Sedelsberg/Friesoythe - Was kommt da auf den C-Port zu? Diese Frage stellen sich derzeit einige Saterländer in Bezug auf die beiden geplanten Großprojekte, die sich auf dem südlich des Kanals gelegenen Gelände am Ems-Dollart-Ring ansiedeln wollen. Die beiden Firmen wollen dort mehrere Millionen Euro in die Verarbeitung von Festmist und Gülle investierten. Kern des Vorhabens – unter anderem soll es sich dabei auch um Pilotprojekte handeln – ist die Separierung der tierischen Abfallstoffe in verwertbare Düngestoffe sowie gefiltertes Wasser, dass in Flüsse eingeleitet werden kann. Außerdem soll in großem Maße Biogas produziert werden.

Der C-Port Zweckverband Interkommunaler Industriepark Küstenkanal ist derzeit mit den beiden Unternehmen in Verhandlungen, die bereits weit vorangeschritten sein sollen – doch noch nicht final. Saterlands Bürgermeister Thomas Otto hatte die Ansiedlung der Verwertungs- und Entsorgungsbetriebe im Zuge der vergangenen Ratssitzung öffentlich gemacht.

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Bei einigen Saterländern besteht nun die Sorge, dass ihre Gemeinde zur zentralen Gülle-Entsorgungs-Stelle für das Oldenburger Münsterland werden könnte. Das wurde unter anderem am Montagabend auf der öffentlichen Diskussionsveranstaltung „Wo drückt der Schuh?“ der CDU Saterland deutlich. Dort wurde auch die Frage aufgeworfen, warum wieder der Nordkreis betroffen sei. Es gebe bereits die Abfalldeponie in Sedelsberg und die Fleischmehlfabrik in Kampe.

Wie der Vorsitzende der CDU Saterland, Dr. Michael Steenken, berichtete, hätte einer der beiden Unternehmer sein Projekt vor rund einem Jahr schon einmal auf Kreisebene vorgestellt, da er Fördermittel haben wollte. Dies sei letztendlich abgelehnt worden, da es auch Kritik von Landwirten gegeben hätte. Diese hätten unter anderem den Transport der Gülle kritisiert. Die Separation der Gülle sollte eher dezentral auf den Höfen stattfinden.

Auch die Frage nach den Mehrheitsverhältnisse im C-Port-Zweckverband – zu dem neben der Gemeinde Saterland die Stadt Friesoythe und der Landkreis Cloppenburg gehören – wurde aufgeworfen. Da alle drei jeweils zwei Stimmen haben, besteht die Sorge, dass das Saterland vom Kreis und der Stadt Friesoythe überstimmt werden könnte.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Bernhard Benten merkte jedoch auch an, dass es sich im C-Port um ein Industriegebiet handele. Da müsse man davon ausgehen, dass es bestimmte Belastungen geben könne. Es bedürfe nun mehr Informationen über die Projekte. Am 10. März findet im Rathaus in Ramsloh eine nicht-öffentliche Informationsveranstaltung statt, bei der die Unternehmen ihre Projekte den Ratsmitglieder aus dem Saterland und Friesoythe vorstellen sollen.  Was meinen Sie? Sollten diese Projekte am C-Port realisiert werden oder eher nicht. Schicken Sie uns ihre Meinung an red.friesoythe@nwzmedien.de.

Renke Hemken-Wulf
Renke Hemken-Wulf Redaktion Münsterland