Osternburg/Eversten - Wo noch vor wenigen Wochen funkelnde Neuwagen standen, reißt ein Bagger die Wände ein und schiebt den Bauschutt zur Seite. Im Volkswagenzentrum Oldenburger schaffen Bauarbeiter Platz für Neues. Sie bereiten den Umzug der Seat-Niederlassung von der Hauptstraße in Eversten an der Bremer Heerstraße 1 vor.

Dann wächst zusammen, was ohnehin zusammengehört: Beide Standorte gehören zur Braasch-Gruppe. Geschäftsführer ist Bernd Weber, der ist zudem Chef des Audizentrums. Doch den Fokus seines unternehmerischen Engagements richtet der 51-Jährige auf den zukünftigen gemeinsamen VW- und Seat-Standort in Osternburg. „Die Seat-Werkstatt ist bereits umgezogen. Dafür konzentrieren wir unser Nutzfahrzeuggeschäft an der Rudolf-Diesel-Straße“, erklärt Weber die geschäftlichen Veränderungen. Zum 1. April 2020 soll alles fertig sein. Die 25 Beschäftigten aus Eversten haben dann an der Bremer Heerstraße ihren neuen Arbeitsplatz. „Wir haben uns ganz bewusst dazu entschieden, diesen Standort auszubauen und nicht in ein Gewerbegebiet zu ziehen“, sagt Weber. Auch mit Blick auf das Carsharing, das in nicht allzu weiter zeitlicher Ferne vom Unternehmen angeboten werden soll. Weber: „Die Nutzer bevorzugen einen zentrumsnahen Standort für das Nutzungsmodell. Sie werden nicht mit dem Rad oder Bus in ein entlegenes Gewerbegebiet fahren wollen, um dort in das Auto umzusteigen.“ In Eversten wird auf dem frei werdenden Gelände an der Hauptstraße ein Markt von Aktiv&Irma errichtet.

600 000 Euro investiert Braasch in den Seat-Umzug, weitere 700 000 Euro folgen für den Gebrauchtwagen-Handel. Die Fläche soll deutlich erweitert werden und zukünftig 220 bis 230 Autos statt bisher 120 Platz bieten. Auch die Verkäufer werden ihre in einem ehemaligen Gartenhäuschen untergebrachten „Buden“ (Originalton Weber) verlassen und in repräsentativen neuen Verkaufsräumen untergebracht. 700 000 Euro sind für die Modernisierung der Nutzfahrzeug-Sparte an der Rudolf-Diesel-Straße vorgesehen, die 2021 folgen soll.

Bernd Weber behält die Zukunft aber auch in einem ganz anderen Bereich im Blick. Auf einem Nachbargrundstück an der Bremer Heerstraße werden im Jahr 2021 acht bis zehn Wohnungen errichtet, in denen die Auszubildenden des Unternehmens leben können, wenn sie mögen. In Zeiten von Wohnungsnot und Nachwuchsmangel in den Betrieben ein echter Standortvorteil. „Wir wollen die Bremer Heerstraße 1 zu einem Standort für moderne Mobilität entwickeln“, blickt Weber in die Zukunft. Unter dem Namen Braasch-City beispielsweise. Namensvorschläge sind aber durchaus erwünscht.

Thomas Husmann
Thomas Husmann Redaktion Oldenburg