Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Konflikte Seoul: Nordkorea feuert atomwaffenfähige Rakete ab

Ein Fernsehbildschirm im Bahnhof von Seoul zeigt den nordkoreanischen Führers Kim Jong Un während einer Nachrichtensendung.

Ein Fernsehbildschirm im Bahnhof von Seoul zeigt den nordkoreanischen Führers Kim Jong Un während einer Nachrichtensendung.

Lee Jin-man/AP

Seoul/Washington (dpa) - Nordkorea hat nach Angaben des südkoreanischen Militärs eine atomwaffenfähige Rakete mit einer Reichweite von vermutlich tausenden Kilometern in Richtung offenes Meer abgefeuert.

Der Start der Rakete sei in der Nähe der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang erfolgt, teilte der Generalstab in Seoul mit. Der Flugkörper flog demzufolge nach dem Start in einem steilen Abschusswinkel etwa 1000 Kilometer weit in Richtung Japanisches Meer (koreanisch: Ostmeer), wo er dann ins Wasser fiel. Japan hatte wegen des Raketenstarts die Bewohner der nördlichen Insel Hokkaido zunächst aufgefordert, Schutz zu suchen, später die Warnung aber wieder zurückgezogen.

Südkoreas Militär ging vom Test einer ballistischen Rakete mittlerer oder noch größerer Reichweite aus. Die Reichweite von Mittelstreckenraketen überschreitet 800 Kilometer, die von Interkontinentalraketen (ICBM) 5500 Kilometer. In einer Erklärung der Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats der USA, Adrienne Watson, hieß es am Mittwoch in Washington (Ortszeit), Nordkorea habe eine ICBM getestet. Sie warf dem kommunistisch regierten Land vor, damit gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats verstoßen zu haben. Nordkorea sind Tests von ballistischen Raketen jeglicher Reichweite untersagt. Die Raketen können mit Atomsprengköpfen bestückt werden.

Baerbock in China

Der Konflikt mit Nordkorea wird auch ein Thema während der Ostasien-Reise von Bundesaußenministerin Annalena Baerbock sein. Derweil traf die Grünen-Politikerin zunächst in China ein. Am Samstag reist sie nach Südkorea und am Sonntag zum G7-Außenministertreffen nach Japan weiter. Der Streit um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm gehört seit Jahren zu den gefährlichsten Konflikten der internationalen Politik.

In Südkorea wurde nicht ausgeschlossen, Nordkorea könnte jetzt ein für das Land neuartiges Waffensystem getestet haben. Zusammen mit den USA würden verschiedene Möglichkeiten einschließlich der Erprobung einer ICBM mit Feststoffantrieb untersucht, zitierte die nationale Nachrichtenagentur Yonhap einen Regierungsbeamten in Seoul. Feststoffraketen sind besonders schnell einsatzbereit. Nordkoreas Entwicklung strategischer Raketen richtet sich dabei besonders gegen die USA, denen Pjöngjang eine feindselige Politik vorwirft.

Der Konflikt hat in den vergangenen Monaten wieder deutlich an Brisanz gewonnen. Nach einer bisher beispiellosen Serie von Raketentests im vergangenen Jahr hat Nordkorea auch in diesem Jahr wieder mehrfach Raketen einschließlich ICBM und auch Lenkflugkörper getestet. Auch verschärfte Pjöngjang seine Rhetorik gegen die Regierungen in Washington und Seoul. Die USA und ihr Verbündeter Südkorea nahmen ihre gemeinsamen Militärübungen zur Abschreckung Nordkoreas wieder in vollem Umfang auf. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte bei einer Sitzung der Zentralen Militärkommission der herrschenden Arbeiterpartei am Montag gefordert, das Land müsse seine Kriegsabschreckung schneller und auf «praktischere und offensivere» Weise stärken.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Wo ist der Obdachlose hin? Kurz vor der Einmündung des Heidkamper Wegs in die Metjendorfer Straße in Neusüdende hatte sich der Mann mehrere Monate aufgehalten.

OBDACHLOSER IN NEUSÜDENDE Einsatz von Landkreis und Polizei – Mann wird jetzt medizinisch versorgt

Frank Jacob
Neusüdende
Analyse
Am Sonntag, 26. Juni,  war in Thüringen über Landräte, Oberbürgermeister, Bürgermeister sowie über Kreistage, Stadt- und Gemeinderäte abgestimmt worden. Nun stehen Stichwahlen vor der Tür.

STICHWAHLEN IN THÜRINGENS KOMMUNEN IM JUNI „AfD neben der CDU sozusagen die Volkspartei“

Mey Dudin Büro Berlin
Nach einer Fahrt unter Cannabiseinfluss ist der Führerschein weg. Durch das Cannabisgesetz ändern sich aber nicht nur die Blutwerte, ab denen die Fahrerlaubnis entzogen wird, sondern auch, wie man sie zurückbekommt. Der Fachdienst Straßenverkehr des Landkreises Wesermarsch erklärt, warum Kiffer nicht mehr zur MPU müssen (Symbolbild).

FÜHRERSCHEINENTZUG NACH CANNABISKONSUM Kiffer müssen nicht mehr zwingend einen „Idiotentest“ ablegen

Tim Rosenau
Brake
Das Café und Bistro „de Mood“ an der Schlachtstraße in Jever: Hier am Brunnen ist es an Himmelfahrt zu rassistischem Gegröle gekommen.

GEGRÖLE WIE AUF SYLT Café-Inhaberin aus Jever nach rassistischem Vorfall enttäuscht von Polizei

Svenja Gabriel-Jürgens
Jever
Ein Song von DJ Gigi D’Agostino wird derzeit von rechten Kreisen umgedichtet.

DISKUTIEREN SIE MIT! Partysong „L’amours toujours“ auf Feiern verbieten, um rechtes Gegröle zu verhindern?

Annika Schmidt
Oldenburg