Oldenburg - Anfangs waren sie noch zu elft. Jetzt sind es nur noch sechs Teilnehmer, die sich im Wettkampf um den Titel Mr. Gay Germany befinden. Einer von ihnen ist Joel Schiliro. Der 24-jährige Oldenburger konnte sich im Vorentscheid gegen seine Konkurrenten behaupten und steht jetzt im Finale des Wettbewerbes.
Fotoshooting und Test
Am Freitag, 13., und Samstag, 14 Dezember, ist es so weit: Die verbliebenen sechs Teilnehmer treten in Köln gegeneinander an und müssen sich dabei verschiedenen Herausforderungen stellen. „Dazu gehören Fotoshootings, die Präsentation von Kleidung, ein Radiointerview, Klickzahlen in den sozialen Medien und auch ein schriftlicher Test zur Gay-Community in englischer Sprache. Schließlich qualifiziert man sich mit dem Titel auch für den Wettbewerb zum Mr. Gay Europe“, berichtet Schiliro.
Seine größte Hoffnung aber setzt er in seine Kampagne. „Ursprünglich habe ich mich für homosexuelle Paare stark gemacht, die Kinder adoptieren wollen, denn das ist alles andere als einfach“, beschreibt der 24-Jährige seinen Einsatz. Mittlerweile habe er die Kampagne aber erweitert und konnte damit bei der Jury im Vorentscheid punkten.
Wer mehr über Joel Schiliro und seine Kampagne erfahren möchte, hat mehrere Möglichkeiten.
Auf seiner Facebookseite Familienväter informiert er über seine Kampagne.
Bilder von Joel Schiliro gibt es auch über seinen Instagram-Account mrgaygermany.
Akzeptanz und Toleranz
„Den Juroren haben meine Kampagnen-Ideen besonders gut gefallen. Deshalb soll es jetzt auch um Akzeptanz und Toleranz für Regenbogenfamilien gehen“, beschreibt er weiter. Gemeint sind damit Familienmodelle, in denen Kinder bei zwei gleichgeschlechtlichen Partnern leben und aufwachsen. „Es gibt noch zu viele Vorurteile in den Köpfen der Menschen zu diesem Thema. Die will ich mit der Kampagne abbauen“, ist der Wunsch von Schiliro, der sich während des Wettbewerbes, der jetzt schon seit einigen Wochen läuft, immer treu geblieben ist.
„Mir geht es um Inhalte, nicht darum, das Model zu spielen“, sagt der Oldenburger. Deshalb habe er es auch energisch abgelehnt, als eine große Zeitung ihn in Unterwäsche vor dem Oldenburger Schloss ablichten wollte. „Das ging mir zu weit, ich wollte nicht billig wirken“, sagt der gelernte Marketing- und Event-Manager. Solche oder noch freizügigere Bilder würden für ihn nicht infrage kommen.
Sympathische Konkurrenz
Einigermaßen gut dagegen scheint er auf den aktuellen Bildern des Mr. Gay-Instagram-Accounts wegzukommen: Hier sind Porträts der verbliebenen sechs Teilnehmer in regenbogen-farbenen Jacken zu sehen. Mit 140 Gefällt-mir-Angaben ist er in diesem Vergleich knapp auf dem dritten Platz. Seine Konkurrenten fürchtet Schiliro aber nicht. „Wir haben uns im Vorentscheid kennengelernt und waren uns alle sehr sympathisch“, erinnert er sich.
Bei dem ersten Treffen der Kandidaten habe er tolle Kontakte knüpfen können und neue Freunde gefunden, die ihn auch unterstützen. „Ansonsten stehen meine Familie, Freunde und auch Arbeitskollegen hinter mir, die finden toll, was ich mache“, sagt Joel Schiliro.
