Navigation überspringen
nordwest-zeitung

Nachbarn Kritisieren Neubauprojekt Vor und zurück am Ludwig-Quidde-Weg in Oldenburg

Ohmstede - Ein Wohnhof mit mehr als 40 Wohneinheiten und eine Reihenhausanlage mit sechs Parteien, alles preisgünstig zu vermieten, gern auch an Familien mit mehreren Kindern. Ein Mehrgenerationenhaus war auch geplant, selbstverständlich barrierefrei. Im April 2017 stellte die GSG im Bauausschuss ihre Pläne für den Ludwig-Quidde-Hof vor.

Geschehen ist auf dem Gelände seither nichts. Der Grund: Einige Nachbarn protestierten gegen das aus ihrer Sicht überdimensionierte Bauprojekt zwischen Ludwig-Quidde-Weg/Hochheider Weg und Schellsteder Weg. Mehrfach beschäftigte sich der Bauausschuss mit dem Thema, zuletzt am vergangenen Donnerstagabend. Entschieden wurde wieder nichts.

Pläne mehrfach geändert

Die GSG will nach mehrfach überarbeiteten Planungen jetzt in nur noch einem Baukörper 25 Wohnungen zwischen 45 und 65 Quadratmeter Größe bauen. 60 Prozent davon sollen preisgünstig, also für 6,10 bis 7,50 Euro pro Quadratmeter, vermietet werden. Zwei Varianten präsentierte GSG-Projektleiter Werner Gieselmann dem Ausschuss, eine nördlich auf dem Grundstück gelegene und eine direkt am Ludwig-Quidde-Weg.

Gegen beide regt sich bei den Nachbarn, die sich in der Sitzung zu Wort meldeten, Widerstand. Die einen favorisieren die nördliche Variante, weil der Neubau weiter weg vom Ludwig-Quidde-Weg steht, andere möchten die Einfahrt auf das Grundstück nicht am Hochheider Weg, an einer aus ihrer Sicht gefährlichen Stelle, haben, ein Vater von drei Kindern aus dem Grashornweg favorisiert die südliche Planung, weil seine drei eigenen und die Kinder der Nachbarn den Spielplatz behalten wollen, der bei der Ausführung der nördlichen Planung direkt an den Ludwig-Quidde-Weg verlegt werden würde.

Erhebliche Bedenken

Der Fachdienst Naturschutz/Technischer Umweltschutz hat aus naturschutzfachlicher Sicht erhebliche Bedenken gegen die im Norden des Grundstücks gelegene Planung. Dafür müssten alte Bäume gefällt werden, die stadtbildprägend seien. Durch die Nutzung des nördlichen Parkplatzes am Schellsteder Weg würde sich zudem die Verkehrsbelastung erhöhen und das angrenzende Landschaftsschutzgebiet stärker beeinträchtigt werden. Die Verlegung der Spielfläche an den Ludwig-Quidde-Weg sei aus folgenden Gründen problematisch: Die Spielfläche liegt dann direkt an der Straße und grenzt an Stellplätze an, anstatt geschützt abseits des Verkehrs zu liegen. Damit dürfte sich das Gefährdungsrisiko für spielende Kinder erhöhen.  Durch die Umpflanzung der Spielfläche mit einer Hecke wird die freie Zugänglichkeit merklich eingeschränkt, und sie dürfte eher als unzugängliche Privatfläche wahrgenommen werden und ihre Funktion als öffentliche Spielfläche damit nur eingeschränkt erfüllen.  Freiflächen an Gebäudesüdseiten werden gerne von den Bewohnern für eigene Zwecke genutzt. Dies könnte zu Konflikten führen.

Baudezernent Sven Uhrhan kündigte auf der Suche nach einer Lösung Gespräche an, die die Verwaltung mit der GSG und den Architekten führen wolle. Grünen-Ratsherr Sebastian Beer monierte, dass der Fachdienst Naturschutz/Technischer Umweltschutz die südliche Variante nicht untersucht habe.

Thomas Husmann
Thomas Husmann Redaktion Oldenburg
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Die Mitglieder vom BSV Kickers Emden stimmen am Donnerstagabend für die Ausgliederung der ersten Herren in eine GmbH.

POSITIVES VOTUM Mitglieder geben Grünes Licht für die Kickers-Emden-GmbH – Rießelmann spricht von „Happy End“

Lars Möller
Emden
Stellten die Ausweitung des Konzeptes „Wilhelmshaven sicher“ auf den Busverkehr der Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft vor: (v.li.) Frank Rademacher (Geschäftsführer Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft Wilhelmshaven), Polizeidirektor Heiko von Deetzen, Projektleiter und Polizeihauptkomissar Tim Bachem und Oberbürgermeister Carsten Feist.

POLIZEIPRÄSENZ IM BUSVERKEHR Hausrecht der Polizei stärkt ab sofort Sicherheit in Bussen

Lutz Rector
Wilhelmshaven
Kommentar
Klimaaktivisten der Gruppe „Fridays for Future“ in Saarbrücken werfen Bundeskanzler Scholz vor, bei seinem Besuch in der vom Hochwasser betroffenen Region und in seiner Ansprache „die Klimakrise fahrlässig ausgeblendet“ zu haben.

UMWELTPOLITIK Durch mehr Klimaschutz gibt’s nichts zu verlieren

Jana Wolf Büro Berlin
Eine junge Lehrerin schreibt Mathematikaufgaben an eine Schultafel. Niedersachsen will 390 Schulen im Land nach Sozialindex stärker fördern.

NEUES PROGRAMM FÜR 390 SCHULEN Wie Niedersachsen mehr Bildungsgerechtigkeit herstellen will

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Lara und Philipp Schumacher wollen gemeinsam mit ihren drei Kindern ein neues Leben auf Mallorca beginnen. Dafür bereiten sie seit Jahren alles vor – und der letzte, mehrmonatige Aufenthalt vor der Auswanderung begann mit einem herben Rückschlag.

BETROGEN UND ENTTÄUSCHT Emder Familie kämpft nach Betrug auf Mallorca um ihren Traum

Aike Sebastian Ruhr
Emden