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Beschäftigung Im Nordwesten Corona-Krise kostet weitere Arbeitsplätze

Sabrina Wendt
Sabrina Wendt Jan Petermann

Oldenburg/Wilhelmshaven/Vechta/Emden/Bremen - Die Folgen der Corona-Krise sind im Monat Mai noch deutlicher an den regionalen Arbeitslosenzahlen abzulesen als noch im April. Das geht aus den aktuellen Daten der hiesigen Agenturen für Arbeit hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurden.

Demnach waren im Oldenburger Land und in Ostfriesland im Monat Mai insgesamt 53.742 Menschen ohne Job. Das waren 2585 mehr als im Vormonat und 10.670 mehr als vor einem Jahr. Im Oldenburger Land waren im Mai 36 144 Arbeitslose gemeldet, 1980 mehr als im April und 7070 mehr als vor einem Jahr.

„Im Mai sind nach und nach viele Beschränkungen im Wirtschaftsleben aufgehoben worden. Viele Menschen konnten ihre Arbeit wieder aufnehmen“, sagte Dr. Thorsten Müller, Leiter der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven. Allerdings gebe es zugleich „weiterhin Auswirkungen, die auf die Corona-Beschränkungen in anderen Regionen der Welt zurückgehen“. So sei etwa die Arbeit in manchen Unternehmen der Verarbeitenden Industrie und der Logistik aufgrund von Lieferschwierigkeiten ihrer Zulieferer gehemmt. Im Mai hatten bis zum Stichtag 27. Mai 467 Unternehmen im Agenturbezirk für insgesamt bis zu 11 116 Beschäftigte konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Im April waren es den gesamten Monat über 6439 Betriebe mit bis zu 87 827 Beschäftigten.

In Ostfriesland waren im Mai 17 598 Menschen ohne Job, 605 mehr als im April und 3600 mehr als im Vorjahr. Bis Ende Mai sind bei der Agentur 5275 Anzeigen auf Kurzarbeit für bis zu 63 902 Personen eingegangen. Im Vormonat lag dieser Wert bei 4466 Anzeigen und 52 470 Personen.

So sieht es in Niedersachsen aus

In Niedersachsen waren knapp 261 600 Menschen ohne Job, sechs Prozent mehr als im April. Die Quote stieg um 0,3 Punkte auf 6,0 Prozent, teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA) mit. Im Land Bremen waren fast 41 900 Arbeitslose registriert, das entsprach einer Zunahme um 5,2 Prozent bei einer Quote von 11,4 Prozent (plus 0,4 Punkte). Als positives Signal wertete die Agentur, dass etliche Unternehmen zuletzt wieder mehr offene Stellen meldeten. „Wir stecken mitten in einer ernsten Wirtschaftskrise“, sagte BA-Regionalchefin Bärbel Höltzen-Schoh. „Die Frühjahrsbelebung ist ausgefallen.“

Auch die Kurzarbeit bleibt hoch. Seit der Zuspitzung der Viruskrise im März zeigten 78 000 niedersächsische Unternehmen für insgesamt knapp 1,1 Millionen Menschen eine verringerte Arbeitszeit an. Die Zunahme flachte jüngst ab, im Mai kamen 4981 Betriebe hinzu. In Bremen gab es bisher 145 000 Kurzarbeitsanzeigen von 6800 Firmen.

So sieht es auf Bundesebene aus

Völlig untypisch für einen Mai ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum April noch einmal um 169 000 Menschen auf 2,813 Millionen gestiegen. Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, geht davon aus, dass inzwischen 578 000 Menschen wegen der Folgen der Corona-Pandemie in die Arbeitslosigkeit gerutscht sind. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum April um 0,3 Punkte auf 6,1 Prozent.

Im Mai wurde von den Unternehmen für weitere 1,06 Millionen Menschen Kurzarbeit angezeigt, sagte Scheele. Diese kommen zu den bereits zuvor getätigten Anzeigen für 10,66 Millionen Menschen hinzu.

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Sabrina Wendt
Sabrina Wendt Thementeam Wirtschaft
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