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NWZonline.de Region

Jury-Präsidentin Lollobrigida distanzierte sich

09.10.2017

Stuttgart „Stammheim“ ist der Titel eines Spielfilms, der 1986 für Kontroversen sorgte. Regisseur Reinhard Hauff hatte nach einem Drehbuch des Journalisten Stefan Aust den Film inszeniert, in dem Ulrich Tukur die Rolle des Terroristen Andreas Baader spielte. Therese Affolter spielte Ulrike Meinhof, Sabine Wegner Gudrun Ensslin und Hans Kremer Jan-Carl Raspe.

Der Film wurde bei den Filmfestspielen in Berlin mit dem Goldenen Bären prämiert, wovon sich Jury-Präsidentin Gina Lollobrigida distanzierte. Der Film operiert viel mit Originalzitaten, wie sie im Stammheim-Prozess gefallen sind, vermittelt aber auch die gespenstische Atmosphäre jener Zeit.

Ein anderer populärer Film, der die RAF-Geschichte und den Deutschen Herbst thematisiert, ist „Der Baader-Meinhof-Komplex“. Regisseur Uli Edel verfilmte, wieder nach dem Bestseller von Stefan Aust (Drehbuch Bernd Eichinger), die Geschichte der RAF von den 60ern bis zum Tod der drei Terroristen Baader, Ensslin und Raspe in Stammheim. In den Hauptrollen Martina Gedeck als Ulrike Meinhof, Moritz Bleibtreu als Andreas Baader, Johanna Wokalek als Gudrun Ensslin und Niels Bruno Schmidt als Jan-Carl Raspe. Der Film von 2008 erzählt wesentlich freier als Reinhard Hauffs erster Versuch einer Dramatisierung von 1986, fand ein Millionen-Publikum – freilich auch eine gespaltene Aufnahme bei der Kritik. Mehrfach mussten sich Gerichte mit dem Film befassen. Die Witwe des RAF-Opfers Jürgen Ponto prozessierte wegen der Darstellung der Tötung ihres Mannes. Sie unterlag ebenso wie Terroristin Brigitte Mohnhaupt, die gegen die Darstellung ihrer Person vor Gericht zog.

Einen ersten filmischen Versuch der Erklärung des RAF-Terrors hatte Rainer Werner Fassbinder 1979 mit „Die dritte Generation“ gewagt. Mehrfach verhinderten Bombendrohungen von RAF-Sympathisanten die Kino-Aufführungen der Komödie. Die erste Generation war für Fassbinder die 68er-Generation, die zweite Generation die RAF und die dritte Generation waren für ihn die Terroristen, die Aktionismus als Selbstzweck betreiben (Hauptrolle: Hanna Schygulla).

Hans Begerow
Leitung
Politik/Region
Tel:
0441 9988 2091

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