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nordwest-zeitung

Fußballbezirk Weser-Ems Auf Jugendteams warten längere Fahrten

Manfred Mietzon

Oldenburg - Die Bezirksligen im Jugendfußball werden neu strukturiert. „Wir spüren den demografischen Wandel mit aller Macht. In einigen Bezirken haben wir einfach zu wenige Vereine, die mit ihren Jugendmannschaften leistungsorientierten Fußball spielen wollen oder können“, begründet Kurt Rietenbach, Vorsitzender des Jugendausschusses des Fußballbezirks Weser-Ems die Entscheidung.

Gerade in den Fußballkreisen Ostfriesland und Jade-Weser-Hunte ist der Rückgang bei den gemeldeten Jugendmannschaften deutlich spürbar, deshalb betrifft die Neuordnung in erster Linie diese beiden Kreise. Die Bezirke III (Emsland) und IV (Osnabrück-Stadt, Osnabrück-Land, Bersenbrück) bleiben von der Neustrukturierung unberührt.

Sollstärke von 12 Teams

Bereits vor zwei Jahren hatte der Bezirksvorstand die Debatte angestoßen, auf einer Sitzung im Mai wurde die neue verbindliche Staffeleinteilung den Clubs vorgestellt. Nach einer Übergangsphase sollen alle Bezirksligen der A-, B- und C-Junioren eine Sollstärke von zwölf Mannschaften haben. Die A- und B-Junioren aus der Wesermarsch, dem Ammerland und der Stadt Oldenburg spielen ab der neuen Saison in Emden, Krummhörn oder Leer und nicht mehr in Cloppenburg, Vechta oder Delmenhorst. Die Fußballkreise Cloppenburg, Vechta und Oldenburg-Land/Delmenhorst bekommen ihre eigene Bezirksliga.

Diese regionale Neuaufteilung wird auch bei den C-Junioren angewendet. Sie werden aber im Bereich der Bezirksliga I in einer Ost- und einer Weststaffel spielen. In der Weststaffel sind die Mannschaften aus Ostfriesland einsortiert, in der Oststaffel die aus dem Fußballkreis Jade-Weser-Hunte. Bis zur letzten Saison hatten die Mannschaften aus den alten Kreisen Ammerland, Oldenburg-Stadt und Wesermarsch auf Bezirksebene zusammen mit den Teams aus den Kreisen Cloppenburg, Vechta und Oldenburg-Land/Delmenhorst in einer Liga gespielt (Bezirksliga II). Die Mannschaften aus den alten Kreisen Friesland und Wilhelmshaven spielten auf Bezirksebene mit den Teams aus Ostfriesland in den Bezirksligen I.

„Auch wir in den Vereinen spüren den demografischen Wandel seit einiger Zeit. Zudem hat sich das Freizeitverhalten der Jugendlichen stark geändert. Unsere Trainer müssen auch Animateure und Erziehungsberechtigte sein. Wir stellen uns diesen Aufgaben“, sagt Lars Bechstein, Jugendfußballobmann des SV Brake. Für die Braker ist die Neuordnung der Bezirksligen kein großes Problem. „Unsere A- und B-Junioren spielen ja fast immer in der Landesliga, die längeren Fahrten zu den Auswärtsspielen sind deshalb für uns kein Problem“, meint er. Nur die Sollstärke der Ligen und Staffeleinteilung bei den C-Junioren stört ihn. „In der Weststaffel spielen acht Mannschaften, bei uns im Osten neun. Das sind einfach zu wenige Spiele für die Jungs. Es sollten schon 14 Mannschaften in einer Liga spielen“, fordert Bechstein.

Kosten steigen

„Für die Vereine in Oldenburg steigen jetzt die Kosten. Wir haben zwar einen Kleinbus. Trotzdem brauchen wir Eltern, die die Jungs zu Auswärtsspielen fahren. Für die Fahrt nach Emden braucht man einfach mehr Zeit als nach Wildeshausen“, sieht Heino Boltes, Jugendfußballobmann des GVO Oldenburg, auch Nachteile der Neustrukturierung. In einem Punkt ist Boltes aber einer Meinung mit Bechstein, auch er wünscht sich für die Ligen eine Sollstärke von 14 Mannschaften.

Die Neustrukturierung im Juniorenbereich könnte zudem auch ein Fingerzeig für eine Neuordnung im Männerbereich sein. Nach NWZ-Informationen streben die Verantwortlichen des Fußballkreises Oldenburg-Land/Delmenhorst die Auflösung der bisherigen Bezirksliga II an. Sie wollen mit ihren Mannschaften in Zukunft mit denen aus den Kreisen Cloppenburg und Vechta in der Bezirksliga IV spielen.

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