Wildeshausen - Er ist 70 Zentimeter breit und 43 Zentimeter hoch. Und weiß. Der Stimmzettel für die Kommunalwahl am kommenden Sonntag in der Stadt Wildeshausen. In schwarzer Schrift sind nebeneinander die acht Parteien, Wählergruppen und Einzelbewerber aufgelistet. 69 Personen bewerben sich um die 32 Sitze im Rat.

Von den knapp 20 000 Einwohnern dürfen 15 943 Bürger (2011: 15 218) ab 16 Jahren wählen, darunter 1339 EU-Bürger. „Wählen ist eine Bürgerpflicht“, sagte Christel Hentschel (81), als sie am Dienstagvormittag im Briefwahlbüro im Erdgeschoss des Stadthauses saß und sich von Wahlmitarbeiterin Katharina Brors die Wahlunterlagen für den Stadtrat und den Kreistag aushändigen ließ. „Jetzt geht’s mir gut. Da wähle ich doch lieber rechtzeitig. Wer weiß, wie es mir am Sonntag geht“, meinte die Seniorin mit einem leichten Schmunzeln. „Ich wäre nicht zufrieden, wenn ich nicht gewählt hätte.“ Sie nutzt die Briefwahl auch für den Fall, dass am Sonntag schönes Wetter ist und sie etwas unternehmen möchte.

Der Trend zur Briefwahl nimmt zu. Das bestätigte auch Ralf Wübbeler, der seit 16 Jahren in der Stadtverwaltung die Wahlen organisiert. Leute, die nicht auf die Ferien angewiesen sind, seien jetzt vielfach im Urlaub und hätten deshalb die Briefwahl in Anspruch genommen. Manch einer hätte den 11. September bereits anderweitig verplant. Bis jetzt hätten 1412 Personen gewählt. Vor fünf Jahren bei der Kommunalwahl seien es insgesamt 1242 gewesen.

Es gibt drei Möglichkeiten der Briefwahl. Die Unterlagen können online bestellt werden. Es kann auch die Wahlbenachrichtigungskarte ans Stadthaus gesendet werden. Dann schickt die Stadtverwaltung die Wahlunterlagen zu. „So langsam wird es aber mit der Zeit knapp“, sagte Wübbeler. Bis Sonntag um 18 Uhr müssen die Stimmzettel im Briefkasten des Stadthauses liegen. Die dritte Möglichkeit der Briefwahl ist die, die Christel Hentschel seit Jahr und Tag praktiziert. Sie geht mit ihrer Wahlbenachrichtigungskarte ins Stadthaus und wählt direkt in einem der beiden Briefwahllokale.

Um die Wähler am Sonntag in den 20 Wahllokalen zu bedienen und am Abend die Stimmen auszuzählen, stehen nach Aussagen von Ralf Wübbeler 140 Wahlhelfer zur Verfügung. „Wir würden uns freuen, wenn sich noch der ein oder andere Freiwillige spontan melden würde, denn es kann immer mal jemand kurzfristig ausfallen.“ Interessenten können sich bei Ralf Wübbeler unter t   0 44 31/ 8  83 21 melden.

Christoph Koopmeiners Redaktion Cloppenburg