Oldenburg - Für mehr Gehalt und vor allem eine höhere Wertschätzung, also Aufwertung in jeglichem Sinne, demonstrieren am Montagmorgen rund 500 Erzieher und Sozialkräfte lautstark in der Oldenburger Innenstadt.

Mit Pfeifen und Klatschpappen, unterstützt von Verdi, machen sie auf sich aufmerksam. Dem Auftakt – eine Kundgebung am Pferdemarkt – folgte ein Marsch durch die Straßen.

Elfriede Geisendorff sprach bei der Kundgebung auf dem Marktplatz von einer „Discount-Pädagogik-Mentalität“, davon, dass sich die Erzieherinnen – nur vier Prozent sollen Männer sein – als „Familien-, Bildungs- und Förderzentren verstehen“ und dass sie „jetzt lieber in meiner Kita wäre“. Die Streiks seien dennoch eine historische Chance, die Arbeit und sozialen Bereiche aufzuwerten, weil noch immer Bedingungen wie vor zwanzig Jahren herrschten.

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann und Sozialdezernentin Dagmar Sachse beobachteten den Einzug der Streikenden vom Rathaus-Balkon, verschwanden dann aber in einer Sitzung. Die lautstarken Demonstranten dürften sie dort aber trotzdem gehört haben. Diese zogen anschließend weiter zur Abschlusskundgebung bei Verdi.

Zur Situation bei den Kindern: Städtische Kitas sind geschlossen, Notgruppen für Kinder berufstätiger Eltern aber eingerichtet. Aus der Elternschaft gibt es eine breite Unterstützung durch Eigeninitiativen. Wie lang dies angesichts des als unbefristet angekündigten Streiks der Fall ist, bleibt ungewiss.