Oldenburg - Die Deutsche Bahn prüft den Abbau der alten Gleishalle im Rahmen der geplanten Sanierung. Wie der Bundestagsabgeordnete Stephan Albani (CDU) mitteilt, ist die dezentrale Sanierung eine von zwei Ansätzen, die derzeit geprüft werden. Sollte die Entscheidung in diese Richtung gehen, würde die Halle abgebaut und „dezentral“ saniert. Parallel würden die Fundamente am bisherigen Standort erhöht, bevor die Halle wiederaufgebaut wird, informiert der Bundestagsabgeordnete weiter.

Dem gegenüber steht nach Angaben des Bundestagsabgeordneten als zweite Möglichkeit die Sanierung der Gleishalle an ihrem Standort. Bis Ende Januar soll die Entscheidung fallen, welche Variante zum Zuge kommt.

Das Hallendach in Oldenburg gelte in seiner bisherigen Konstruktion grundsätzlich als sanierungsfähig, betont Albani. Die Bahn-Tochter DB Station und Service bereite die Sanierung vor. Zu planen seien unter anderem der Austausch eines Stahlelements, Verstärkungen an mehreren Trägern sowie der komplette Korrosionsschutz.

Die Bahn bestätigt die Sanierungsplanung. Grundlage des Sanierungskonzeptes sei ein „umfassendes Gutachten“, das „sehr konkrete Hinweise zur Schadhaftigkeit der jeweiligen Elemente der Halle“ liefere, teilte eine Sprecherin mit. Sie kündigt an, aktuelle Ergebnisse würden in der nächsten Sitzung des Bauausschusses der Stadt (Donnerstag, 5. Dezember, Technisches Rathaus, Industriestraße) vorgestellt. Der Punkt findet sich bislang allerdings nicht auf der Tagesordnung im öffentlichen Teil der Sitzung.

Die denkmalgeschützte Gleishalle ist ein Sanierungsfall. Bereits 2013 wurden die Glaselemente ausgebaut – die Konstruktion war nicht mehr stabil. Zunächst wollte die Bahn die Halle abreißen und neu bauen. Darauf brach ein Sturm der Entrüstung los. Bei einem Besuch in Oldenburg im August 2016 signalisierte der damalige Bahnchef Rüdiger Grube zu, den Neubau als Replik der bestehenden, mehr als 100 Jahre alten, Halle zu planen – und keinen modernen Funktionsbau zu errichten. 2017 errichtete die Bahn ein provisorisches Holzdach auf Betonsockeln. Die Schutzkonstruktion schränkt allerdings den Platz auf den Bahnsteigen ein.

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Christoph Kiefer
Christoph Kiefer Reportage-Redaktion (Chefreporter)