Oldenburg - Nach dem Untergang des Börteboots „Marianne“ am Samstag im Küstenkanal dürften die Ermittler wohl bald Klarheit ob der Ursache des plötzlichen Wassereinbruchs haben: Ein Gutachter hat sich nach NWZ-Informationen des 65 Jahre alten Holzbootes bereits angenommen und wird eine entsprechende Auswertung wohl Anfang der kommenden Woche an die Oldenburger Staatsanwaltschaft schicken.

Das sind Oldenburgs Börteboote

Gerade einmal drei Börteboote sind nach Auskunft der Betreiber in Deutschland für den Ausflugstransport von Passagieren zugelassen.

Zwei dieser motorisierten Holzboote – für jeweils bis zu 40 Personen ausgestattet – sind in Oldenburg stationiert: „Marianne“ und „Die Liebe“.

Eine massive Bauweise zeichnet die aus Helgoland bekannten Boote aus, ihre Form mit niedrigem Aufbau ist nahezu einzigartig im Schiffsbau.

Etwa einen Meter Tiefgang haben diese Börteboote.

Eine Attraktion sind sie auch im städtischen Tourismuskalender. Die OTM wirbt gern mit den beliebten Ausflugsfahrten.

An jedem Samstag und Sonntag legen sie stündlich zwischen 13 und 17 Uhr (je nach Tidenverhältnissen) vom Passagieranleger am Stadthafen in der Nähe des Restaurants Schwan ab.

Letztere prüft derzeit, ob ein Verstoß gegen Paragraf 315a – „Gefährdung des Bahn-, Schiffs- und Luftverkehrs“ – vorliegt. Eine Entscheidung fällt wohl erst, wenn alle Details vorliegen. Dazu zählt dann möglicherweise auch eine Zeugenbefragung: Die 27 Passagiere einer Reisegruppe aus Vlotho (NRW), die sich zum Zeitpunkt des Bootsunglücks an Bord befunden hatten, sollen den Ermittlern der Wasserschutzpolizei offenbar noch einmal ihre Eindrücke der Tour schildern.

Bild: Tino Jelken

Bild: Tino Jelken

Auf NWZ-Anfrage bekräftigte ein Gast die Vorwürfe an den Kapitän und wiederholte, dass das Boot zu Fahrtbeginn „mehrfach angeeckt“ sei. Drei Tage nach dem Vorfall scheint dieser bei den überwiegend Über-60-Jährigen nachzuwirken: Einige Mitfahrer hätten „jetzt im Nachhinein doch zittrige Knie“ bekommen, heißt es.

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