Oldenburg - Hauswirtschaft ist öde? Von wegen: Den Gegenbeweis lieferte jetzt ein Wettbewerb unter dem Motto:  „Hauswirtschaft – I like it“. Veranstaltungsort war das Gebäude der Berufsbildenden Schulen 3 an der Maastrichter Straße. In mehreren Disziplinen wurde Fachwissen zu den Themen Hygiene, gesunde Ernährung, Kommunikation und Betreuung geprüft. Eine der Aufgaben war die Zubereitung eines abwechslungsreichen, gesunden Frühstücks für den Verkauf im Kiosk einer Berufsschule. Auch auf eine nachhaltige Verpackung und einen Vermerk auf enthaltene Allergene wurde geachtet. Ausrichter waren die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, der Berufsverband der Meisterinnen und Meister in Niedersachsen sowie die BBS 3.

Ziel des Wettbewerbs war einerseits die Vorbereitung auf die Prüfungssituation in lockerer Atmosphäre, andererseits qualifizierten sich die Besten (siehe Box) für den Landesentscheid am 24. und 25. April in Norden. Je Ausbildungsjahr wurden außerdem zwei Sieger mit einer Urkunde und Sachpreisen prämiert.

Laut Organisatorin Kerstin Fischer-Briem sind im Berufsfeld Hauswirtschaft mehr Kompetenzen gefragt als vielfach angenommen. „Hausarbeit hat nichts mit dieser Berufsausbildung zu tun. Hier sind Kreativität, wirtschaftliches Denken und Planungsfähigkeit gefragt.“

Susanne Schmucker, Vorsitzende des Landesverbandes hauswirtschaftlicher Berufe und zuständig für die Ausarbeitung der Aufgaben, fand hierzu deutliche Worte: „Hauswirtschafter müssen Menschen mit allem versorgen, was sie brauchen. Daher sind die Anforderungen vielseitig.“ Das Fachpersonal fehle zur Zeit, daher habe man allerdings große Chancen, schnell weiter aufzusteigen.

So geschehen bei der Jurorin Inken Schierenstedt, die nach ihrer Ausbildung und einem zweijährigen Besuch der Fachschule in Celle Hauswirtschaftliche Betriebsleiterin wurde. Auch sie macht sich für ihren Beruf stark. Er sei „sehr wichtig, um sich für alles und jeden und in allen Bereichen einzusetzen“.

Einen ähnlichen Werdegang möchte Teilnehmerin Ann-Cathrin Wördehoff aus dem ersten Ausbildungsjahr nicht ausschließen: „Ich habe eine Einladung zu einem Besuch der Fachschule in Celle erhalten.“ Am liebsten würde sie allerdings weiterhin im Altenpflegeheim arbeiten, da ihr dies viel Spaß mache und das Arbeitsklima toll sei. Und: Der Beruf Hauswirtschafter/in werde unterschätzt und trotz steigender Relevanz durch Vorurteile oft nicht richtig gesehen.

Daher nimmt Angrit Bade vom Zentrum für Hauswirtschaft Niedersachsen an einer Image-Kampagne teil, die die Ausbildung unter anderem auf Berufsbildungsmessen bewerben wird. Dadurch sollen potenzielle Auszubildende über Zukunftschancen und Weiterbildungsmöglichkeiten nach einer Hauswirtschaftslehre informiert werden.