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Lkw ausgebrannt – Verkehrsbehinderungen auf der A 29
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NWZonline.de Region

Der Hase mit der langen Nase

20.04.2019

Oldenburg „Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts.“ Klaus Hase ist einer von wenigen Oldenburgern, der diesen Spruch von sich geben könnte, ohne lügen zu müssen – zumindest, was den Namen anbelangt. Tut er aber nicht. „Ach was, nee“, sagt der 64-Jährige und erzählt lieber, wie er bei seinen mehrfachen beruflichen Aufenthalten in den USA „Mr. Rabbit“ oder „der schnellste Hase von Mexiko genannt wurde. „Das ist doch ein charmanter Name.“

Das Oldenburger Telefonbuch wimmelt nur so vor österlichen Namen: Da gibt es unter anderem Hasen und Haasen, Ostermänner und Osterhueser, Familie Hasenheit, Frau Ostern, Frau Haselei und Herrn Lampe – und wer weiß, welcher Eiermann, welches Lämmle und welcher Langohr jenseits der gelben Seiten durch Oldenburg hoppelt. Die NWZ hat mit ein paar Oldenburger Osternbotschaftern gesprochen.

Über blöde Sprüche zu seinem Namen hat sich Klaus Hase nur als Kind manchmal geärgert: „Das Häschen in der Grube“ oder „der Hase mit der langen Nase“ hieß es da schonmal. Heute nimmt er es mit Humor, wenn, gerade zur Osterzeit, die Nachbarn ihn darauf ansprechen: „Na, hast du schon alle Eier versteckt?“ In diesem Jahr möchten Herr und Frau Hase über Ostern ein paar Tage die Ruhe genießen. Dafür war der Osterhase bereits im Voraus fleißig: Kleine Geschenke an die Enkel hat Klaus Hase bereits verteilt. Zu einem Foto für die Zeitung wollte sich „Mr. Rabbit“ übrigens partout nicht überreden lassen. Nee, er habe gerade einfach genug um die Ohren. Ja, ja, und die sind bei so einem Hasen ja auch ganz schön lang...

„mein Name ist Hase“ und Meister Lampe

Die sprichwörtliche Redewendung „Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts“ geht auf den Heidelberger Jurastudenten Victor von Hase zurück. 1855 soll er einem Kommilitonen, der sich strafbar gemacht hatte, zur Flucht verholfen haben. Vor Gericht soll der angehende Jurist gesagt haben: „Mein Name ist Hase, ich verneine die Generalfragen, ich weiß von nichts!“

„Meister Lampe“ wird der Hase in Fabeln und Märchen genannt. Ursprünglich trugen die meisten Tiere in Fabeln männliche Vornamen. „Lampe“ leitet sich ab von „Lamprecht“. In der Jägersprache wird nicht der Hase selbst, sondern ein Teil seines Fells als „Lampe“ bezeichnet: die helle Unterseite seines Schwanzes. Sie ist vor allem sichtbar, wenn der Hase flüchtet.

Kein Hase mehr

Klaus Hases Sohn Rainer heißt seit ein paar Jahren nicht mehr „Hase“, sondern Adam. Allerdings nicht, versichert er, wegen seines Geburtsnamens, sondern, um seinem Schwiegervater einen Gefallen zu tun – damit der Name Adam auch weitergereicht werde. „Hase ist an sich ein schöner Name“, sagt Adam, und erinnert sich, wie sein Vater, an Hase-Hänseleien in seiner Kindheit. „Wenn einer jemanden ärgern möchte, dann macht er das so oder so. Über den Namen zu gehen ist eben der einfachste Weg.“ Die blöden Sprüche habe er später aber auch lieber selbst gerissen: „Sei mal lieber nett zu mir, sonst gibt’s für dich keine Eier.“ Ob das wohl zu der Zeit war, als seine beiden besten Kumpels ebenfalls tierische Namen hatten? Als Bär, Fuchs und Hase gemeinsam durch Oldenburg zogen?

Meister Lampe lädt ein

In der Oldenburger Innenstadt steckt ein gewisser Meister Lampe schon seit Mitte Februar in den Ostervorbereitungen. Wobei „Meister“ in diesem Fall nicht ganz korrekt ist: Konrad Lampe ist Inhaber des Cafés, Geschenke- und Dekogeschäfts „Innenleben“ an der Baumgartenstraße. Meister ist der Glaser und Kaufmann nicht, zumindest nicht im Beruf. Mit dem Langohr werde er aufgrund seines Namens aber dennoch häufig in Verbindung gebracht. Wenn er mit Zusatz „Meister“ auf seinen Namen angesprochen werde, freue er sich. Die Sprüche seien in der Regel witzig – und häuften sich natürlich in der Osterzeit. Kein Wunder: Konrad Lampe muss sich dann ja auch geschäftlich auf Ostern einstellen.

In seinem Café/Geschäft stehen, sitzen und hängen die Langohren in sämtlichen Formen und Größen, auf Tischen und Regalen, hinter großen Rahmen an den Wänden und natürlich im Schaufenster. Zwar hoppeln die Hasen vor Ostern besonders häufig über die Theke, das Hasengeschäft läuft in Meister Lampes Laden aber auch jenseits der Saison. Letztes Jahr, erzählt Lampe, habe er Bilder aus einer Hasenserie das ganze Jahr über verkauft.

Aufgerüstet mit Osterhasen, Eiern und den neuesten Osterdekotrends – in diesem Jahr liegt der Fokus auf klassisch, viel Papier und Nostalgie – wird im „Innenleben“ in der Regel ab Februar. In diesem Jahr passte das optimal: Konrad Lampe lud Anfang Februar zu seinem Geburtstag in sein Café ein. In der Einladung, auf der ein freundlicher Hase prangt, hieß es: „Meister Lampe wird sechzig.“ Das Konterfei des Langohrs hing zur Feier des Tages dann auch in verschiedenen Größen in Café und Laden.

Ostern feiert der Oldenburger Meister Lampe traditionell mit der Familie. Und wer versteckt die Eier? „Na, da gibt es dann schon Witze à la ,Meister Lampe versteckt die Geschenke.‘ Und meine Frau muss die dann suchen.“

Man nennt sie „Hasi“

Auch sehr österlich wird es bei Margrit Haselei. Sie werde zwar häufig auf ihren Nachnamen angesprochen, allerdings nicht, weil er „Hase“ und „Ei“ vereint und deshalb besonders lustig ist. „Die Leute wollen immer wissen, wie man das schreibt.“ Dann sagt die Oldenburgerin trotzdem: „Wie der Hase und das Ei“. Mit Ostern werde ihr Name selten in Verbindung gebracht, allerdings nennen ihre Freunde sie manchmal „Hasi“. „Mein Patenkind hat das eingeführt, als es klein war. Das war so süß“, sagt die 62-Jährige. Heute findet sie diesen Spitznamen noch immer schön, zumal Hasen ja auch sehr niedliche Tiere seien.

Ostern verbringt Margit Haselei dieses Jahr weit im Süden, bei Bekannten auf La Palma. Dass sie auf der Vulkaninsel Mümmelmänner antreffen wird, bezweifelt sie. „Aber vielleicht lasse ich mir ein gutes Versteck einfallen.“ Wenn es auf La Palma keinen Osterhasen gibt, der für Margrit Haseleis Freunde Eier versteckt, dann muss „Hasi“ das eben selbst übernehmen.

Nathalie Meng Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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