Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

EU-Gipfel Top-Jobs und ein Ehrengast: Scholz & Co beraten in Brüssel

Bundeskanzerl Olaf Scholz wird heute in Brüssel erwartet.

Bundeskanzerl Olaf Scholz wird heute in Brüssel erwartet.

Virginia Mayo/AP/dpa

Brüssel (dpa) - EU-Kommissionspräsidentin, EU-Chefdiplomat und EU-Ratspräsident: Bei einem EU-Gipfel in Brüssel soll eine formelle Entscheidung zur Neubesetzung von EU-Spitzenposten nach der Europawahl getroffen werden. Als nahezu sicher gilt, dass die deutsche CDU-Politikerin Ursula von der Leyen dabei für eine zweite Amtszeit als Präsidentin der EU-Kommission nominiert wird.

Bundeskanzler Olaf Scholz hat eine faire Debatte über die Besetzung der Spitzenposten zugesagt. Zwar gebe es eine politische Verständigung von Konservativen, Sozialdemokraten und Liberalen. Das sei aber «nur eine Position» sagte der SPD-Politiker vor dem Treffen der 27 Staats- und Regierungschefs in Brüssel. «Wir werden das hier sorgfältig, fair miteinander diskutieren. Da sind alle 27 gleich viel bedeutend und das ist mir auch wichtig», betonte Scholz. Zuvor war er gefragt worden, ob er Verständnis dafür habe, dass sich die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni übergangen fühle.

Die drei großen europäischen Parteienfamilien hatten sich darauf verständigt, dass von der Leyen Kommissionspräsidentin bleiben und die liberale estnische Regierungschefin Kaja Kallas den Posten der EU-Außenbeauftragten bekommen soll. Der frühere portugiesische Regierungschef António Costa ist als EU-Ratspräsident vorgesehen. Meloni hatte kritisiert, diese Einigung ignoriere die Erfolge der rechten Parteien bei der Europawahl.

Der österreichische Kanzler Karl Nehammer betonte, es sei wichtig, Meloni gut in den Verhandlungsprozess einzubinden. «Ich glaube, das Entscheidende ist, dass wir die Diskussionskultur deutlich verbessern», sagte er. Die konstruktiven Kräfte innerhalb des Europäischen Parlaments müssten mitgenommen werden, auch wenn sie anderen Fraktionen angehörten.

Parlament kann von der Leyen noch verhindern

Das EU-Parlament kann den Staats- und Regierungschefs aber theoretisch noch einen Strich durch die Rechnung machen. Eine Mehrheit des Parlaments muss die Besetzung der Kommission bestätigen. Das informelle Bündnis aus EVP, Sozialdemokraten und Liberalen hat theoretisch eine komfortable Mehrheit von etwa 400 der 720 Stimmen. Es wird aber damit gerechnet, dass eine gewisse Zahl von Abgeordneten in der geheimen Wahl von der Fraktionslinie abweichen und von der Leyen nicht ihre Stimme geben werden. Deswegen wird davon ausgegangen, dass sich von der Leyen auch noch um Stimmen von Abgeordneten anderer Parteien bemühen wird, insbesondere um die der Grünen. Vertreterinnen und Vertreter der Grünen hatten jüngst immer wieder Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Parlamentspräsidentin Metsola warnt vor EU-Zerstörern

Die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, warnt vor zunehmendem Aufwind für EU-Feinde nach der Europawahl. «Die Verantwortung liegt bei uns. Wenn wir nicht liefern, dann werden diejenigen, die Europa zerstören wollen, nur wachsen», sagte Metsola am Donnerstag am Rande eines EU-Gipfeltreffens in Brüssel. Man könne es sich nicht leisten, bei den nächsten EU-Wahlen 2029 in der gleichen Situation zu sein. Ein weiter so könne es nicht geben.

Metsola wies darauf hin, dass man bei der Umsetzung von EU-Gesetzen immer im Blick haben müsse, was dies etwa für die Bürgerinnen und Bürger oder Unternehmen bedeute. Bei der Europawahl hatten rechte und euroskeptische Parteien etwa in Frankreich, Italien und Österreich große Erfolge erzielt. In Deutschland wurde die AfD zweitstärkste Kraft.

Ukraine bekommt Sicherheitszusagen

Das Sicherheitsabkommen, das die EU mit der Ukraine unterzeichnen will, geht auf eine Initiative der Mitglieder der G7-Gruppe westlicher Wirtschaftsmächte zurück. Sie hatten am Rande des Nato-Gipfels im litauischen Vilnius im vergangenen Jahr vereinbart, dass einzelne Staaten mit der Ukraine bilaterale Vereinbarungen abschließen sollten, um deren Sicherheit langfristig zu gewährleisten. Länder wie Großbritannien, Deutschland und Frankreich machten im Januar und Februar den Anfang. Zuletzt folgten untere anderem die USA.

