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Diskothek Amadeus In Oldenburg Besteht 30 Jahre Als um 20 Uhr die Disco schon voll war

Oldenburg - Wenn eine Diskothek am helllichten Tag voll beleuchtet auch noch einladend und gemütlich erscheint, müssen die Betreiber alles richtig gemacht haben. Jan Thie (36) und Mirko Schinski (44) sitzen auf Barhockern vor der Musikanlage, an der nachts die Discjockeys für Stimmung unter den Gästen sorgen. Schinski ist im Hauptberuf Fahrer von Reisebussen. Ab und an hilft er als DJ im Amadeus an der Mottenstraße noch aus, Thie ist Betriebsleiter. Das „Ama“, wie es kurz heißt, feiert im November sein 30-jähriges Bestehen.

30 Jahre – das ist in dieser schnelllebigen Zeit etwas Besonderes. Seit sechs Jahren ist Thie Betriebsleiter an der Mottenstraße. Früher, so erzählt er, hatte der Laden ein eher rocklastiges Image. In den Anfangsjahren wurde um 21 Uhr geöffnet, 20 Minuten später waren 200 Leute im Laden. Also wurde schon um 20 Uhr aufgeschlossen – dienstags bis sonntags. Der Gästerekord steht bei 2600 in einer Nacht. „Gegen Mitternacht gingen die ersten und es kam die zweite Schicht“, erzählt Thie schmunzelnd.

Aus heutiger Sicht unvorstellbar. Geöffnet wird mittwochs, freitags und samstags um 23 Uhr, so richtig voll wird es dann gegen 1.30 Uhr. Das Internet hat zu einem völlig veränderten Freizeitverhalten der jungen Leute geführt. Mirko Schinski weiß, wovon er spricht. 1990 hat er als DJ angefangen. Da war er 16 Jahre alt.

Ehemaliger Speicher

In dem ehemaligen Speicher war schon 1986 eine Disco eröffnet worden – allerdings hielt sich der Laden nur ein paar Wochen, erzählt der 44-Jährige. Zwei Jahre später, am 9. November 1988, eröffnete dann das „Amadeus“. Das Publikum ist bunt gemischt – auch vom Alter her. Vom Ruf, eine Teeniedisco zu sein, wollen die beiden nichts mehr hören. Das sei vielleicht mal so gewesen, mittlerweile kämen aber auch ältere Semester, um zu feiern.

Ein guten Ruf in der Szene genießt das Amadeus auch als Ort von Konzertveranstaltungen. „Frittenbude“, „Deichkind“, „Selig“ oder „H-Blockx“ sind nur einige Namen von Bands, die in den vergangenen Jahren dort gastierten und Karriere machten.

„Man muss am Ball bleiben“, blickt Jan Thie in die Zukunft. Die Gäste setzen auf Interaktionen, wollen sich zuhause und in die Nacht eingebunden fühlen, sagt er – was immer das auch heißen mag. Motto-Abende kommen gut an, kleinere Festivals auch – wie zum Beispiel das Headcrash-Festival am Zweiten Weihnachtsfeiertag. „Die Bühne im Amadeus ist total wichtig für die Oldenburger Szene“, sagt Thie selbstbewusst. Mit seiner technischen Ausstattung sei das Amadeus ganz weit vorn. Selbst für einen Filmdreh mit Heike Makatsch diente die Discothek als Kulisse – den Filmtitel hat Thie vergessen. Fragt man ihn nach besonderen Dingen, die sich ereignet haben in den vergangenen 30 Jahren, zieht der 36-Jährige die Schultern hoch: „Es passieren jeden Abend besondere Dinge.“

Die Gäste jedenfalls identifizieren sich zu 100 Prozent mit ihrem „Ama“. Die Crew ist wie eine große Familie, sagt Thie. Die gute Stimmung schlägt auf die Gäste durch, die Abend für Abend, wenn geöffnet ist, gemeinsam durch die Nacht feiern. Oder, um es mit dem verstorbenen Musiker und Star der 80er-Jahre, Falco, zu sagen: „Rock Me Amadeus“.

Konzerte zum Feiern

Den Auftakt der Feiern macht an diesem Freitag ab 19 Uhr ein Konzert mit „ Wilson & Jeffrey“. Eine Woche später, am 9. November, gibt es eine „Ama-Fan-Party“ – Gäste ab 45 haben freien Eintritt.

Thomas Husmann
Thomas Husmann Redaktion Oldenburg
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