Betrifft:
Bundeswehr will aus Sicherheitsgründen bis zu 30 Hektar Wald rund um die Einflugschneise des Fliegerhorsts Upjever roden:Nachdem uns die unmittelbare Bedrohung aus dem Osten abhanden gekommen ist und wir nunmehr unsere Freiheit eher am Hindukusch verteidigen müssen (...) reibt man sich erstaunt und ungläubig die Augen, wenn man lesen muss, dass nun weitere Waldflächen einem kaum noch genutzten Flugplatz geopfert werden sollen.Es ficht die Betreiber dieses Plans offenbar nicht an, dass hier zukünftig nur noch schrottreife Phantom zum Ausschlachten oder Reparieren landen sollen und dass der Platz ferner lediglich Ausweichfunktion hat. (...)
Es sollen jetzt sogar FFH-Flächen der Motorsäge zum Opfer fallen. Nicht beeinträchtigt es den Willen der betreffenden Herren (...), dass der Forst (...) ein stark frequentiertes Naherholungsgebiet ist. Auch scheinen die Erkenntnisse, dass der Wald erheblich zur Bindung des klimaschädlichen Kohlendioxids beiträgt, (...) noch nicht bis dort durchgedrungen ist.
Der Plan ist auch aus anderen Gründen der Bevölkerung nicht vermittelbar.
(...) Schon seit vielen Jahrzehnten hat in Upjever ungehinderter und unfallfreier Flugverkehr stattgefunden. Warum soll das jetzt bei stark reduziertem Flugverkehr nicht mehr der Fall sein? (...)
Es kann nicht beruhigen, dass zunächst nichts geschehen soll. Allein die Tatsache, dass man die Aufhebung des FFH-Gebietes betreibt und man jetzt von 30 Hektar spricht – ursprünglich soll von 15 Hektar die Rede gewesen sein – zeigt, mit welchem Nachdruck die Pläne verfolgt werden. (...) Sogar das abgedroschene Argument mit den Arbeitsplätzen wird hervorgeholt, welches im konkreten Fall besonders überzeugt, weil man sich kaum vorstellen kann, die auf dem Flugplatz stationierten Objektschützer seien auf viele Flugbewegungen angewiesen. (...)
Ulrich AppelJever
