Oldenburg - Nachdem sich zum 1. Januar die Baum-Gruppe mit Sitz in Hannover von 912 Wohnungen in Oldenburg getrennt hat, waren viele Mieter in Sorge. Wie wird es weitergehen? Gibt es eine Mieterhöhung? Da die Mieter über den Wechsel erst spät informiert wurden, gab es Spekulationen. Eine Mieterin befürchtete sogar, dass nach dem Verkauf Zwangssanierungen dazu führen könnten, dass sie sich die Miete nicht mehr leisten könnte (NWZberichtete).
Die Wohnungen wurden durch die LEG-Gruppe aus Düsseldorf übernommen. Die Befürchtung einer Zwangssanierung haben sich zumindest im Gebäude an der Emil-Nolde-Straße nicht bewahrheitet. Auch die befürchtete Mieterhöhung blieb aus. Der Verwandte einer Mieterin bemängelt jetzt allerdings die Beschaffenheit des Gebäudes. „Die Treppenhäuser sind in einem katastrophalen Zustand“, sagte er der NWZ. Sie seien dreckig, die Farbe platze von den Wänden und auch die Fenster werden nicht gereinigt, sagt er.
„Der Zustand hat sich derart verschlechtert“, sagt der Oldenburger mit Blick auf die Übernahme. Für die Beschaffenheit des Hauses hält er derzeit die Miete von sieben Euro pro Quadratmeter für zu hoch.
Laut der LEG-Gruppe habe sich an der Bewirtschaftung des Hauses, das in der Nähe der Käthe-Kollwitz-Straße steht, noch nichts geändert. Mit der Übernahme der Gebäude habe das Unternehmen die für die Reinigung beauftragten Firmen übernommen. Als neuer Eigentümer wolle man zunächst die Gesamtsituation und den Optimierungsbedarf analysieren. „Erst dann gehen wir in die Umsetzung, beauftragen konkrete Maßnahmen und tätigen Investitionen“, erklärt der Sprecher der LEG-Gruppe, Mischa Lenz.
Mit der Situation in dem Haus sei man bisher zufrieden: „Grundsätzlich ist es so, dass die Firma jeweils in einer Woche das Treppenhaus fegt und in der jeweils folgenden Woche wischt und fegt – immer im Wechsel“, so Lenz. „Unser vor Ort tätiger Objektbetreuer ist mit der Arbeit nach eigener Schilderung bislang sehr zufrieden.“ Aktuell habe es auch noch keine Beschwerden gegeben.
Ob allgemeine Änderungen mit der Übernahme Anfang Januar auf die Mieter zu kommen, bleibt erstmal offen. Nach Angaben der LEG-Gruppe werde an einem Investitionsplan gearbeitet. „Dabei wird es dann mitunter sicherlich auch um die Treppenhäuser gehen.“ Die betroffenen Mieter sollen über die Planungen informiert werden.
Dabei sollen die Quartiere nicht über einen Kamm geschert werden, sagt Lenz. „An einkommensstärkeren Standorten haben die Mieter oft höhere Ansprüche an ihr Zuhause, so dass wir dort mehr modernisieren sollten als an einkommensschwächeren Standorten, wo wir mit Blick auf die Kosten eher behutsam vorgehen.“
Die 912 Wohnungen, unter anderem in Nadorst und Osternburg, gehören zu einem Immobilienpaket aus rund 2200 Wohn- und 30 Gewerbeeinheiten, das die Baum-Gruppe im November an das Wohnungsunternehmen LEG veräußert hatte. Weitere Immobilien befinden sich nach LEG-Angaben in Bremen, Delmenhorst und Cuxhaven. Erst vor rund zehn Jahren waren die Immobilien von der GSG Bau- und Wohngesellschaft an die Baum-Gruppe verkauft worden.
