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NWZonline.de Plus Wohnen

Bauen In Edewecht: Portsloge soll Geld einbringen

20.06.2019

Portsloge Die Gemeinde Edewecht plant, etwas gegen die Misere auf dem lokalen Wohnungsmarkt zu unternehmen. An der Portsloger Straße hat sie ein rund 13 000 Quadratmeter großes Grundstück erworben und möchte nun kurzfristig planerische Grundlagen für ein Baugebiet schaffen.

Kurzfristig auch deshalb, weil die Gemeinde dringend Geld benötigt, um außerplanmäßige Investitionen finanzieren zu können. Dazu zählen der Neubau der Kita in Friedrichsfehn und den Anbau am Kindergarten Lüttje Hus mit einem Gesamtvolumen von 3,15 Millionen Euro. Der Verkauf des Grundstücks könnte etwa eine Million Euro in die Gemeindekasse spülen.

Kritik von den Grünen

Bisher geplant war die Ausweisung von 14 Baugrundstücken, auf denen Einfamilienhäuser gebaut werden können. Eine entsprechende Skizze zeigte Reiner Knorr von der Gemeinde am Montagabend in der Sitzung des Bauausschusses. Neben den 14 großen Grundstücken enthielt der vorläufige Planentwurf eine Erschließungsstraße samt Wendehammer am Ende der Straße.

Kritik an den Plänen gab es zunächst von den Grünen. Hergen Erhardt formulierte es so: „Die Grünen lehnen das ab, weil wir nicht an die ewige Wachstumsspirale glauben.“ Zudem seien es die falschen Wohnbautypen – andere seien da doch vielleicht besser geeignet. „Wir sollten den Verkauf der Grundstücke noch mindestens für zehn Jahre auf Eis legen“, schlug Erhardt vor, „und alles mit dem erarbeiteten Wohnraumkonzept in Einklang bringen“. Das beschleunigte Verfahren gehe ihm zu schnell – außerdem verkaufe man auf diese Weise überstürzt das Tafelsilber der Gemeinde. Bürgermeisterin Petra Lausch wollte von dieser Begrifflichkeit allerdings nichts wissen: „Das ist kein Tafelsilber“, entgegnete sie.

Beschleunigtes Verfahren

Knut Bekaan (SPD) sah die dargelegten Pläne ebenfalls kritisch: „Das kann und sollte noch nicht das Nonplusultra sein“, erklärte er und ergänzte: „Wir würden da gern Mehrfamilienhäuser sehen, mit kleineren Wohnungen, und sozialen Wohnungsbau.“ Zudem monierte Bekaan die Größe der Grundstücke. Sie seien zu groß.

Die Idee des sozialen Wohnungsbaus fand auch bei der CDU Anklang. Christian Eiskamp beschwichtigte allerdings, den Zeitplan betreffend: „Wir müssen nicht auf die Tube drücken. Wir sollten uns fragen, wie wir den Wohnraum an die Leute bekommen, die den sozialen Wohnbau benötigen.“

„Wir können doch nicht ständig alles verscherbeln“, kritisierte Erhardt die angestrebte Ausweisung von Wohnbauflächen im beschleunigten Verfahren, „was wollen wir denn in 15 oder 20 Jahren machen“? Und außerdem: „Wenn ich durch meine Gemeinde fahre, was da gebaut wurde, ist schon enorm. Aus kleinen Häusern werden da Riesendinger.“

Mehrere Wohneinheiten pro Grundstück

Rolf Torkel, allgemeiner Vertreter der Bürgermeisterin, entgegnete: „Man könnte ja auch von Anfang an gewisse Dinge ausschließen und das alles ohne Satzung schon mal vorbereiten.“

Rolf Kaptein (FDP) erhob das Wort für die Bebauung: „Wir wissen, dass jetzt Wohnraum benötigt wird, und wir können den Markt nur regulieren, wenn wir auch Wohnraum zur Verfügung stellen.“ Die Dringlichkeit eines zeitnahen Verkaufs der Grundstücke untermauerte Bürgermeisterin Petra Lausch: „Wir haben viel Geld für die Allgemeinheit ausgegeben und schon lange keins mehr durch Grundstücksverkäufe eingenommen.“ Rolf Torkel schlug vor, dass die Möglichkeit bestünde, pro Grundstück auch vier oder gar sechs Wohneinheiten einzurichten und zugleich als Gemeinde auch sozial geförderten Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

Abwägungsprozesse

„Es sind alles Abwägungsprozesse“, sagte Petra Lausch in Bezug auf die aufkommende Diskussion, ob ein schneller Verkauf sinnvoll sei, „das ist Politik, das sind alles Abwägungsprozesse. Ich möchte Sie dringend warnen: Wenn wir die Grundstücke nicht verkaufen, dann können wir eben andere Maßnahmen nicht durchführen.“ Welche genau das sein sollen, konnte Lausch auf Nachfrage spontan nicht genau sagen. Man konnte aber merken, dass sie lieber heute als morgen verkaufen würde. Im Beschlussvorschlag wurde nun festgehalten, dass verdichtet bebaut werden soll – bis hin zu Mehrparteienhäusern. Die Gemeinde ist nun am Zug, einen Bebauungsplan mit verdichteter Bauweise aufzustellen.

Ingo Schmidt Redakteur / Redaktion Westerstede
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