
SchnabelWir schenken das Spiel natürlich nicht ab. Im Gegenteil, vielleicht ist Lübeck genau der richtige Gegner. Wir konnten gegen Spitzenteams immer wieder überraschen. Zudem hat Lübeck zuletzt in der Liga auswärts mehrfach verloren. Es ist somit wie immer alles möglich.
