Oldenburg - Das Ergebnis ist ermutigend: „Pflege und Chirurgie haben bislang durchweg die Noten 1 oder 2 bekommen“, freut sich Prof. Dr. Norbert Senninger. Der Rücklauf sei phänomenal hoch. „Er liegt bei 100 Prozent, alle Patienten haben mitgemacht. Das habe ich noch nie erlebt!“
Der kommissarische Chef der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie im Klinikum Oldenburg hat im Januar zusammen mit seinem Stellvertreter Dr. Wolfgang Probst und Studenten einen Fragebogen für Patienten eingeführt. Als Dankeschön erhält jeder, der mitmacht, eine Grüne Notfalldose für alle wichtigen Notfalldokumente. Die positiven Rückmeldungen der ersten drei Monate wertet der 66-Jährige als Bestätigung für die guten Leistungen seines Teams. „Darauf kann die Mannschaft stolz sein. Wir sind so etwas wie eine Vorzeigeabteilung im Klinikum.“
Die Fragebogen weisen allerdings auch schlechte Noten aus. So bewerteten die Patienten das Verfahren bei der Aufnahme ins Krankenhaus „mit 4 oder sogar 5“, sagt Senninger. Die Abläufe, bis ein Patient auf der Station sei und ärztlich und pflegerisch betreut werde, seien „zögerlich und zum Teil unprofessionell“. „Die Probleme sind erkannt, und das Haus arbeitet intensiv an Lösungen“, berichtet der Chefarzt, der im November die verwaiste Klinikleitung übernommen hat.
Personelle und räumliche Engpässe sind nach seiner Einschätzung Hauptursache. Der Vorstand sei grundsätzlich bereit, mehr Pflegepersonal einzustellen. „Aber es gibt keine Leute.“ Um die Abläufe in der Aufnahme zu verbessern, sei auch an die Erweiterung der räumlichen Kapazitäten zu denken.
Komplexe Operationen
Ebenso erfreulich wie die Patienten-Bewertungen für die Chirurgie und die Pflege in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie sind nach Senningers Worten die steigende Zahl der Patienten und die Komplexität der Operationen. 25 Patienten habe er bei seinem Amtsantritt in der Klinik vorgefunden. „Jetzt sind wir bei etwa 50.“
Der Anstieg der – komplexeren – Magen- und Speiseröhren-OPs belege das Vertrauen der Patienten in die Klinik. Diese wirtschaftlich betrachtet bedeutenderen Eingriffe wirkten sich auch positiv auf die Erlöse der Klinik aus. Der sogenannte Case Mix Index (CMI), der die durchschnittliche Schwere der Patientenfälle misst, sei deutlich gestiegen. „Der Wert schwankt. Nach 1,4 Ende vergangenen Jahres und einem zwischenzeitlichen Anstieg auf 2,9 liegen wir jetzt bei knapp 2,0.“ Zum Vergleich: Chirurgische Kliniken in nicht-universitären Häusern wiesen durchschnittlich einen CMI zwischen 1,2 und 1,8 auf.
Der Klinikchef freut sich über diese Aufwärtsentwicklung – trotz schwieriger Rahmenbedingungen. Seine Abteilung habe ein Drittel aller Betten an andere Abteilungen abgeben müssen. Nur 60 Prozent der OP-Kapazitäten stünden zur Verfügung. „Als gravierendste Maßnahme muss zunächst bis Herbst eine ganze chirurgische Abteilung im Klinikum wegen fehlender Pflegekräfte schließen.“
Kein Wachstum möglich
Trotzdem: Senninger sieht optimistisch nach vorn. Krankenschwestern blieben nach ihrer Ausbildung vermehrt in der Klinik. Ein Grund für diese Entwicklung liege im „sehr guten Arbeitsklima“ zwischen Ärzten und Pflegern. „Ich hoffe, dass sich die guten Erfahrungen herumsprechen.“
Der Chefarzt macht nach eigenen Worten „Druck, dass die Probleme gelöst werden“. Sein Team sei zwar in der Lage, alle Aufgaben zu meistern und die Klinik effizient zu bewirtschaften. „Aber Wachstum ist so nicht möglich.“
Das Team habe in den vergangenen Monaten hervorragende Fortschritte erreicht und Selbstvertrauen zurückerlangt. „Die interne Struktur der Klinik hat sich dramatisch verbessert – auch über das hinaus, was die Zahlen sagen.“
Die schnelle positive Entwicklung der ersten beiden Monate nach dem Amtsantritt habe sich „leider verlangsamt“, gehe aber „in die richtige Richtung“. Um durchgreifendere Erfolge zu erzielen, sei „ein halbes Jahr zu wenig“, sagt Senninger, dessen Vertrag Ende August ausläuft.
Wie es dann weitergehe, hänge von der Suche nach einem neuen Klinikchef ab. Die Gespräche liefen. Was dem erfahrenen Chirurgen am wichtigsten ist: Das Prinzip der „bedingungslosen Zuwendung zum Patienten“ müsse fortgesetzt werden.
