Schortens - Helle Räume, buntes Spielzeug, vergnügte Kinder. In die neue Kindertagesstätte Jungfernbusch und in die neue Krippe Oestringfelde – beide aus Containermodulen gebaut – ist in dieser Woche das pralle Leben eingezogen. Bunte Luftballons und bunte Wimpel draußen an der Tür zeigen: Jetzt geht’s los. Kinder spielen und wuseln in ihren Gruppenräumen, in einer ruhigen Ecke wird vorgelesen, an einer Spielküche spielen zwei Kinder „Frühstück machen“. Ein Junge reckt stolz seinen kleinen Monster-Rucksack hoch, den er nun als Kindergartenkind jeden morgen in seine Kita trägt.
Jungfernbusch: Neben der Grundschule und hinter dem Hallenbad Aqua Fit ist in den vergangenen Wochen mit Containermodulen die Kindertagesstätte Jungfernbusch entstanden. Hier werden in einer Ganztags- und zwei Vormittagsgruppen zurzeit 44 Kinder zwischen drei und sechs Jahren betreut. Es gibt noch freie Plätze. Die Kita bietet Öffnungszeiten von 8 bis 16 Uhr. Kita-Leiterin ist Stephanie Meyer. Kontakt per E-Mail an kita-jungfernbusch@schortens.de oder unter Tel. 0152/57 99 92 70.
Oestringfelde: Am Klosterweg wurde neben dem kleinen Fußweg zur Kindertagesstätte und Grundschule ein altes Wohnhaus abgerissen. Auf dem Grundstück wurde eine neue Krippe in Containermodul-Bauweise aufgestellt. Die Krippe ist auf 45 Plätze ausgelegt, aktuell werden 32 Kinder in drei Gruppen betreut. Die Einrichtung hat Öffnungszeiten von 7.30 bis 12.30 Uhr und Sonderöffnungszeiten ab 7 und bis 14 Uhr. Leiterin ist Inke Brumme. E-Mail an krippe-oestringfelde@schortens.de oder Tel. 01520/86 89 852.
Gegenüber schiebt eine Erzieherin den Frühstückswagen in die „Möwengruppe“. Es gibt Tee, frisches Obst, frisches Gemüse und belegte Vollkornbrote. Ein kleiner Junge zupft einen Erzieher am Ärmel: „Ich muss mal.“ Obwohl erst am Vortag eröffnet, herrscht schon Alltagstrubel freundlicher Mitbewohner in beiden Einrichtungen.
Eltern beeindruckt
„Es ist richtig schön geworden, viel besser, als ich erwartet habe“, sagt die junge Mutter Franziska Schmithüsen aus Schortens über die neue Krippe in Oestringfelde, die ihr zweieinhalbjähriger Sohn Max nun besucht. Bislang kümmerte sich das Sonnenkäferhaus in Jever um ihren Jungen, doch die private Kita hat vor einigen Wochen geschlossen. Auch einige Schortenser Eltern waren davon betroffen und mussten sich neue Kita- und Krippenplätze suchen.
Inke Brumme aus Wilhelmshaven, seit 1. August bei der Stadt Schortens angestellt, leitet die neue Krippe Oestringfelde. In der werden Kinder von einem bis drei Jahre betreut. Die Krippe ist auf 45 Plätze ausgelegt, mit 32 Kindern ging es zum Start am Dienstag los. „In den nächsten Wochen kommen weitere Kinder dazu“, so Inke Brumme. Und damit wächst auch die Zahl der Mitarbeiter noch auf elf.
Erfreut über das neue Angebot und die neue Kita sind auch Sabrina Grau, Mandy Schneider und Claudia Frank, die für ihre Kinder Milan, Neele und Sophia Plätze in der Kita Jungfernbusch erhalten haben. „Die Ausstattung und die Standards sind toll. Von Blechhütte kann überhaupt keine Rede sein“, sagt Claudia Frank.
