Schortens/Jever - Die Meinung unter den Bäckereifachverkäuferinnen und Kunden ist einstimmig: „Schwachsinnig“, „Was für ein Blödsinn“, „Wozu das Ganze?“ Das fragen sie sich, wenn sie sich den Berg an Kassenbons in den Bäckereien in Schortens und Jever anschauen. Sowohl in der Bäckerei Lorenz in Jever als auch bei Ulfers Eden und Schultze-Mühlenfeld in Schortens wollte bis zum Vormittag keiner der Kundinnen und Kunden zum Frühstücksei und Semmelbrötchen noch den passenden Kassenbon ausgehändigt bekommen.

Bei den Bäckereien Lorenz und Ulfers Eden werden die Kassenbons getrost im Mülleimer entsorgt. „Da gehören sie auch hin“, sagen Arno Eckhoff aus Schortens und Sven Günzel aus Sande. Er sieht keinen Sinn darin, Kassenbons für Waren zu behalten, die er später ohnehin nicht umtauschen oder reklamieren kann. Also gleich weg damit!

BÜROKRATIE IN NIEDERSACHSEN Bäcker sagen Bonpflicht weiter den Kampf an

Lars Laue Büro Hannover
Hannover

Anders bei Schultze-Mühlenfeld: Dort müssen Bäckereifachverkäuferin Vanessa Händel und ihre Kolleginnen die verschmähten Kassenbons auf einem Spieß sammeln. An der Wand hängt dafür eigens ein Hinweis für die Verkäuferinnen: „Sobald der Spieß voll ist, werden die Kassenbons in eine Tüte gesteckt und ans Büro in Wiefelstede geschickt.“ Der Spieß ist schon zu einem guten Fünftel mit den von Kunden nicht mitgenommenen Kassenbons bestückt...

Die Schortenserin Uta Nickel, die zusammen mit Freunden bei einem heißen Kaffee und belegten Brötchen in den Tag startet, findet nichts daran: „Ich kann doch auf Verlangen einen Kassenbon erhalten, das ist doch ausreichend. Die vielen Bons schaden der Umwelt und verteuern nur alles. Es ist schon ein Widerspruch zu Greta Thunberg und ihren Bemühungen“, sagt Nickel.

Auch die Auszubildende bei Ulfers Eden, Patricia Otto, verweist auf den Umweltaspekt: „Bedenklich sind das Thermopapier und die Druckerfarbe darauf. Die Bons sind einfach nur Restmüll.“