Oldenburg - Sportfreunde kennen die kleine Gemeinde Vilsbiburg in Bayern wegen ihres überaus erfolgreichen Frauen-Volleyballprojekts – seit Jahren spielen die „Roten Raben“ in der 1. Bundesliga, als mehrfacher Deutscher Meister und Pokalsieger. Überaus erfolgreich sind die Vilsbiburger aber auch noch in einem ganz anderen Metier: Denn in dem 11 000-Einwohner-Ort südlich von Landshut hat die vor 50 Jahren gegründete und stark expandierende Ingenieur- und Architekturgesellschaft Sehlhoff GmbH ihren Sitz.

Das Familienunternehmen, das regelmäßig mit dem Top-Job-Award ausgezeichnet wird, kümmert sich mit inzwischen über 270 Ingenieuren und Architekten, Technikern, Technischen Zeichnern und Verwaltungsangestellten nicht nur in Bayern um zahlreiche Projekte, sondern ist mit seinen 12 Standorten deutschlandweit unterwegs – und wächst auch in Oldenburg stark. Nach zwei Jahren in Wilhelmshaven war Sehlhoff – auch über den Kontakt zur Wirtschaftsförderung der Stadt – 2014 an der Ger-hard-Stalling-Straße in Tweelbäke mit acht Mitarbeitern gestartet.

Angesichts des zügigen Ausbaus dort auf 25 Mitarbeiter wurden gerade neue Räume am Patentbusch bezogen und am Mittwoch offiziell eröffnet – mit einer Wachstumsmöglichkeit auf 60 bis 70 Mitarbeiter. Jörg Triebe von der Wirtschaftsförderung der Stadt gratulierte: „Wir freuen uns darüber, wie stark das Unternehmen in Oldenburg gewachsen ist.“ Geschäftsführer Thomas Zeigerer sagt: „Wir hoffen, dass wir uns weiter so gut entwickeln. Die Nachfrage der Kunden ist sehr gut.“

Die Geschäftsbereiche des Unternehmens liegen in Hoch- und Industriebau, In­frastruktur, Technischer Ausrüstung und Umwelt, das Oldenburger Büro hat seinen Schwerpunkt im Bereich Technische Ausrüstung mit Versorgungs- und Elektrotechnik und Gebäudeautomation. Das Team betreut vom Patentbusch aus zahlreiche Projekte für die Industrie, unter anderem für Premium Aerotec und Porsche Leipzig.

Aber auch in der Stadt und anderen Kommunen sind die Oldenburger aktiv – etwa in der energetischen Sanierung von Kindergärten, Schulen oder Forschungsprojekte in der Tierhaltung. Auch IGS Helene-Lange-Schule mit Sanierung und Neubau-Trakt für Naturwissenschaften, Werken, Hauswirtschaft und Musik, die Cäcilienschule, die Kindertagesstätte St. Chistophorus oder der neue Verwaltungstrakt der Stadtverwaltung an der Alten Fleiwa, Projekte fürs Staatliche Baumanagement, Spezialbauten an der Universität oder die architektonische Gestaltung der Brötje-Automation sind Oldenburger Sehlhoff-Projekte, auch in Zusammenarbeit mit regionalen Architekten. Viele Sehlhoff-Gebäude werden heute nach der Arbeitsmethode BIM (Building Information Modeling“) geplant, auch das Friedrich-Löffler-Institut gehört dazu, das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, für das die Oldenburger die Elektro- und Versorgungstechnik betreuen.

Karsten Sehlhoff, geschäftsführender Gesellschafter, sagt: „Oldenburg wird auch von Bayern aus als sehr prosperierend wahrgenommen. Als einer der wenigen Generalplaner mit allen relevanten Fachdisziplinen unter einem Dach betreuen wir von Oldenburg aus überregional große Projekte, nicht selten auch Schulbauten, darunter in Wilhelmshaven, Emden, Norderney, Bremen, Hamburg, Lübeck und Hannover.“ Internationale Projektierungen wie im russischen Kaluga werden von Oldenburg aus beraten und geplant.

Alle Niederlassungen sind mit ihren Arbeitsplätzen im virtuellen Raum abgebildet und auch über Videosysteme verbunden. „Das sind die Arbeitsplätze der Zukunft“, sagt Sehlhoff zur frühzeitigen Digitalisierung des Unternehmens und seiner Arbeitsweise. Über die Cloud-Verbindung sei das Unternehmen zudem in der Lage, große Projekte zu stemmen, weil von allen Standorten die nötigen Mitarbeiter virtuell zusammengezogen werden, ohne dass sie ihren Arbeitsplatz verlassen müssen.

Karsten Röhr
Karsten Röhr Redaktion Oldenburg