Rust - Um kurz nach Mitternacht ist es so weit. Christin und Kathinka Stalling fallen sich in die Arme. Minutenlang verharren die beiden Schwestern in ihrer Umarmung. „Ich hab dich vermisst“, sagt die drei Jahre jüngere Schwester leise ins Ohr der Miss Niedersachsen, die an diesem Abend unter die Top Sechs im Finale gekommen ist. Die 25-Jährige hat Freudentränen in den Augen.
Dann kommen auch Vater Thomas, Mutter Marga, Tante Britta und Onkel Torsten sowie Schwager in spe, Kevin Steffen, an die Reihe. Sie alle haben die gut 700 Kilometer lange Reise auf sich genommen, um ihre ganz persönliche Favoritin anzufeuern – Onkel und Tante sind sogar extra aus Kapstadt in Südafrika eingeflogen. Die beiden Kinder von Christin Stalling, Lennard und Emma, sind an diesem Wochenende bei ihrem Vater.
„Das hast du ganz toll gemacht“, sagt Thomas Stalling seiner Tochter. Gemeinsam mit seiner Frau Marga und Tochter Kathinka hat sich der 57-Jährige in den vergangenen drei Wochen um die Enkelkinder gekümmert, durfte morgens sogar später zur Arbeit, um sie in den Kindergarten zu bringen. „Das hat wieder gezeigt, was für eine tolle Familienpower wir haben — wir leben das Modell Großfamilie“, sagt seine Frau Marga. In Apen im Ammerland wohnt die Familie in nächster Nachbarschaft zueinander.
Alle zusammen haben sie auf den großen Abend von Christin Stalling hingefiebert. „Ich war schon sehr nervös, aber ich habe auch versucht, die Show zu genießen“, sagt Marga Stalling. „Ich bin sehr stolz auf Christin“, sagt die 54-Jährige. Trotzdem sei sie auch ein bisschen enttäuscht, wirft Kathinka Stalling ein. „Christin ist so authentisch und hat einen tollen Charakter — sie ist unsere Nummer eins! Dennoch ist es wahnsinnig, dass sie es so weit geschafft hat“, sagt sie. Und Thomas Stalling fügt hinzu: „Für Christin ist das eine super tolle Erfahrung. Das wird ihr privat und auch beruflich sehr weiterhelfen. Sie wird als veränderter Mensch nach Hause kommen.“
Auch Britta und Torsten Stalling sind begeistert. Nach kurzem Überlegen stand für die beiden fest: „Wir wollten Christin vor Ort anfeuern“, erzählt Britta Stalling (54). „Für mich war die Miss Germany immer ganz weit weg — jetzt ist es Teil der Familie“, sagt Torsten Stalling (55). „Das einmal so zu erleben mit jemandem, der einem nahesteht, auf der Bühne, ist wirklich toll.“
Dass es für Christin am Ende nicht ganz bis zum Titel gereicht hat, trägt die Familie mit Fassung. „Da kann man nur herzlichen Glückwunsch sagen“, meint Thomas Stalling.
Kathinka Stalling ist indes vor allem froh, ihre große Schwester wieder bei sich zu haben. Sie lacht und schaut immer wieder zu ihrer großen Schwester. „Wir sind beste Freundinnen und sehen uns sonst fast täglich — jetzt nur zu telefonieren, war schon anders“, sagt sie. „Ich war unfassbar aufgeregt — Christin so auf der Bühne zu sehen, war einfach nur toll. Sie kann super stolz auf sich sein. Ich freue mich schon auf den Moment, wenn wir ihren Kindern das Video zeigen und sie ihre Mami auf der großen Bühne sehen“; sagt sie und fügt hinzu: „Und die Erfahrung, die Christin gemacht hat, ist ja nicht weg.“ In diesem Punkt sind sich alle einig. „Allein, dass sie das miterleben durfte, ist großartig — nicht jeder bekommt diese Chance“, sagt ihr Vater und blickt stolz zu seiner Tochter, der amtierenden Miss Niedersachsen.