Stephanie Meyer leitet die neue Kita Jungfernbusch, die hinter dem Hallenbad Aqua Fit errichtet wurde. Mit ihr kümmern sich zurzeit zehn weitere Sozialassistenten und Erzieherinnen und Erzieher um die fröhliche Rasselbande. Auch zwei Männer gehören zum pädagogischen Team: Benjamin Schilling (30) und Alexander Schebeck (29). Beide kennen sich bereits aus ihrer Zeit an der Kita Plaggestraße. „Und ich bin froh, dass wir die zwei abbekommen haben“, sagt Stephanie Meyer. Für Kinder sei es gut und wichtig, dass sie auch männliche Bezugspersonen haben.
Die beiden jungen Männer und jungen Väter haben sich für einen Beruf entschieden, der lange eine Domäne der Frauen war. Männer in Krippe oder Kita waren die absolute Ausnahme, inzwischen hat sich das geändert. Auch in der Krippe am Klosterweg gehören in André Kessler und Andreas Menßen zwei Männer zum Team der neun Pädagogen, Sozialassistenten und Erzieher/innen.
Für die Männer in Krippe und Kita stand der Berufswunsch schon früh fest: „Es ist eine wundervolle Aufgabe, junge Menschen in die Selbstständigkeit zu helfen und sie bei ihrer Entwicklung zu unterstützen“, so Alexander Schebeck. Benjamin Schilling sieht es ähnlich: „Ich habe schon als Fußballtrainer gern mit Kindern zusammengearbeitet und habe Freude daran, junge Menschen auf ihrem Lebensweg zu begleiten.“
In Jungfernbusch werden zurzeit 16 Kinder in der Ganztagsgruppe von 8 bis 16 Uhr betreut, sagt Stephanie Meyer. In den beiden Vormittagsgruppen sind es elf beziehungsweise 17 Kinder. In den beiden Regelgruppen stehen jeweils 25 Plätze zur Verfügung. „Wir haben weitere Anmeldungen, es wird bald noch voller“, sagt die Kita-Leiterin.
Sowohl Jungfernbusch als auch Oestringfelde verfügen auch über Multifunktionsräume, Waschräume, Büros, Personalräume und Küche und die Krippe auch über Schlafräume. Und natürlich gibt es Außenanlagen. Der Rasen ist eingesät und die Spielgeräte sind schon da, aber bis alle auch draußen spielen können, dauert es noch.
In beiden Einrichtungen müssen sich jetzt erst mal alle aneinander gewöhnen und sich kennenlernen. Die Kindern untereinander, die Kinder und ihre Erzieherinnen und Erzieher, und natürlich auch die neuen Kolleginnen und Kollegen untereinander, die aus Schortens und Jever, aber auch aus Oldenburg und Wilhelmshaven, aus Wittmund und Wiesmoor kommen. 20 Erzieher und Erzieherinnen sowie Sozialassistenten hat die Stadt Schortens für die beiden neuen Einrichtungen bislang eingestellt.
Neubauten ab 2020
Krippe und Kita in Modulbauweise sind auf zwei bis drei Jahre angelegte Übergangslösungen, bis an beiden Standorten die Neubauten stehen. Mit dem Bau der Krippe Oestringfelde soll noch in diesem Herbst begonnen werden, sagt Anja Müller von der Stadt Schortens. Sie entsteht auf der Fläche hinter der Turnhalle. Fertigstellung soll spätestens Ende 2020 sein. Voraussichtlich im Sommer 2020 beginnt auf dem Grundschulgelände Jungfernbusch der Krippenneubau. Die Fertigstellung ist für Ende 2021 terminiert. Gleich danach startet dort auch der Neubau der Kindertagesstätte, die von Herbst 2021 bis Ende 2022 entsteht und den alten Kindergarten an der Weichselstraße ersetzt. Grund sind zunehmende Kinderbetreuungszahlen und neue Wohngebiete mit jungen Familien.
