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NWZonline.de Plus Wohnen

Steiniger Weg zum Straßenausbau

13.12.2019

Bockhorn Sie haben es aufgegeben, ihre Autos zu waschen, sie ziehen Gummistiefel an, um die Mülltonnen an die Straße zu bringen, und sie beschreiben Besuchern genau, hinter welcher Kurve sie mit großen Schlaglöchern in der Straße rechnen müssen: Die Anwohner des Baugebiets Am Urwald leben seit Jahren mit provisorischen Baustraßen. Der Frust ist groß. Die Grundstückseigentümer haben jetzt eine Unterschriftenliste und einen Fragenkatalog an den Bürgermeister Thorsten Krettek übergeben. „Was wir wollen ist endlich eine verbindliche Zusage, wann die Straßen ausgebaut werden“, sagt Anwohner Maik Hinrichs.

Das Baugebiet wurde 1999 erschlossen. Es hat lange gedauert, bis es zum Großteil bebaut war. Deswegen gibt es auch heute noch keine fertigen Straßen. Denn in einem Baugebiet werden die Straßen erst dann endgültig ausgebaut, wenn mehr als 70 Prozent der Bauplätze bebaut sind.

„Leidensdruck ist groß“

140 Bauplätze hat das Wohngebiet, es ist in zwei Gebiete unterteilt: Der kleinere Teil mit 49 Bauplätzen gehört der Familie von Harten, der größere Teil mit 91 Bauplätzen der Ceramo-Vertriebsgesellschaft der Firma Röben Tonbaustoffe aus Zetel. Mit der Gemeinde haben die beiden Investoren aber einen gemeinsamen Erschließungsvertrag. Darin steht: Beide Investoren müssen die Arbeiten für den Straßenausbau zusammen ausschreiben, wenn insgesamt 70 Prozent aller Bauplätze zu mindestens 80 Prozent bebaut sind.

Der Ceramo-Teil ist längst gut bebaut, mittlerweile deutlich über 80 Prozent. Im Von-Harten-Teil ging es aber nicht so schnell voran. Doch dort sind die Baustraßen nicht in so katastrophalem Zustand wie im Ceramo-Teil. Das macht die Ceramo-Anwohner sauer.

„Der Leidensdruck ist bei uns größer. Es wäre schön, wenn wenigstens die Straßen im Ceramo-Gebiet schon ausgebaut werden könnten“, sagt Anwohner Maik Hinrichs. Er steht auf einer schmalen Insel zwischen Wasserlöchern. Wenn es lange geregnet hat, verwandeln sich vor allem die Stichstraßen in Seenlandschaften.

Lesen Sie auch: Anwohner leben seit 20 Jahren mit löchrigen Baustraßen

Doch die Ceramo-Seite darf ihre Straßen nicht einfach unabhängig von der Von-Harten-Seite ausbauen. Bockhorns Bürgermeister Thorsten Krettek sagt: „Für uns als Gemeinde ist es ein einziger Vorhabenträger. Ceramo und von Harten müssen die Arbeiten gemeinsam ausschreiben.“

Doch das ist bisher nicht passiert. Im Sommer hatte Ceramo noch Zettel an alle Haushalte verteilt, auf denen die Ausschreibung der Arbeiten für Ende dieses Jahres angekündigt wurde. Darauf stand: „Zum Ende des Jahres ist vorgesehen, die gesamten Arbeiten für den Endausbau auszuschreiben. Mit den Bauarbeiten soll dann im zeitigen Frühjahr begonnen werden, wenn das Wetter es zulässt.“ Doch daraus wird jetzt wieder nichts.

„Können Frust verstehen“

Auf Nachfrage der NWZ erklärt Ceramo-Geschäftsführer Rolf Sander nun: „Die Ausschreibungen werden erst im Frühjahr stattfinden. Wir hatten die Ausschreibung für unseren Teil des Baugebiets zunächst für Ende dieses Jahres angekündigt. Doch weil die Gemeinde will, dass die Arbeiten für das gesamte Baugebiet ausgeschrieben werden und es keine Teillösung geben soll, funktioniert das nicht. Wir haben jetzt mit der Familie von Harten abgestimmt, die Ausschreibungen im März oder April auf den Weg zu bringen.“ Rolf Sander fügt hinzu: „Natürlich sind die Baufirmen alle voll, das wird dann sicherlich nicht sofort losgehen.“

Den Frust der Grundstücksbesitzer könne er verstehen. „Wir können es nachvollziehen, dass die Bewohner stinksauer sind. Theoretisch könnten wir schon mit dem Endausbau anfangen, aber wegen des gemeinsamen Erschließungsvertrages geht das eben nicht.“

Liegt es also an der Familie von Harten, dass die Arbeiten noch immer nicht ausgeschrieben sind? Henning von Harten will mit der NWZ nicht darüber sprechen.

Problem mit Stichstraßen

Was die Anwohner des Baugebiets außerdem umtreibt, ist die Frage, was mit den Stichstraßen passiert, die gar nicht im Erschließungsvertrag stehen. Der Erschließungsvertrag gründet auf dem Bebauungsplan. In dem Plan sind einige Straßen, die nachträglich gebaut wurden, aber gar nicht aufgeführt. Der Erschließungsvertrag besagt, dass die Gemeinde Bockhorn die im Bebauungsplan aufgeführten Straßen übernimmt und unterhält, sobald sie ausgebaut sind. Die anderen Straßen muss die Gemeinde weder übernehmen noch unterhalten.

Rolf Sander erklärt: „Wegen der großen Nachfrage nach Baugrundstücken hatte sich das ergeben, dass wir Grundstücke geteilt haben und zusätzliche Stichstraßen bauen mussten. Was mit den Straßen passiert, darüber müssen wir mit der Gemeinde sprechen.“

Miteinander sprechen – das ist beim Problemfall Baugebiet Am Urwald in Bockhorn unbedingt nötig. Bürgermeister Thorsten Krettek hatte das auch vor und hat ein Treffen mit den Anwohnern, Ceramo-Vertretern und der Familie von Harten anberaumt. Die Anwohner hatten sich schon darauf vorbereitet, sagt Maik Hinrichs. „Aber das Gespräch wurde abgesagt. Wir haben das Gefühl, wir werden einfach hängengelassen.“

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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