Oldenburg/Rastede - Mit dem Spatenstich hat die Bahn am Freitag den letzten Abschnitt beim Ausbau der Bahnstrecke Oldenburg – Wilhelmshaven begonnen. Bis Ende 2022 wird der Abschnitt zwischen Oldenburg und Rastede elektrifiziert und für einen schnelleren Zugverkehr ertüchtigt.

Am Spatenstich in Rastede-Neusüdende nahmen der Berliner Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann (CDU) und DB-Infrastrukturvorstand Roland Pofalla teil. Das Wirtschaftsministerium in Hannover war mit Staatssekretär Berend Lindner vertreten, das Ammerland durch Landrat Jörg Bensberg.

Bahn beginnt letzten Bauabschnitt

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann blieb dem Spatenstich demonstrativ fern. Die Stadt Oldenburg und Anlieger klagen gegen den Bau. Sie unterlagen im Dezember im Eilverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht; die Bahn darf deshalb mit dem Bau beginnen, auch wenn das Urteil in der Hauptsache aussteht. Die Gegner des Ausbau fordern eine Bahnumfahrung östlich von Oldenburg.

Ferlemann verwies auf Investitionen von rund 250 Millionen in das letzte Teilstück. Das Projekt koste insgesamt mehr als eine Milliarde Euro. „Die Region erhält eine Riesenchance, man wundert sich, dass das in der Wissenschaftsstadt so umstritten ist.“ Der stauträchtige Bahnübergang Alexanderstraße werde beseitigt, der Anlieger-Schallschutz gehe über das vorgeschriebene Maß hinaus. „In jeder anderen Stadt in Deutschland wäre die Begeisterung groß.“ Ausdrücklich begrüßte der Staatssekretär Franz Norrenbrock, der als einziger Ratsvertreter am Festakt teilnahm.

DB-Vorstand Pofalla nannte die positiven Auswirkungen auf den Klimaschutz als Grund für den Ausbau. Der Bund wolle den Marktanteil des Schienengüterverkehrs von 18 auf 25 Prozent steigern. Das entspreche 13 Millionen weniger Lkw-Fahrten pro Jahr.

Weite Abschnitte zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven sind bereits fertiggestellt. Ab dem Fahrplanwechsel 2022 soll die Strecke mit elektrisch betriebenen Zügen befahren werden. Ziel ist eine bessere Erreichbarkeit des Jade-WeserPorts für Güterzüge. Auch der Personenzugverkehr soll vom Ausbau profitieren, so sind direkte Regionalexpress-Züge nach Hannover geplant.

Christoph Kiefer
Christoph Kiefer Reportage-Redaktion (Chefreporter)