Navigation überspringen
nordwest-zeitung

Nachwuchsmangel Bei Den Landfrauen Im Saterland Der Verein für alle Frauen auf dem Land

Manuela Wolbers

Saterland - Früher, da war die Mitgliedschaft bei den Landfrauen fast selbstverständlich. Für Bäuerinnen gab es sonst wenige Möglichkeiten, mal etwas anders zu erleben „als Kinder, Küche und Kuhstall“, sagt Annelen Heyens, 1. Vorsitzende der Landfrauen Saterland. Der Verein bot Abwechslung, Austausch mit anderen Bäuerinnen und Informationen. „Sie haben sich darauf gefreut, da jeden Monat was zu erleben.“ Doch die Zeiten haben sich geändert. Mittlerweile gibt es viel mehr Angebote. Das ist einer der Gründe, so vermutet Heyens, dass es bei den Landfrauen an Nachwuchs mangelt – es fehlt die Zeit. Tagsüber wird gearbeitet, abends geht es zum Sport und um die Kinder muss sich auch jemand kümmern.

Jede Frau ist willkommen

Aber es gibt auch andere Gründe. „Viele denken, dass man einen Bezug zur Landwirtschaft haben muss.“ Das ist jedoch nicht der Fall. Jede Frau, die möchte, kann Mitglied werden – oder erst ein oder zwei oder auch drei Mal vorbeischauen. „Man muss nicht gleich eintreten“, betont Heyens.

Landfrauenverein Saterland

Der Verein der Landfrauen Saterland wurde 1966 gegründet. Momentan hat der Verein rund 250 Mitglieder. Etwa einmal im Monat – im Sommer etwas seltener – treffen sich die Landfrauen.

Bei den Treffen gibt es regelmäßige Vorträge zu verschiedenen Themen. Im Sommer sind Fahrten oder Fahrradtouren geplant, im Oktober eine Fahrt zur infa-Messe nach Hannover.

Im März steht der nächste Vortrag auf dem Programm. Pastorin Elske Oltmanns aus dem ostfriesischen Bagband ist am Dienstag, 17. März, um 19 Uhr zu Gast im Bonifatiushaus in Scharrel. Oltmanns ist in der DDR geboren und aufgewachsen. Bei ihrem Vortrag spricht die Pastorin darüber, wie sie die Zeit in der DDR erlebt hat, über die Entbehrungen in dem Staat, und über Spionage.

Wenn sie Frauen darauf anspricht, weshalb sie nicht Mitglied im Verein sind, heißt es oft: „Ich kenne da niemanden, ich kann da nicht alleine hin.“ Dass sich Frauen nicht alleine zum Treffen trauen, hat Heyens schon oft gehört. „Man muss versuchen, den Leuten die Scheu zu nehmen.“

Um Nachwuchs zu finden, hat der Vorstand eine Zeit lang mit verschiedenen Aktionen versucht, gezielt junge Frauen anzusprechen. Zum Beispiel mit Schnupperabenden, zu denen Mitglieder andere Frauen mitbrachten. Einen langfristigen Mitgliederzuwachs gab es dadurch nicht. Und: „Wir müssen uns auf die Mitglieder konzentrieren, die wir haben.“ Die möchte der Verein schließlich nicht verlieren. „Es ist ein schmaler Grat – wie wirst du allen Leuten gerecht?“

Verein steht noch gut da

Das führt dazu, dass das Programm stets abwechslungsreich ist. „Wir bieten immer wieder etwas Neues. Das müssen wir auch, sonst kommen die Leute nicht.“ Ein Beispiel: Für diesen Monat hatte der Vorstand Mitarbeiterinnen von Fehnbuch aus Rhauderfehn eingeladen Bücher vorzustellen. Bei Wein, Käse und Baguette konnten die Landfrauen nach neuer Lektüre stöbern.

Noch hat der Verein recht viele Mitglieder. Rund 250 Frauen gehören dazu, rund 100 davon sind aktiv dabei. Der Nachwuchsmangel macht sich, zumindest bei den Zahlen, noch nicht so stark bemerkbar. Doch an einigen Stellen ist der fehlende Nachwuchs schon zu spüren – besonders im Vorstand. So hat etwa die Schriftführerin Birgit von Grönheim seit einiger Zeit noch zusätzlich den Posten der Kassenwartin inne. „Sie macht unheimlich viel, das finde ich wirklich toll“, sagt Heyens. Doch es sei nicht zu verkennen, wenn jemand beide Ämter bekleiden muss.

Heyens selbst ist seit 14 Jahren bei den Landfrauen, seit zwölf im Vorstand. Sie würde den Posten gern für eine andere Frau freimachen, aber auch hier fehlen die Nachfolgerinnen.

Doch warum sollten Frauen Mitglied werden? Da gibt es ganz verschiedene Gründe: Die Landfrauen bieten Geselligkeit, aber auch Infos rund um Ernährung, Gesundheit und Literatur. Bei den Vorträgen geht es um verschiedenste Themen, von lebendiger Körpersprache, bis hin zu Honigproduktion. Und man kann auch „einfach mal lecker essen und trinken“ – dafür ist bei den Treffen stets gesorgt. Wer Interesse hat, bei den Landfrauen mitzumachen oder sich informieren möchte, kann vorbeikommen oder sich an Annelen Heyens wenden: t  04498/919010 oder 0176/52561067 (gern auch per WhatsApp) und unter annelen@hotmail.de.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Stellten die Ausweitung des Konzeptes „Wilhelmshaven sicher“ auf den Busverkehr der Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft vor: (v.li.) Frank Rademacher (Geschäftsführer Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft Wilhelmshaven), Polizeidirektor Heiko von Deetzen, Projektleiter und Polizeihauptkomissar Tim Bachem und Oberbürgermeister Carsten Feist.

POLIZEIPRÄSENZ IM BUSVERKEHR Hausrecht der Polizei stärkt ab sofort Sicherheit in Bussen

Lutz Rector
Wilhelmshaven
Kommentar
Klimaaktivisten der Gruppe „Fridays for Future“ in Saarbrücken werfen Bundeskanzler Scholz vor, bei seinem Besuch in der vom Hochwasser betroffenen Region und in seiner Ansprache „die Klimakrise fahrlässig ausgeblendet“ zu haben.

UMWELTPOLITIK Durch mehr Klimaschutz gibt’s nichts zu verlieren

Jana Wolf Büro Berlin
Eine junge Lehrerin schreibt Mathematikaufgaben an eine Schultafel. Niedersachsen will 390 Schulen im Land nach Sozialindex stärker fördern.

NEUES PROGRAMM FÜR 390 SCHULEN Wie Niedersachsen mehr Bildungsgerechtigkeit herstellen will

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Lara und Philipp Schumacher wollen gemeinsam mit ihren drei Kindern ein neues Leben auf Mallorca beginnen. Dafür bereiten sie seit Jahren alles vor – und der letzte, mehrmonatige Aufenthalt vor der Auswanderung begann mit einem herben Rückschlag.

BETROGEN UND ENTTÄUSCHT Emder Familie kämpft nach Betrug auf Mallorca um ihren Traum

Aike Sebastian Ruhr
Emden
Mit Video
Nach der Sprengung inspizierten Midgard-Beschäftigte die Überreste der Verladebrücke.

KRANSPRENGUNG IN NORDENHAM Koloss aus Stahl fällt in 15 Sekunden zusammen

Norbert Hartfil
Nordenham