Ostfriesland - Eine „entspannte Teestunde“ verspricht die Stiftung Warentest beim Genuss von Ostfriesentee von Bünting und Thiele. In ihrem aktuellen Tee-Test (loser Tee und im Beutel) bescheinigt die Stiftung beiden Sorten eine nur sehr geringe Schadstoffbelastung. Dafür gab’s jeweils die Note 2,0.
„Wir freuen uns mit der gesamten Teebranche über dieses Ergebnis“, sagte Franz Thiele vom Emder Familienunternehmen Thiele & Freese der „Ostfriesen-Zeitung“. Es zeige, „dass Tee ein einwandfreies Naturprodukt ist und unser aller Bemühen um einen maßvollen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln Früchte trägt“.
Auf die Frage, wie eine geringe Schadstoffbelastung sichergestellt werde, teilt Annett Rabe von Bünting mit: „Zur Sicherstellung der lebensmittelrechtlichen Vorgaben sind wir nach dem sogenannten IFS Food Standard zertifiziert.“ Dieser Standard umfasse einen Katalog von rund 280 Anforderungen, die der Tee erfüllen müsse. Anhand dieses Katalogs arbeite das interne Qualitätsmanagement. Das Endprodukt werde allerdings auch von unabhängigen Laboren untersucht.
Den dritten Ostfriesentee-Hersteller aus dem Nordwesten, Onno Behrends, hat die Stiftung Warentest nicht unter die Lupe genommen. Ein anderer Tee der Behrends-Dachfirma Ostfriesische Tee-Gesellschaft (OTG) kam allerdings auf den Prüfstand – und sorgte für eine Überraschung: Die Ceylon-Assam-Schwarztee-Mischung der von der OTG produzierten Lidl-Eigenmarke Lord Nelson erzielte mit der Note 1,9 eines der Top-Ergebnisse. Vor fünf Jahren hatte die Mischung beim Schadstofftest nur die Note 3,8 bekommen.
Für das schlechte Ergebnis hatte damals die zwar nicht den Grenzwert überschreitende, aber dennoch erhöhte Belastung mit Anthrachinon geführt. Der Stoff wirkte in Tierversuchen krebserregend und ist in der EU als Pflanzenschutzmittel nicht zugelassen. In Tees gerät er, wenn zur Trocknung der Blätter in den Anbaugebieten Kohle verbrannt wird.
Im aktuellen Test konnte sich der Lord-Nelson-Tee rehabilitieren: Die Anthrachinon-Belastung war sehr gering, dafür bekam der Tee ein „Sehr gut“. Woher kommt die Verbesserung? „Um mehr über die Herausforderungen vor Ort zu erfahren, führte die OTG das Fokus-Audit ein“, teilte Pressesprecherin Regina Schubert mit.
Bei diesen Kontrollen würden von jedem Prozessschritt Proben genommen, „um zusätzliche Informationen über mögliche Rückstände oder andere unerwünschte Substanzen – wie zum Beispiel Anthrachinon – zu sammeln“, so die Pressesprecherin. Das Ergebnis der Stiftung Warentest bekräftige das Unternehmen darin, dass dieses Vorgehen richtig sei.