Mit den Abkommen werden der Ukraine unter anderem Waffenlieferungen, Finanzhilfen und politische Kooperation zugesichert. Sie sollen helfen, die Zeit bis zum angestrebten Nato-Beitritt des Landes zu überbrücken. Deutschland hat der Ukraine beispielsweise zugesagt, seine militärische Unterstützung fortzusetzen und auszubauen - unter anderem durch weitere Waffenlieferungen und die Ausbildung ukrainischer Soldatinnen und Soldaten.

Zuletzt war Selenskyj Ende Mai in Brüssel, um ein Sicherheitsabkommen zwischen seinem Land und Belgien zu unterzeichnen. Mit ihm wird der Ukraine unter anderem die Lieferung von 30 Kampfjets vom Typ F-16 zugesagt.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Mitarbeiter der Meyer Werft protestieren für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze (Bild von Anfang Juni).

KRISE BEIM SCHIFFBAUER Meyer Werft baut Stellen ab und will Sitz nach Deutschland verlegen

Jens Tammen Redaktion Emden
Papenburg
Machten ihrem Unmut über die Anlagen am Badesee Luft: Die Frühschwimmer Gert, Kerstin und Karin.

VIEL KRITIK UND UNKLARE ZUSTÄNDIGKEITEN Besucher verärgert über „ungepflegten Zustand“ am Badesee Schortens

Oliver Braun
Schortens
So soll das neue Boarding-Hotel aussehen, das vor dem Bürgerhaus in Schortens gebaut wird. Die Grafik ist von März 2022.

NEUES HOTELPROJEKT IN FRIESLAND Erster Spatenstich für Boarding-Hotel in Schortens noch diesen Monat

Jörg Grabhorn
Schortens
Vor dem Bürgerhaus soll ein Boarding-Hotel entstehen. Das Projekt wurde erstmals vor vier Jahren angekündigt, der Baubeginn seither mehrfach verschoben.

SPATENSTICH NOCH IM JULI Nun soll der Hotel-Neubau in Schortens endlich starten

Oliver Braun
Schortens
Kommentar
Die Geschäftsführung der Meyer Werft hat sich mit Betriebsrat und IG Metall auf Eckpunkte für die Sanierung geeinigt.

ZUKUNFT DER MEYER WERFT Schmerzlich, aber alternativlos

Jörg Schürmeyer
Der Oldenburger Standort des „Ahoi Steffen Henssler“ hat die Erwartungen der Franchise-Nehmer am Ende nicht erfüllt – wie auch Bremen und Osnabrück. Vor knapp zweieinhalb Jahren war im ehemaligen „Florian“ eröffnet worden (Bild).

RESTAURANT IN OLDENBURG SCHLIESST Darum gehen im „Ahoi Steffen Henssler“ bald die Lichter aus

Karsten Röhr
Oldenburg
Mit Bildstrecke
Begegnung bei den Hamburger Harley Days (von links): Anneliese Janßen, Marco Apfler, Manuel Kienbaum und Keno Veith. Keno Veith ist seit Jahren ein guter Bekannter von Marco Apfler und seiner Lebensgefährtin Anneliese Janßen.

NEUES LEBEN AUF ST. PAULI Vom Tätowierer aus Jever zum Liebling der Kiez-Gemeinde

Christoph Hinz
Jever
Überraschend gestorben: Reality-Darsteller Falko Ochsenknecht wurde als „Ole ohne Kohle“ bei „Berlin – Tag & Nacht“ bekannt.

„OLE OHNE KOHLE“ Star aus „Berlin – Tag & Nacht“ mit 39 Jahren gestorben

Christof Bock Dpa
Berlin
Diese Aufnahme von Leon entstand nach Angaben der Familie kurz vor der Abreise nach Italien.

URSACHE UNKLAR 16-jähriger Bremer stirbt auf Klassenfahrt in Italien

Lisa Duncan Weser Kurier
Bremen
Symbolbild.

RETTUNGSEINSATZ IN BAD ZWISCHENAHN Todesfall an der Woldlinie

Patrick Buck
Bad Zwischenahn
Das Einschulungsfoto von Winrich Freiwald: In Oldenburg besuchte er die Grundschule Dietrichsfeld, machte sein Abitur später am Alten Gymnasium. Heute lehrt der Neurowissenschaftler an der Rockefeller University in New Yorker und bekommt jetzt den renommierten Kavli-Preis.

RENOMMIERTER KAVLI-PREIS FÜR WINRICH FREIWALD Vom Alten Gymnasium Oldenburg an die Weltspitze der Neurowissenschaft

Anja Biewald
Oldenburg