Oldenburg - Das Ergebnis ist ermutigend: „Pflege und Chirurgie haben bislang durchweg die Noten 1 oder 2 bekommen“, freut sich Prof. Dr. Norbert Senninger. Der Rücklauf sei phänomenal hoch. „Er liegt bei 100 Prozent, alle Patienten haben mitgemacht. Das habe ich noch nie erlebt!“
Der kommissarische Chef der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie im Klinikum Oldenburg hat im Januar zusammen mit seinem Stellvertreter Dr. Wolfgang Probst und Studenten einen Fragebogen für Patienten eingeführt. Als Dankeschön erhält jeder, der mitmacht, eine Grüne Notfalldose für alle wichtigen Notfalldokumente. Die positiven Rückmeldungen der ersten drei Monate wertet der 66-Jährige als Bestätigung für die guten Leistungen seines Teams. „Darauf kann die Mannschaft stolz sein. Wir sind so etwas wie eine Vorzeigeabteilung im Klinikum.“
Die Fragebogen weisen allerdings auch schlechte Noten aus. So bewerteten die Patienten das Verfahren bei der Aufnahme ins Krankenhaus „mit 4 oder sogar 5“, sagt Senninger. Die Abläufe, bis ein Patient auf der Station sei und ärztlich und pflegerisch betreut werde, seien „zögerlich und zum Teil unprofessionell“. „Die Probleme sind erkannt, und das Haus arbeitet intensiv an Lösungen“, berichtet der Chefarzt, der im November die verwaiste Klinikleitung übernommen hat.
Personelle und räumliche Engpässe sind nach seiner Einschätzung Hauptursache. Der Vorstand sei grundsätzlich bereit, mehr Pflegepersonal einzustellen. „Aber es gibt keine Leute.“ Um die Abläufe in der Aufnahme zu verbessern, sei auch an die Erweiterung der räumlichen Kapazitäten zu denken.
Komplexe Operationen
Ebenso erfreulich wie die Patienten-Bewertungen für die Chirurgie und die Pflege in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie sind nach Senningers Worten die steigende Zahl der Patienten und die Komplexität der Operationen. 25 Patienten habe er bei seinem Amtsantritt in der Klinik vorgefunden. „Jetzt sind wir bei etwa 50.“
Der Anstieg der – komplexeren – Magen- und Speiseröhren-OPs belege das Vertrauen der Patienten in die Klinik. Diese wirtschaftlich betrachtet bedeutenderen Eingriffe wirkten sich auch positiv auf die Erlöse der Klinik aus. Der sogenannte Case Mix Index (CMI), der die durchschnittliche Schwere der Patientenfälle misst, sei deutlich gestiegen. „Der Wert schwankt. Nach 1,4 Ende vergangenen Jahres und einem zwischenzeitlichen Anstieg auf 2,9 liegen wir jetzt bei knapp 2,0.“ Zum Vergleich: Chirurgische Kliniken in nicht-universitären Häusern wiesen durchschnittlich einen CMI zwischen 1,2 und 1,8 auf.
Der Klinikchef freut sich über diese Aufwärtsentwicklung – trotz schwieriger Rahmenbedingungen. Seine Abteilung habe ein Drittel aller Betten an andere Abteilungen abgeben müssen. Nur 60 Prozent der OP-Kapazitäten stünden zur Verfügung. „Als gravierendste Maßnahme muss zunächst bis Herbst eine ganze chirurgische Abteilung im Klinikum wegen fehlender Pflegekräfte schließen.“
Kein Wachstum möglich
Trotzdem: Senninger sieht optimistisch nach vorn. Krankenschwestern blieben nach ihrer Ausbildung vermehrt in der Klinik. Ein Grund für diese Entwicklung liege im „sehr guten Arbeitsklima“ zwischen Ärzten und Pflegern. „Ich hoffe, dass sich die guten Erfahrungen herumsprechen.“
Der Chefarzt macht nach eigenen Worten „Druck, dass die Probleme gelöst werden“. Sein Team sei zwar in der Lage, alle Aufgaben zu meistern und die Klinik effizient zu bewirtschaften. „Aber Wachstum ist so nicht möglich.“
Das Team habe in den vergangenen Monaten hervorragende Fortschritte erreicht und Selbstvertrauen zurückerlangt. „Die interne Struktur der Klinik hat sich dramatisch verbessert – auch über das hinaus, was die Zahlen sagen.“
Die schnelle positive Entwicklung der ersten beiden Monate nach dem Amtsantritt habe sich „leider verlangsamt“, gehe aber „in die richtige Richtung“. Um durchgreifendere Erfolge zu erzielen, sei „ein halbes Jahr zu wenig“, sagt Senninger, dessen Vertrag Ende August ausläuft.
Wie es dann weitergehe, hänge von der Suche nach einem neuen Klinikchef ab. Die Gespräche liefen. Was dem erfahrenen Chirurgen am wichtigsten ist: Das Prinzip der „bedingungslosen Zuwendung zum Patienten“ müsse fortgesetzt werden.

