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Kultdisco Renaissance In Oldenburg Partybild mit Puhdys weckt Erinnerung

Chelsy Haß

Oldenburg - In den vergangenen Tagen ist Astrid Müller-Ruge oft angesprochen worden. „Mensch, das bist doch du“, oder „Astrid, ich hab’ dich in der Zeitung gesehen“, hieß es beim Einkaufen und in den Sozialen Medien. Grund dafür ist ein fast 40 Jahre altes Foto, das jetzt in der NWZ veröffentlicht worden ist. Dabei ging es um Kultorte in Oldenburg und die aktuelle Ausstellung des Stadtmuseums, die sich damit auseinandersetzt.

„Ich hätte niemals gedacht, dass mich so viele Leute wiedererkennen. So sehe ich doch gar nicht mehr aus“, sagt die Oldenburgerin. Damals – im April 1980 tanzte Müller-Ruge in der Kult-Diskothek Renaissance zu der Musik der DDR-Band „Die Puhdys“. 17 Jahre alt war sie zu dem Zeitpunkt und machte eine schulische Ausbildung zur Kinderpflegerin. Wenn die heute 56-Jährige an die Zeit zurückdenkt, in der sie in der Diskothek an der Alexanderstraße auf der Bühne tanzte, kommen viele Erinnerungen hoch.

„3,50 Mark hat der Eintritt gekostet. Ich hatte kein Geld und hab’ mich den ganzen Abend an ein einziges Bier geklammert“, sagt Müller-Ruge. Vor allem an den Auftritt der Puhdys kann sie sich noch gut erinnern. „Ich hab’ gemerkt, dass ich fotografiert wurde, und bekam dann von Peter Kreier, dem Fotografen, der für die NWZ arbeitete, einen Abzug“, sagt die Oldenburgerin.

Um 20 Uhr rappelvoll

Nicht nur im Renaissance, auch im Alhambra, Etz (Etzhorner Krug), Ede Wolf, Amadeus oder in der Metro verbrachten Müller-Ruge und ihre Freunde die Abende. „Da gab es die verschiedenen Gruppen an Leuten, die sich zusammengefunden haben – die Punks oder die Popper“, erklärt sie. Ihr Freundeskreis habe eher zu den Alternativen gehört. „Freitags und mittwochs sind wir tanzen gegangen. Und am nächsten Tag musste ich arbeiten“, erinnert sich Müller-Ruge. Schon um 20 Uhr sei es rappelvoll gewesen. Freiheit, Gelassenheit, Glück – all das habe sie beim Tanzen und Feiern empfunden. „Es kommt mir nicht so vor, dass das schon so lang her ist“, sagt die 56-Jährige.

Wie viel Zeit vergangen ist, wird ihr bewusst, wenn sie durch die Ausstellung im Stadtmuseum läuft. An einer Wand hängen Fotos des alten Huntebades, an das sich Müller-Ruge noch genau erinnert. Auf einem anderen erkennt sie Leute wieder, die man als Oldenburger einfach kennt. „Ach, das ist verrückt. Ist das Emil Penning?“, fragt sie und zeigt auf ein Foto, das an einer Ausstellungswand hängt. „Dem gehörte das Tiffanys. Den haben wir früher oft durch die Stadt laufen sehen.“

Oldenburger erinnert sich

Ähnlich wie Astrid Müller-Ruge geht es vielen Oldenburgern, wenn sie an vergangene Zeiten und Kultorte denken. So erinnert sich der Oldenburger Herwig Dust beispielsweise an das Montparnasse an der Baumgartenstraße und an das Ende der 1960er Jahre: „Meine Frau Lilo und ich waren dort Stammgäste und fühlten uns dort sehr wohl. Eine beleuchtete Tanzfläche, tolle Musik und tanzen, tanzen, tanzen.“

Die Ausstellung „Kult! Angesagte Orte in Oldenburg“, ist bis zum 1. März im Stadtmuseum zu sehen. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet drei Euro. Am 3. November, 11 Uhr, und am 6. November, 12.30 Uhr, finden Führungen statt, bei denen es auf Entdeckungstour zu Oldenburgs Kurorten geht.

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