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nordwest-zeitung

Stadtentwicklung In Westerstede Neubau auf Nienaber-Gelände

Westerstede - Die Älteren werden sich noch erinnern. Bei Nienaber kaufte man seinen Konfirmationsanzug oder das Hochzeitskleid. Die etwas Jüngeren bekamen dann später ihr Spielzeug aus dem Nachfolgegeschäft. Doch 2013 ging der Pächter insolvent. Und die Stadt überlegt, was man mit dem Filetstück an der Kuhlenstraße machen könne.

Nachdem sich keine privaten Investoren fanden, kaufte die Stadt 2015 das leerstehende Kaufhaus, 2017 wurde es dann abgerissen. Einen Teil des Geländes sicherte sich die neuapostolische Kirche, die darauf ihr neues Gotteshaus baute. Doch daneben blieb eine Brache, genutzt als Behelfsparkplatz.

Damit ist es nun bald vorbei. Ein Westersteder Investor, der das Grundstück gekauft hat, will dort ein Wohn- und Geschäftshaus errichten. Eigentlich sollte im Erdgeschoss ein Teppich- und Tapetengeschäft einziehen. Doch dies hat sich zerschlagen. Derzeit wird nach neuen Interessenten für die rund 300 Quadratmeter große Fläche im Erdgeschoss gesucht. Denkbar ist Handel, aber auch Arztpraxen sind möglich. Durch ist auf jedenfalls bereits der Bauantrag, bestätigte die Baudezernent Ingo Leffers auf Nachfrage. „Wir hoffen, dass es dort nun bald losgeht.“

Zehn neue Wohnungen

In dem dreigeschossigen Gebäude sollen neben den Gewerbeflächen zehn Wohnungen entstehen. Sieben bietet die Volksbank Westerstede auf ihrer Internetseite an. Davon sind bereits zwei Wohnungen reserviert. Zumeist handelt es sich um Zwei- oder Drei-Zimmerwohnungen zwischen 72 und 127 Quadratmetern Fläche – alle barrierefrei und mit Balkonen oder Terrasse nach Süden. Die Preise beginnen bei 189 000 Euro. Umgerechnet auf den Quadratmeter werden zumeist zwischen 2300 und 2600 Euro aufgerufen. Deutlich teurer ist jedoch das Penthouse.

Wann geht es mit dem Bau los? Ralf Loers ist bei der Volksbank für den Verkauf zuständig. Er sagt: „Üblicherweise startet der Baubeginn, wenn 50 bis 60 Prozent der Einheiten verkauft sind.“ Zudem müssten noch einige Unterlagen erstellt werden, bevor es losgehen kann. Und auch die Frage, was mit dem Gewerbe im Erdgeschoss passiert, ist nicht ganz unwichtig.

Der Bebauungsplan gibt neben einer Geschäftsnutzung auch Arztpraxen her. Für Praxen müsse man aber eine andere Bauausführung planen, als für ein Ladenlokal. Und denkbar seien auch zwei Praxen.

Nachfrage weiter hoch

In der Westersteder Innenstadt wird derzeit beim Wohnungsbau so viel fertiggestellt, wie seit Jahrzehnten nicht. Im Orchideenkamp ist ein neuer Stadtteil mit rund 250 Wohneinheiten fast fertig. Im Bereich Meinardusstraße sind mehrere Mehrfamilienhäuser unlängst bezogen worden. Doch die Nachfrage bei privaten Investoren scheint ungebrochen (wie der Orchideenkamp zeigt). Angesicht von Minuszinsen auf größere Sparguthaben setzen vermögende Anleger zunehmen auf Betongold. Gerade der Markt in Westerstede scheint hier stark im Focus von Investoren aus Süd-Oldenburg zu stehen.  Die NWZ hat damals den Abriss des Kaufhauses medial begleitet. Bilder, Texte und Videos finden Sie unter

Jasper Rittner
Jasper Rittner Chefreporter Oldenburg-Stadt/Ammerland
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