Oldenburg/Neusüdende - Der tagelange Regen hatte dem Vorbereitungsteam große Probleme gemacht. Noch am Donnerstagnachmittag wurde in Windeseile die Zufahrt zum Baulager der Bahn bei Neusüdende und der Bereich rund um das große Festzelt geschottert. Am Freitag selbst überraschte Sonnenschein die mehr als 100 Teilnehmer des Festakts anlässlich des Spatenstichs für das 250-Millionen-Projekt Ausbau der Bahnstrecke Oldenburg-Rastede.

Enak Ferlemann, Staatssekretär aus dem Bundesverkehrsministerium, ließ seinem Unverständnis über den Oldenburger Widerstand gegen den Ausbau freien Lauf. Die Kritik wäre verständlich, wenn sich der Güterverkehr „verhundertfachen“ würde, so Ferlemann. Dabei würde die Strecke selbst bei einem Hafenausbau, von dem bisweilen die Rede sei, ausreichen.

Ausdrücklich stellte sich der CDU-Politiker hinter die Kritik des Fahrgast-Verbands Pro Bahn, der am Tag zuvor via Pressemitteilung einen zügigen Ausbau gefordert hatte und der Stadt aufgrund ihres Rechtsstreits mit der Bahn „Kirchturmpolitik“ vorhält.

Eine Kritik, die der Vorsitzende des Bahnausschusses der Stadt Oldenburg, Ratsherr Hans-Henning Adler (Linke/Piraten), nicht auf sich sitzen ließ. Die Stadt behindere den Ausbau nicht, konterte Adler – ebenfalls via Pressemitteilung. Die Bahn gebe Steuergelder aus und sollte zurückhaltend agieren. Sonst gehe es ihr wie dem Bundesverkehrsminister mit der gescheiterten Pkw-Maut, der hunderte Millionen ausgegeben habe, bevor die endgültige gerichtliche Entscheidung getroffen wurde, kritisierte Adler. Das Bundesverwaltungsgericht habe die Erfolgsaussichten der Klage ausdrücklich offen gelassen und auf die Komplexität des Rechtsstreits hingewiesen.

Dass die Stadt auch vom Land keine Rückendeckung erhält, machte das Grußwort von Staatssekretär Berend Lindner, Wirtschaftsministerium in Hannover, deutlich. Er übermittelte Grüße der Landesregierung; man freue sich über das Bauprojekt. OB Jürgen Krogmann hatte den Festakt als „unpassend“ kritisiert.

Für Freitagnachmittag hatte die Bahn zu einem Bürgerfest eingeladen. Vor allem aus Bürger aus der Rastede und Ofenerdiek informierten sich am Info-Mobil über die Arbeiten, stärkten sich am Büffet und kamen ins Gespräch.

Christoph Kiefer
Christoph Kiefer Reportage-Redaktion (Chefreporter)