Rönnelmoor - Auf Spurensuche geht es bei den Dreharbeiten zum NDR-Krimi „Sörensen hat Angst“ mit Bjarne Mädel im beschaulichen Rönnelmoor. Man findet sich auf dem Hof von Meike Lampe ein. Zum Team zählen um die 30 Personen – Schauspieler nicht eingerechnet. Ein Arbeitstag mit rund zehn Stunden Drehzeit bedeutet für das Team am Set meist über zwölf Stunden Arbeit.
Der Krimi „Sörensen hat Angst“ wird hauptsächlich in Varel gedreht, aber auch Plätze in Bremerhaven, Butjadingen und Loy sind dabei. Vom Produktionsteam ist zu erfahren: „Der Location-Scout hatte im Vorfeld den Auftrag, passende Motive beziehungsweise Locations zu finden. Da der Film durch Nordmedia gefördert wird, sollten Schauplätze in Niedersachsen ausgewählt werden.“ Nordmedia ist eine gemeinsame Medienförderungsgesellschaft der Bundesländer Niedersachsen und Bremen. Außerdem sollte die Geschichte an der Küste spielen.
In Landschaft verliebt
Die Verantwortlichen der Regie und der Produktion haben sich sofort in die Landschaft in Rönnelmoor verliebt, es ist zu hören: „Das passt super zu unserer Story.“ Dass hier kein Durchgangsverkehr herrscht und nur vereinzelt mal ein Fahrzeug vorbei fährt, kommt dem Dreh zu Gute. Für die Aufnahmen wird die Straße schon mal kurzfristig mit den rotweißen Leitkegeln gesperrt. Dazu wurden im Vorfeld wegen der Behinderungen die Anlieger schriftlich informiert.
Bjarne Mädel führt im Krimi „Sörensen hat Angst“ Regie und spielt auch die Hauptrolle: Einen Kriminalhauptkommissar mit generalisierter Angststörung, der versucht, sich mit viel Humor über Wasser zuhalten. Er zieht in das graue und trostlose Katenbüll (Als Kulisse dient da Varel) und hofft dort in Ruhe und guter Luft von den Tabletten herunter zukommen. Stattdessen wird er in die Abgründe eines Kleinstadtsumpfes hineingezogen. Gleich nach seiner Ankunft sitzt Bürgermeister Hinrichs im eigenen Pferdestall, so tot wie die Umgebung. Sven Stricker, Schriftsteller aus Potsdam, hat den Roman „Sörensen hat Angst“ und das Drehbuch geschrieben. Drehorte waren auch Butjadingen und Loy in der Gemeinde Rastede.
Am Vormittag stehen zuerst Aufnahmen auf der Rönnelstraße an. Vor vier Wochen war Robert Seemann vom Produktionsteam auf dem landwirtschaftlichen Hof. Meike Lampe hatt erst gedacht: „Das ist ein Kontrolleur von der Landwirtschaftskammer.“ In einem netten Gespräch stellte Robert Seemann dann schnell fest: „Die Vorgaben zu der Außenszene passten zum Hof.“ Die 60-Jährige erinnert sich: „Ich sollte auf dem Hof alles so lassen wie es ist.“
Für die Szene auf dem Hof plante man fünf Stunden ein. Die Crew mit dem Fahrzeugpark ließ sich, nicht weit entfernt vom Filmgeschehen, auf dem Gelände der 94-jährigen Hanna Meier nieder. Mit dabei das große Fahrzeug von „Hollywood Diner Filmcatering“. Klapp-Tische und Bänke werden in der Scheune für die Mittagspause aufgebaut.
Feuerwehr macht Regen
Beim Dreh in Rönnelmoor ist ein Hund der Hauptdarsteller. Es ist eine belgische Hütehündin, neun Monate jung. Aus Cordula wird im Film Cord. Tiertrainer ist Marco Heyse aus Bookholz in der Nordheide. „Die Ausbildung erfolgt speziell zum Filmschnitt“, berichtet der Trainer. Lange Wartezeiten gehörten dazu. „Dass dann immer gleich alles klappt, ist bei Tieraufnahmen nie gewiss.“
Zum Inhalt: Cord ist seiner Besitzerin, einer Bäuerin, entlaufen. Sörensen findet ihn und bringt ihn zurück. Im Gespräch mit der Bäuerin merkt er, dass es Cord dort nicht gut hat. Er kauft der Landwirtin das Tier kurzerhand ab. Aufgenommen wird die Szene von der Weide auf der anderen Straßenseite. Der Hauptdarsteller fährt von der Straße „Schwarzer Weg“ vor. Mittwoch ist ein trockener, angenehmer Drehtag. Im Drehbuch steht allerdings ein Regentag. Es muss nass aussehen. Dafür sorgt die Freiwillige Feuerwehr Schweiburg.
Bjarne Mädel wurde als Ernie in „Stromberg“ bekannt, sahnte als „Schotty der „Tatortreiniger“ Preise ab. Mit „Sörensen hat Angst“ feiert der Wahl-Berliner nun sein Regiedebüt und ist gleichzeitig der Hauptdarsteller der NDR-Produktion. Zur Doppelbelastung befragt, meint er mit einem Lächeln dazu: „Das ist manchmal schon guter Doppelstress.“ Erst als Hauptdarsteller vor der Kamera, dann auch schon ein flotter Gang zum Dreh, um zu schauen ob alles gut „im Kasten“ ist.
Die letzten Aufnahmen folgen diesen Donnerstag in Varel. Bjarne Mädel: „Ich bin zufrieden. Es passte alles gut, tolles Land und tolle Leute.“
Auch bei Meike Lampe, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Fuchsschaf-Züchter, kehrt wieder der normale Alltag ein, mit einem Lob für den berühmten Gast: „Bjarne Mädel ist ein umgänglicher, sympathischer Schauspieler.“
