Vechta - Der Schock wird nach der Tragödie noch lange Zeit tief sitzen. Am Dienstagabend wurde ein 81-jähriger Radfahrer beim Bahnübergang an der Oldenburger Straße in Vechta von einem Zug erfasst (die NWZ berichtete). Ein Grund dafür, dass der Mann den herannahenden Zug nicht bemerkte, könnte gewesen sein, dass besagter Bahnübergang am Radweg nicht beschrankt ist. Das soll sich 2022 ändern.

Wie die Stadt bereits im Dezember bekanntgab, wird dann die dortige Sicherungsanlage samt Radwegesicherung komplett erneuert. Ebenfalls sollen in zwei Jahren die Übergänge Visbeker Damm und Holzhausen/Grambergweg ausgebessert werden Das habe die Bahn der Stadt Vechta zuvor mitgeteilt.

Der Radüberweg an der Oldenburger Straße verfügt bislang nur über Halbschranken für Autofahrer. Der Radweg ist jedoch unbeschrankt. Stadteinwärts sind zumindest drei Signallichter installiert, auf der anderen Seite sind es nur zwei.

Die Stadt zieht jedenfalls ihre Schlüsse aus dem Unglück vom Dienstag. „Der Unfall an der Oldenburger Straße zeigt, dass wir mit unserer Sichtweise, alle Bahnübergänge, einschließlich der Radüberwege, zu beschranken, sicher richtig liegen“, sagt der städtischer Pressesprecher Herbert Fischer.

Insgesamt gibt es zwölf Übergänge im Vechtaer Stadtgebiet, fünf davon sind mit und sieben ohne Schranken. Von den letzteren Sieben sollen auch die bisher unbeschrankten Bahnübergänge Kötterweg und Hagen-Ringstraße/Viehdrift in einem gemeinsamen Projekt mit der Bahn technisch gesichert werden. An der Hagen-Ringstraße soll das bis 2024 passieren.

Aber werden an der Oldenburger Straße nun Warnschilder aufgestellt, ehe sich dort was tut? Dazu konnte die Stadt Vechta keine Angaben machen. „Im unmittelbaren Bereich des Bahnübergangs obliegt der Bahn die Sicherung“, so Herbert Fischer.

Nach Angaben der Polizei dauern die Ermittlungen noch an. Dementsprechend äußerte sich die Stadt auch nicht, ob das Zugunglück hätte verhindert werden können. Für den verunglücken Radfahrer kommt die Sicherung des Übergangs zu spät.