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Und Was Sagt Die Stadt Dazu? Hier ist es für Radfahrer in Oldenburg riskant

Oldenburg - Rund 1500 Kilometer Straßen mit einer Verkehrsfläche von etwa fünf Millionen Quadratmetern muss die Stadt Oldenburg nicht nur erhalten, sondern auch dafür sorgen, dass sie verkehrssicher sind. Dass es in vielen Fahrbahnen viele Lücken gibt, weiß man auch in der Verwaltung. Konkreter werden da die Bürgerinnen und Bürger, die dem Aufruf der NWZ gefolgt sind, Stellen im Stadtgebiet zu melden, die vorrangig für Radfahrer gefährlich werden können. Deren Hinweise und Fragen wurden an die Stadt weitergeleitet. Die Antworten liegen nun auch vor.

Ofener Straße

Als besonders gefährlich schätzt Dr. Michael Neumeyer die Situation an der Abbiegung von der Ammerländer/Ofener Straße auf die Autobahn 28 ein. Er schildert seine Beobachtungen: „Die Fahrradfahrer fahren stadtauswärts von der Ofener Straße und zusätzlich noch der Haareneschstraße. Als Autofahrer hat man fast keine Chance, einen schnell von der Ofener Straße kommenden Radfahrer beim Abbiegen zu sehen. Aus diesem Grunde ist ja schon vor einiger Zeit ein Spiegel montiert worden, der aber seit mindestens einem Jahr völlig falsch hängt und deshalb unbrauchbar ist.“ Er habe deshalb auch schon mehrfach bei der Stadt angerufen, so Neumeyer. Dort sei er zwar auf großes Verständnis getroffen. „Die versprochene Korrektur des Spiegels ist aber nicht erfolgt.“

Das sagt die Stadt: An der Kreuzung der Ofener Straße mit der Autobahnanschlussstelle Haarentor muss der abbiegende Kfz-Verkehr die parallel fahrenden Radfahrer passieren lassen. Hierbei ist, wie an allen anderen Einmündungen und den meisten Ampeln, eine besonders umsichtige und vorsichtige Fahrweise erforderlich. Zusätzlich ist an dieser Stelle ein Verkehrsspiegel montiert, der insbesondere dem Lastwagenfahrer eine zusätzlichen Blick nach hinten ermöglich soll. Daher ist dieser Spiegel auf die erhöhte Sitzposition des Lkw-Fahrers ausgerichtet. In der Folge kann der Spiegel nicht mehr optimal auf die niedrigere Position in einem Pkw eingestellt sein. Daher müssen Pkw-Fahrer insbesondere durch den Blick nach hinten auf herannahende Radfahrer achten. Unabhängig davon wird die Ausrichtung des Spiegels in Kürze überprüft.

Tegelbusch und Co.

Ein weiterer Leser (der nicht namentlich genannt werden möchte) sagt: „Ich bin beruflich vor wenigen Monaten von Münster nach Oldenburg gezogen und sofort sind mir die vielen kaputten Straßen negativ aufgefallen. In Münster gab es so etwas nicht. Erinnert hat es mich, als ich nach der Wende zum ersten Mal die DDR-Straßen kennenlernen durfte. Nur drei Beispiele: Am Tegelbusch, Hörneweg und Drögen-Hasen-Weg, wobei Am Tegelbusch im wahrsten Sinne des Wortes ein Flicken- und Löcherteppich ist.“

Warnsweg

Gleiches Thema, aber anderer Ort: Maria Kramer möchte den gesamten Warnsweg in den Fokus rücken. Sie sagt: „Die Verbindung vom Sandweg zum Herrenweg ist seit Jahrzehnten in einem unzumutbaren Zustand, sowohl für Fußgänger, Rad-und Autofahrer. Besonders gefährdet sind die Schul- und Kindergartenkinder, die mit ihren Fahrrädern täglich zu den entsprechenden Einrichtungen unterwegs sind.“ Die Stadt beruhige ihr Gewissen mit dem Aufstellen eines Hinweisschildes „Schlechte Fahrbahn“. Sie wünsche sich im Namen vieler Anwohner endlich Maßnahmen zur Verbesserung der Fahrbahn.

Das sagt die Stadt: In diesem Jahr werden im Stadtgebiet rund 80 Straßen mit mehr als 100.000 Quadratmeter Verkehrsfläche instandgesetzt. Auch der schlechte Zustand der Straßen Am Tegelbusch, Drögen-Hasen-Weg und Hörneweg ist dem Amt für Verkehr und Straßenbau bekannt. Für die Instandsetzung der zwei zuerst genannten Straßen wurden Mittel für das kommende Jahr angemeldet. Die Sanierung erfolgt voraussichtlich im Frühjahr, sobald der städtische Haushaltsplan bewilligt und die hierfür angemeldeten Mittel zur Verfügung stehen. Der Hörneweg wurde bereits aus Verkehrssicherungsgründen in einem Teilbereich saniert. Der restliche Teilabschnitt und Ausbau ist für die Haushaltsjahre 2021/2022 eingeplant.

Weiterhin ist im Haushaltsplan 2019 ein Ausbau des Warnsweges für 2022 vorgesehen.

Ein Tipp der Stadt

Für eine schnelle Behebung von Mängeln im Wegenetz wird die Nutzung der städtischen „Schadensmeldung online“ im Internetportal der Stadt empfohlen. Täglich sind Mitarbeiter der Straßenunterhaltung auf ihren Rädern unterwegs, um so Schäden aufzuspüren. Dennoch bedarf es zusätzlicher Hinweise aus der Bevölkerung. Die Meldung gelangt direkt an den zuständigen Mitarbeiter, der dann einen Auftrag zur Schadensbehebung auslösen kann.

Schadensmeldungen im Fahrbahnbereich, Radwegen und Gehwegen können hier mitgeteilt werden.

Susanne Gloger
Susanne Gloger Redaktion Oldenburg
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