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Richtlinien Für Häuslebauer Geplant: So soll künftig in Cloppenburg gebaut werden

28.02.2020

Cloppenburg Mehr Solaranlagen auf den Dächern, begrünte Flachdächer, Vorgärten mit natürlicher Bepflanzung und Baugebiete, die sich an die Natur anpassen – so soll künftig in der Stadt Cloppenburg gebaut werden. Einen entsprechenden Antrag mit neuen ökologischen Kriterien zur Bauleitplanung haben am Donnerstagmorgen die fünf Stadtratsfraktionen SPD, CDU-FDP-Zentrum, Sozialliberales Cloppenburg, UWG und Grüne bei einem Pressetermin im Rathaus vorgestellt.

Was ist Grundlage des Antrags?

Bereits 2012 hat der Rat die Umsetzung eines „Integrierten Klimaschutzkonzeptes“ beschlossen. Die fünf Fraktionen und Gruppen waren sich im Gespräch am Dienstag einig, dass es nun an der Zeit sei, das Konzept aus der Schublade zu holen. Deswegen sollen jetzt Richtlinien zum Einsatz erneuerbarer Energien sowie zur Planung von Neubaugebieten unter energetischen und ökologischen Aspekten angestoßen werden.

Denn es sind zwei Ziele zu erreichen: Die CO2-Emissionen sollen von 2009 bis 2030 um 30 Prozent pro Cloppenburger gesenkt werden. Außerdem sollen bis 2030 70 Prozent des Stromes in der Stadt aus erneuerbaren Energien kommen. Und zumindest bei Ersterem ist die Stadt nach Ansicht der Politik auf keinem guten Weg. „2016 war die Klimabilanz auf jeden Fall schlechter als noch 2014. Das wurde von der Verwaltung mit der Berechnung durch unterschiedliche Agenturen begründet. Die Cloppenburger haben statt zwölf Tonnen pro Einwohner über 14 Tonnen im Jahr ausgestoßen“, so UWG-Fraktionschefin Jutta Klaus.

Was ändert sich konkret für Häuslebauer?

Wer künftig in der Stadt – die Regelungen sollen bereits für die Wohngebiete Krapendorfer Kämpe, südlich Freesienstraße/Ziegelhofstraße und nördlich Cappelner Damme/östliche Efeustraße gelten – bauen will, muss höhere Vorgaben zum Energiestandard erfüllen. Diese richten sich nach der Förderstufe des Effizienzhauses 40 der Kreditanstalt für Wiederaufbau (Kfw).

Diese Häuser dürfen höchstens einen Energiebedarf von 40 Prozent im Vergleich zu einem vergleichbaren „normalen“ Gebäude haben. Um dies zu erreichen, sind die Häuser häufig sehr gut gedämmt, verfügen über effiziente Heizungsanlage sowie moderne Türen und Fenster, stellte Grünen-Fraktionschef Michael Jäger vor. Wer diese Kfw-40-Standards erfüllt, kann sich laut Jäger über eine Förderung der Kfw-Bank freuen, die die höheren Kosten auffangen kann.

Auch Gewerbeneubauten sollen ihren Energiebedarf senken, für den Neubau städtischer Nichtwohngebäude – Schulen, Kindergärten – sollen bald erhöhte energetische Standards gelten.

Wie wird das Verfahren begleitet?

Damit jeder potenzielle Grundstückskäufer weiß, worauf er sich mit den neuen Energiestandards einlässt, soll künftig vor Vertragsbeurkundung eine Beratung bei einer unabhängigen Stelle erfolgen. Wenn der Bau abgeschlossen ist, muss ein Sachverständiger den Energiestandard bestätigen. Wer sich nicht daran hält, muss mit einer Strafe rechnen.

Was soll sich sonst in den neuen Baugebieten ändern?

