Wesermarsch - Ein runderneuerter Kreistag wird am 7. November zu seiner konstituierenden Sitzung zusammenkommen. 19 der 42 Sitze werden dann von Kreispolitik-Neulingen besetzt werden. Allerdings sind nur sechs Frauen in dem Gremium vertreten: fünf von der SPD, eine von den Grünen.

Die SPD bleibt mit 37,3 (2011: 37,8) Prozent) der Stimmen zwar stärkste Kraft und konnte ihre 16 Sitze verteidigen. Da die Grünen aber auf 10 (14,7) Prozent abstürzten (4 Sitze, minus 2), hat die bisherige Gruppe der beiden Parteien ihre Mehrheit verloren.

Die CDU kam auf 28,2 (31,3) Prozent (12 Sitze, minus 1), Die FDP legte leicht zu auf 7,3 (6,5) Prozent (unverändert 3 Sitze), die Unabhängige Wählergemeinschaft stark auf 8,3 (5,3) Prozent (3 Sitze, plus eins). Die Linke (2,9 Prozent) ist künftig mit einem Abgeordneten (minus eins) vertreten. Neben den „Unabhängigen“ ist vor allem die AfD Wahlsieger, kam sie aus dem Stand auf 6,1 Prozent und stellt drei Abgeordnete.

Andreas Marienfeld, einer von ihnen, betonte, dass man sehr zufrieden mit dem Wahlergebnis sei, „auch wenn wir natürlich gerne alle aufgestellten Kandidaten in den Kreistag gebracht hätten“. Jetzt wolle man sich schnellstmöglich einarbeiten und „sinnvolle sowie pragmatische Politik zum Wohle der Wesermarsch und ihrer Bürger betreiben“. Edgar di Benedetto (Die Linke) kündigte an, mit den anderen Parteien über eine Allianz gegen die AfD zu reden.

Das mit Abstand beste Stimmenergebnis fuhr Hans Francksen (SPD, Nordenham) mit 5986 ein. Für die CDU holte Landtagsabgeordneter Björn Thümler (Berne) mit 3559 die meisten Stimmen.

Es gab auch prominente Kandidaten, die es nicht schafften, allen voran FDP-Landtagsabgeordneter Horst Kortlang (Berne). 919 Stimmen reichten nicht zum Einzug. UW-Vorsitzende Birgitt von Thülen (Butjadingen, 372) und der Grüne Hans-Otto Meyer-Ott (Brake, 439 Stimmen) schafften es auch nicht.

Schwierigkeiten in Elsfleth hatten die Auszählung der Kreistagswahl zum Geduldsspiel gemacht. Im Wahllokal „Seefahrtschule“ hatte der Wahlvorstand mehrfach mehr Stimmen ermittelt als rechnerisch möglich waren. Das Ergebnis lieferte dann um 0.18 Uhr eine Zählung im Rathaus.

Markus Minten
Markus Minten Stadt Oldenburg und Ammerland (Leitung)