Oldenburg/Hatten - Das Handy klingelt. Mal wieder. Diesmal ist die Polizei dran für ein paar Absprachen. „300 bis 400 Mal am Tag“, schätzt Jan Meiners, hört er seinen Klingelton. Als Veranstalter des Tabularaaza-Festivals vor den Toren Oldenburgs hat er derzeit viel zu organisieren.
Die ersten Pagodenzelte für Verkaufsstände und zahlreiche Toilettenhäuschen stehen bereits auf dem gerodeten Feld in Wiemerslande (Gemeinde Hatten). Demnächst werden die Bühnen aufgebaut. Wie genau das Festivalgelände am Ende aussehen wird, soll aber eine Überraschung für die Besucher bleiben. Die NWZ erhält einen letzten exklusiven Einblick in die Vorbereitungen. Das Privatgelände ist für Besucher gesperrt und mit blickdichten Zäunen abgegrenzt.
Wenn Meiners nicht Kilometer auf dem Gelände abreißt, um hier und dort den Aufbau zu überwachen, sitzt er in seiner kleinen Schaltzentrale: Auf der Auffahrt seines Privathauses, das direkt am Festivalgelände liegt, steht ein uralter Wohnwagen, der als Mini-Büro dient. „Haasis Bau“ versprüht mit seinem dunklen Mobiliar und den durchgesessenen Polstern zwar sehr rustikalen Charme. Aber er erfüllt seinen Zweck und eine mobile Klimaanlage hält sogar die Temperaturen erträglich.
„Haasi“ ist übrigens so etwas wie das Maskottchen des Festivals. Er ziert das Tabularaaza-Logo, und alle Nachrichten in den sozialen Netzwerken werden von ihm unterzeichnet. „Wir kamen darauf, weil wir auf dem Veranstaltungsgelände sehr viele Hasen beobachtet haben“, erzählt Meiners, bevor er wieder ans Telefon muss.
Zehn Leute, vor allem Freunde und Familie, gehören zum Vorbereitungsteam. Am 3. August, wenn 20 000 Besucher zum Festival kommen, werden hier 800 Menschen arbeiten. Rund zwei Wochen wird danach die Nachbereitung dauern, dann könnte Meiners eigentlich sein Handy erst einmal wegstecken. Wenn da nicht dieses nächste Großereignis wäre: Fünf Wochen nach dem Tabularaaza wollen er und seine Frau ihre Hochzeit nachfeiern.
Meine Lieblingstasse
„Ich war zu meinem 30. Geburtstag mit meiner Frau in Prag und sie hat beim Bummeln im Augenwinkel diese Tasse im Schaufenster entdeckt. Der kleine Maulwurf war als Kind meine absolute Lieblingsserie. Das wäre doch genau die richtige Tasse, um daraus meinen Tee oder Kakao zu genießen, sagte sie. Seit dem ist das meine Gute-Laune-Frühstücks-Tasse.“
Meine Lieblingsplatz
„Dort, wo beim Festival die Urban Stage stehen wird, ist das Feld leicht erhöht. Von dort aus hat man einen tollen Überblick über das gesamte Festivalgelände und kann jeden Tag den Fortschritt beim Aufbau begutachten. Wir haben aber auch eine Kamera installiert, die von Anfang Fotos gemacht hat und dies auch bis zum Abbau tun wird. Am Ende werden wir eine tolle Zeitraffer-Aufnahme zusammen haben.“
Dafür stehe ich nachts auf
„Wenn ich irgendwo Musik auflege, weil ich zum Beispiel in einem Club als DJ gebucht bin. Dann gehört das nächtliche Aufstehen natürlich dazu. Auch wenn Freunde von mir irgendeine Art von Hilfe benötigen, bin ich zu jeder Zeit für sie da. Oder wenn es – wie in diesen Tagen – sehr heiß ist. Dann stehe ich auch schon mal auf und fahre zur nächsten Tankstelle, um für mich und meine Frau ein Eis zu holen.“
Das macht mir Freude
„Zeit mit meinen Freunden und meiner Familie zu verbringen, macht mir Freude. Auch dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte, ist natürlich toll. Und nun ist es großartig zu sehen, wie das, woran wir zwei Jahre lang gesessen und geplant haben, das aber bisher nur auf dem Papier existierte, mit dem Aufbau Stück für Stück Realität wird. Jeden Morgen, wenn ich aufstehen und aus dem Schlafzimmerfenster gucke, bin ich beeindruckt von dem, was da passiert.“
Das macht mir Sorgen
„Schlechtes Wetter wäre natürlich stimmungsmäßig für das Festival nicht ideal. Und wir hoffen, dass wir das zeitlich hinbekommen, dass alle 57 Künstler pünktlich zu ihren jeweiligen Auftritten auf der Bühne stehen. Wenn es zum Beispiel Probleme mit Flügen gibt, müssen wir umdisponieren. Aber eigentlich sind wir auf alles sehr gut vorbereitet und alles ist durchorganisiert, so dass ich mir im Grunde keine großen Sorgen mache, dass wir das nicht hinbekommen.“
Das mag ich an der NWZ
„Mir sind vor allem die regionalen Nachrichten wichtig. Ich bin Online-Leser und finde es gut, dass man auch über die sozialen Netzwerke schnell an Informationen aus der Region kommt. Was ich gar nicht lese sind Berichte aus dem Sportteil. Da hab ich persönlich noch nie großes Interesse dran gehabt.“
