Wildeshausen - Spielende Kinder auf dem Schulhof, volle Klassenräume und Kindertagesstätten sucht man derzeit vergeblich: Seit Montag bleiben allgemein- und berufsbildende Schulen sowie Kindertagesstätten geschlossen.
Doch Freizeit bedeutet das vor allem für die Lehrer nicht. Neben der Bereitstellung einer Notfallbetreuung für Kinder, deren Eltern in sogenannten kritischen Infrastrukturen wie Pflege, Gesundheit, Medizin und öffentlicher Sicherheit arbeiten oder bei Härtefällen, gibt es viele weitere Aufgaben.
Hauptschule
„Unser Kollegium muss Konzepte entwickeln und Aufgaben an die Schüler verteilen“, sagt Dorit Hielscher, Rektorin der Hauptschule. Es gebe einiges zu tun. Über den Schulserver Iserv könnten die Lehrkräfte ihren Schülern Hausaufgaben und Unterrichtsmaterialien bereitstellen. Weitestgehend würden sie das von Zuhause aus tun. Eine Notfallbetreuung war laut der Rektorin am Montag noch nicht notwendig. Sollte sich dieser Umstand ändern, stehen Lehrer und Sozialpädagogen auf Abruf bereit.
Realschule
Auch an der Realschule wird künftig der digitale Austausch vermehrt zum Einsatz kommen. Da Lehrer sich nicht in größeren Gruppen an den Schulen aufhalten dürfen, bleibt für den regen Austausch nur diese Option. „Eigentlich wollten wir unsere Konferenz noch in großer Gruppe abhalten, aber seit Sonntag ist das untersagt“, erklärt Schulleiter Jan Pössel. Ein Kind ist am Montag zur Notfallbetreuung erschienen, um die zu gewährleisten, gibt es ein Koordinierungsplan der Lehrkräfte.
Gymnasium
Am Gymnasium kam am Montag kein Schüler zur Notfallbetreuung. „Wir machen trotzdem jeden Morgen auf“, betont der kommissarische Schulleiter Karsten Sudholz. Jedoch seien viele Lehrer im Homeoffice, und die Präsenz vor Ort werde auf ein Minimum reduziert. „Wir halten alles in kleinem Rahmen und versuchen viel per E-Mail zu koordinieren“, fügt der Schulleiter hinzu. Materialien und Hausaufgaben für die Schüler gibt es ebenfalls online.
Kindertagesstätte
Lob von der Stadt für die Eltern: „Sie haben sich sehr gut auf unsere Empfehlungen eingestellt“, sagte Stadtsprecher Hans Ufferfilge. Es habe „nur eine Handvoll Anfragen“ zu einer möglichen Betreuung in den städtischen Kitas gegeben. Dort sollen in den nächsten Tagen Absprachen folgen. Im „Kindertreff“ an der Marinestraße ist lediglich ein Kind zur Notbetreuung gebracht worden, wie Leiterin Martina Gelhaus berichtete.
Für die Familien mit Migrationshintergrund soll es in den nächsten Tagen Informationen in der jeweiligen Landessprache geben, kündigte Ufferfilge an.
