Berlin - Der Abhör-Skandal um das Handy von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) durch US-Geheimdienste ist offenbar nur die Spitze eines Eisbergs. „Jeden Tag gibt es bis zu fünf schwere Angriffe auf die Netze des Bundes“, erklärte der IT-Sicherheitsexperte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Albert Rupprecht. Zusätzlich zähle die Telekom „täglich 450 000 Netzwerkangriffe mit wachsender Tendenz“, so der CSU-Politiker.

Die Spähaktionen des US-Geheimdienstes NSA werden schon bald den Bundestag beschäftigen. Die Fraktionschefs Volker Kauder (Union) und Frank-Walter Steinmeier (SPD) verständigten sich auf den 18. November als Termin. Grüne und Linke hatten zuvor eine Sondersitzung gefordert. Auch ein Untersuchungsausschuss des Parlaments rückt näher, nachdem nun auch die SPD ein solches Gremium verlangt. Die Linke forderte den Rücktritt von Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) und Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU).

Laut „Wall Street Journal“ soll Merkel bis vor wenigen Monaten vom US-Geheimdienst NSA abgehört worden sein – allerdings ohne Wissen von Präsident Barack Obama.

Mit Blick auf Berichte, wonach die Amerikaner die Bundesregierung auch von der US-Botschaft in Berlin aus belauschen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert lediglich: „Wir gehen allen Hinweisen nach.“