Niedersachsen - Der Streik der Lokführergesellschaft GDL hat am Wochenende in Norddeutschland für massive Behinderungen im Zugverkehr gesorgt. Ab 2 Uhr legten Hunderte Lokomotivführer die Arbeit nieder, wie Hartmut Petersen vom GDL-Bezirk Nord sagte. Insgesamt seien im Norden 80 Prozent der Züge ausgefallen.
Die Bahn bemühte sich, mit einem Ersatzfahrplan die Auswirkungen auf die Passagiere möglichst gering zu halten. Auf einigen Strecken des Nahverkehrs in Niedersachsen und Bremen wurden zusätzlich Busse eingesetzt, wie ein Bahnsprecher sagte. Reisende sollten sich auf der Homepage der Bahn oder unter der kostenlosen Telefonnummer 08000 99 66 33 vor Reiseantritt über ihre Verbindungen informieren.
Fahrgäste, die aufgrund von streikbedingten Zugausfällen, Verspätungen oder Anschlussverlusten ihre Reise nicht wie geplant durchführen können, können ihre Fahrkarte und Reservierung im DB Reisezentrum oder in den DB Agenturen kostenlos erstatten lassen, heißt es auf der Homepage der Bahn. Alternativ könnten Reisende den nächsten – auch höherwertigen – Zug nutzen. In diesem Fall werde bei zuggebundenen Angeboten, wie beispielsweise Sparpreis-Tickets, auch die Zugbindung aufgehoben. Ergänzend zu den freiwilligen Kulanzregelungen der DB könnten die betroffenen Fahrgäste auch die gesetzlichen Fahrgastrechte in Anspruch nehmen.
Formular zur Rückerstattung von Bahntickets
Lokführer-Streiks ein Segen für Bahn-Konkurrenten
Der Streik betraf am Sonnabend nicht nur Wochenendpendler, sondern auch Urlaubsreisende und Ausflügler. Das große Chaos blieb am frühen Morgen am Hauptbahnhof in Hannover jedoch aus. Viele Reisende hätten sich vorab informiert und Alternativen gesucht, sagte ein Bahnsprecher. Der Sonderzug der Fans von Borussia Mönchengladbach für die Anreise zur Fußball-Bundesliga-Partie in Hannover war nicht betroffen. Der bundesweite Streik soll bis Montagmorgen um 4 Uhr andauern.
Im Großraum Hannover und Hamburg springen die Privatbahnen Metronom und Erixx am Streikwochenende punktuell wieder für die Reisenden der Deutschen Bahn ein. Die Züge halten auf der Strecke Hamburg-Stade an den S-Bahnstationen Neugraben, Fischbek und Neuwulmstorf. Bei Hannover bedient werden die Halte Bismarckstraße, Hannover-Messe/Laatzen, Rethen und Barnten sowie Bennemühlen, Bissendorf, Langenhagen-Kaltenweide und Langenhagen-Pferdemarkt.
Da der Anteil privater Bahnbetreiber in Niedersachsen mit rund 60 Prozent weit über dem Bundesdurchschnitt liegt, werden Reisenden zumindest auf einigen Verbindungen trotz Streiks vorankommen. Dies sind etwa die Regionalstrecken Hamburg-Hannover-Göttingen, Hamburg-Bremen, Osnabrück-Oldenburg-Wilhelmshaven sowie die S-Bahn Bremen.
