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nordwest-zeitung

Voltigieren Oldenburgerin reitet weiter auf Erfolgswelle

Oldenburg/Warendorf - „Sie kamen, sahen und siegten“ – so lauteten die Worte der ehemaligen Bundestrainerin Helma Schwarzmann – gerichtet an Lily Warren und Sven Henze bei der Siegerehrung zum „Preis der Besten“ in Warendorf. In der Tat war der Sieg ein Paukenschlag, mit dem die 13-Jährige von der Reit- und Fahrschule Oldenburg sich am vergangenen Wochenende endgültig in der Voltigier-Szene einen Namen gemacht hat.

„Ich freue mich riesig über diesen Erfolg“, sagt Lily Warren, die bereits 2018 überraschend auf Platz vier im „Preis der Zukunft“ gelandet war, bei dem die Bundesländer ihre besten Voltigierer bis 14 Jahre aufbieten. Nun siegte Warren überlegen mit einer Wertnote von 7,5 vor Frances Nandy Moldenhauer (7,0), die 2018 Silber geholt hatte.

„Ihre bisher feste Pflicht“

Warren hatte sich zwar vorgenommen, ganz oben mitzumischen, dass es aber am Ende für die Goldmedaille reichen würde, habe sie schon überrascht. Auch Longenführer Henze war sehr zufrieden: „Lily hat im Longierzirkel Nervenstärke bewiesen und auf Capitano ihre Trainingsleistung fast zu 100 Prozent abrufen können.“

Bereits am Samstag hatte das RFO-Trio beim ersten Teil des Wettkampfes, der Pflicht, überzeugt. Mit einer 7,3 erarbeitete sich die Gymnasiastin einen Vorsprung von 0,3 Punkten zur Zweitplatzierten. „Es war ihre bisher beste Pflicht“, sagt Trainerin Imke zur Brügge. Umso größer war allerdings auch der Druck, dass am folgenden Tag in der Kür alles passen musste.

„In der Aufwärmhalle bin ich bei der Technikrolle noch von Capitano gefallen, das hat mich schon gestresst“, verrät die Sportlerin. Aber als die Mary-Poppins-Musik in der Wettkampfhalle ertönte, war die Konzentration voll da. Vor den kritischen Augen der aktuellen Bundestrainer Ulla Ramge und Kai Vorberg und den Richtern turnte die 13-Jährige ihre Elemente sauber durch und beendete ihre Kür mit einem perfekt gestandenen Flickflack.

Ticket zur Jugend-DM

Auch die Zuschauer waren von der Leichtigkeit und Perfektion begeistert – Mary Poppins, das magische Kindermädchen aus der gleichnamigen Kinderbuch-Serie, hätte es nicht besser machen können. „Für mich ist diese Veranstaltung Highlight des Jahres, denn hier sehen wir den Nachwuchs für den großen Voltigiersport“, sagte Bundestrainerin Ramge. Warren dürfte künftig dazu gehören.

Weiter geht es für sie vom 14. bis 16. Juni bei den Weser-Ems-Meisterschaften im Saterland. Dort startet Warren mit dem Juniorteam der RFO. Die Oldenburgerinnen wollen dort das Ticket für die Jugend-DM im September in Sachsen-Anhalt lösen. Geplant ist auch ein Start als Einzelvoltigiererin, „aber leider nicht auf Capitano, da er sonst zu viele Starts gehen muss“, erzählt die 13-Jährige. „Uns fehlt mittelfristig ein zweites Pferd, da sind wir auf Sponsorensuche“, ergänzt Henze.

Für die Weser-Ems-Meisterschaften hilft der Reitverein Sturmvogel Berne aus und stellt ein Pferd zur Verfügung, aber bis Mitte Juni verbleiben nur noch wenige Trainingseinheiten: „Mary Poppins im Galopp auf einem fremden Pferd – ich hoffe, das schafft sie“, resümiert Lily Warren mit einem Augenzwinkern.

Katja Lüers
Katja Lüers Reportage-Redaktion
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