Oldenburg - Die Tage der aufgesprühten grünen und gelben Graffiti-Liebesbekundungen an Caro und Maja und all die anderen Herzensdamen sowie der bunten Freundschaftsschlösser sind gezählt. Denn die Vorboten des Neubaus sind schon unterwegs: In dieser Woche sind die Untersuchungen des Baugrunds angelaufen – für eine neue Huntebrücke und eine neue Brücke an der Anschlussstelle Hafen über die Holler Landstraße. Beauftragt wurde mit den Untersuchungen das Spezialunternehmen Vulhop+Becker aus Rastede.
Ganz grob geschätzt um die 50 Millionen Euro dürfte alleine die Huntebrücke kosten, die Rede ist von einem „mittleren zweistelligen Millionenbetrag“. Bei einem günstigen Planungsverlauf ist „mit einem Baubeginn Mitte 2021 zu rechnen“, sagte Ansgar Behrens, Fachbereichsleiter Planung und Projektleiter der Straßenbaubehörde, am Dienstag. Geplant wird die vollständige Erneuerung des Autobahnabschnitts 130 von der Anschlussstelle Hafen bis zur Anschlussstelle Ohmstede mit den beiden Brücken vom Bund, vertreten durch den Oldenburger Geschäftsbereich der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr – in Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde.
Die gute Nachricht: Es werden voraussichtlich keine längerfristigen Vollsperrungen dafür nötig sein, weil – ähnlich wie gerade schon bei der Brücke über die Alexanderstraße auf der A 293 – zuerst die eine Seite und dann die andere Seite abgerissen und neu gebaut werden soll: „Die beiden Bauwerke stehen stramm nebeneinander, wir planen das wie an der Alexanderstraße, für den Verkehr soll immer mindestens eine Spur offen sein“, sagte Behrens. Immerhin fahren 33 400 Kraftfahrzeuge am Tag über die Brücke, davon 3700 Lkw (Stand 2015/Zählung alle fünf Jahre).
Bei den Baugrunduntersuchungen, die vier bis sechs Wochen dauern sollen, wird die Schichtlage, Mächtigkeit und Stabilität des Boden geprüft, auch mit Hilfe einer Drucksonde. Nach aktuellem Stand spricht zumindest vieles dafür, dass auch die Pfeiler der Brücken vermutlich erneuert werden müssen.
Der Hintergrund der Pläne: Die rund 40 Jahre alten Bauwerke müssen ersetzt werden, weil sie durch die sogenannte Nachrechnung als nicht zukunftsfähig eingestuft wurden (Prognosen für 2030). Denn die heutigen Belastungen durch den Verkehr haben sich gegenüber den damaligen Annahmen deutlich erhöht.
Und es gibt einen weiteren Hintergrund: Dass die Nordumfahrung einschließlich Osttangente und A 293 ertüchtigt wird, zielt auch auf weitere, notwendige Maßnahmen und deren Folgen ab. Denn innerhalb der nächsten zehn bis 15 Jahre werden voraussichtlich auch größere Erneuerungen an der A 28 nötig. „Da muss viel passieren“, sagte Behrens. Um die Folgen dieser Arbeiten für den Verkehr abzufangen, ist eine stabile Nordstrecke nötig.
