Oldenburg - Diese Nachricht hat für große Verunsicherung bei Lehrern, Eltern und Schülern gesorgt: Am Donnerstag Nachmittag kursierte die Meldung, dass alle Schulen in Niedersachsen ab Montag geschlossen bleiben. Was ist dran an der Meldung? Gibt es trotzdem Unterricht? Was sagen die Eltern? Die NWZ hat nachgefragt.
Am Freitagmorgen war der Interneteintrag auf der Homepage der Stadt verschwunden. Stattdessen stand dort: „Ob die Schulen in Niedersachsen und damit auch in Oldenburg geschlossen werden, will das Land am Freitagvormittag, 13. März 2020, entscheiden.“
Stadtverwaltung
Auf NWZ-Nachfrage hieß es am Donnerstag von der Stadtverwaltung: „In Niedersachsen und damit auch in Oldenburg werden die Schulen ab kommenden Montag, 16. März, geschlossen.“ Eine entsprechende Entscheidung habe der Krisenstab der Landesregierung getroffen. Ziel sei es, die weitere Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen. Die Schulschließung gelte bis zum Beginn der Osterferien, so die Stadt.
Das heißt, dass die Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen frühestens nach Ende der Osterferien am 15. April wieder zur Schule gehen müssen. Über eine mögliche Verlängerung der Schulschließungen werde laut Stadt dann rechtzeitig entschieden.
Schulen
Schulen wie das Alte Gymnasium bereiten sich bereits auch inhaltlich auf den Ausfall vor. Schulsprecherin Nina Lehmann sagte am Donnerstagabend: „Auf der Homepage haben wir einerseits alle schulinternen Ausfälle veröffentlicht. Außerdem haben wir Pläne für Online-Schule aufgelegt, die für alle Jahrgänge von Klasse 5 bis 13 gelten sollen. Die Schüler müssen dann täglich am Rechner Aufgaben lösen, die wir über die Plattform iServ senden und durch die Lehrer auch umgehend korrigieren lassen. Darüber hinaus sollen Lernvideos erstellt werden.“
Elternvertreter
Geraldine Dudek, Elternsprecherin am Herbartgymnasium, hat Verständnis für die Entscheidung. „Ich gehe davon aus, dass ein Großteil der Eltern die Schließung gutheißt.“ In den vergangenen Tagen habe sie vielfach Sorge vor einer möglichen Infektion der Kinder vernommen.
Arne Kaiser sieht in der Entwicklung vor allem eine Herausforderung für die Eltern bezüglich der Betreuung. Wünschenswert sei, dass Arbeitgeber nun flexibel reagieren bezüglich der Arbeitszeiten oder eventuell Heimarbeit ermöglichen. „Ansonsten wird es schwierig; in dieser Form wohl einmalig.“ Der Vorsitzende des Schulelternrates der Grundschule Ohmstede hat Verständnis für die Entscheidung. „Sie ist angemessen. Es wäre Quatsch, das Gesundheitssystem durch Zögern an der falschen Stelle zusätzlich unter Stress zu setzen. Die Folgen sieht man in Italien.“
Kitas
Unklar ist derzeit noch, ob es auch bei Kitas und Berufsbildenden Schulen zu Schließungen kommt. „Wir haben bislang Außenaktivitäten und Dienstreisen untersagt. Stand jetzt bleiben unsere Einrichtungen aber weiterhin geöffnet“, sagte zum Beispiel Günter Zingel, Geschäftsführer des Kita-Verbunds Ekito, am Donnerstagabend.
Auch für den Kindergarten „Die Arche“ am Steenkenweg, der in dieser Wochen wegen des Kontakts einer Mitarbeiterin zu einer Corona-Infizierten vorsorglich geschlossen worden war, sei geplant, ihn am kommenden Montag wieder zu öffnen.
Personen, die sich während der vergangenen 14 Tage in einem Risikogebiet oder einem besonders betroffenen Gebiet entsprechend der jeweils aktuellen Festlegung durch das Robert Koch-Institut aufgehalten haben, dürfen für einen Zeitraum von 14 Tagen seit Rückkehr aus dem Gebiet folgende Einrichtungen nicht betreten: Schulen, Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflegestellen sowie die stationären Einrichtungen in der Pflege- und Eingliederungshilfe. Das geht aus einer Allgemeinverfügung der Stadt Oldenburg hervor.
In einer weiteren Allgemeinverfügung untersagt die Stadt Oldenburg jetzt auch offiziell Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern. Auch Veranstaltungen mit weniger Teilnehmern würden kritisch überprüft. Wichtigstes Kriterium sei dabei der Schutz der Gesundheit der Menschen, heißt es in der Bekanntmachung vom Donnerstag.
Der Landschaftstag, der von der Oldenburgischen Landschaft organisiert wird, ist abgesagt. Die Veranstaltung hätte planmäßig am Samstag, 21. März, stattfinden sollen.
Die Preisverleihung des Wettbewerbs „Filmklappe“ an diesem Samstag, 14. März, im Cine-k an der Bahnhofstraße ist abgesagt.
Der verkaufsoffene Sonntag, der für den 29. März geplant war, fällt aus. Grund ist die Absage der Veranstaltung „Hallo Fahrrad“, die am gleichen Tag hätte laufen sollen.