Flachdächer und flach geneigte Dächer sollen künftig – so sieht es der Antrag vor – ab einer Größe von mehr als 30 Quadratmetern begrünt werden. Ausgenommen sind kleine Garagen und Flächen, auf denen Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlagen aufgebaut sind. Parkplätze mit mehr als zehn Stellflächen sollen künftig mit Bäumen begrünt werden.

Mit natürlicher Bepflanzung und heimischen Gehölzen sollen Vorgärten bepflanzt werden. Versiegelt werden dürfen dann nur die Grundstückszufahrt und nachzuweisende Stellplätze. Dass auch wirklich nur das bebaut wurde, was nötig ist, muss nachgewiesen werden. „Da ist noch umstritten, wie es funktionieren kann. Ob Lieferscheine oder Rechnungen eine gute Methode sind, wird sich zeigen“, so Jäger. Die Maßnahmen sollen für ein besseres Stadtklima sorgen, hoffen die Politiker.

Welche Veränderungen soll die Stadt beachten?

Bevor überhaupt Grundstücke veräußert werden können, muss die Stadt aktiv werden. Sie soll nach dem Willen der fünf Fraktionen bei der Aufstellung des Bebauungsplans prüfen, wo im Gebiet Solarenergie genutzt werden kann. Dann soll das Baugebiet so geplant werden, dass das Potenzial der Sonne optimal genutzt werden kann. So könnten beispielsweise Vorgaben zur Dachform, Dachneigung oder der Ausrichtung der Gebäude gemacht werden.

Außerdem soll die Stadt vorher prüfen, ob in dem Gebiet Erdwärme genutzt werden kann. Vorhandene Grünbestände sollen erhalten bleiben, zu Wäldern ist ein Abstand von 30 Metern vorgesehen. „Im Bereich der Krapendorfer Kämpe beispielsweise liegt eine Baumreihe – die soll stehenbleiben. Daran müssen wir auch die Grundstücke ausrichten“, sagt Jäger. „Wir wollen nicht mehr auf Masse gehen. Unberührte Flächen müssen bewahrt werden“, sagte SPD-Fraktionschef Jan Oskar Höffmann auch im Hinblick auf weniger oder kleiner werdende Grundstücke.

Bei der Beleuchtung sollen laut Antrag Leuchtmittel mit geringer Lockwirkung auf Insekten und auf Fledermäuse gewählt werden.

Hat der Antrag Auswirkung auf die Zeitpläne?

Die Stadtverwaltung rechnet laut NWZ-Nachfrage mit einem erhöhten finanziellen und personellen Aufwand. „Mit der Änderung würden zusätzlich Gutachter und Planer eingeschaltet werden müssen, und es wären zudem Beratung potentieller Bauwilliger sowie die anschließende Kontrolle der Einhaltung der Vorgaben erforderlich, teilt Stadtpressesprecherin Benita Meyer mit. Dies bedeutete in jedem Fall eine Verzögerung des Ablaufs, auch wenn die Verwaltung weiterhin bemüht sein werde, die Bauleitplanungen schnell abzuwickeln.

Wann die Grundstücksvergabe in den Gebieten Krapendorfer Kämpe, Südlich Freesienstr./Ziegelhofstr. und Nördlich Cappelner Damm/Östliche Efeustraße startet, sei derzeit noch nicht abzusehen. Mit einer Verzögerung bei Umsetzung des Beschlusses sei jedoch zu rechnen, heißt es aus dem Rathaus.

Wie gehts weiter?

Am 10. März wird der Antrag im Planungsausschuss diskutiert, am 24. April geht das Thema in den Rat. Da sowohl die Verwaltung, als auch Experten und die fünf Ratsfraktionen mitgearbeitet haben, rechnen alle mit einer schnellen Umsetzung des Papiers.

Uns interessiert Ihre Meinung. Was halten Sie von den geplanten Vorgaben? Wie sinnvoll sind die ökologischen Regeln? Kann so Klimaschutz gelingen? Oder werden damit nur die Preise höher? Schreiben Sie uns an red.cloppenburg@nwzmedien.de.

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Mareike Wübben Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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